Urogenitaltuberkulose – Ursachen, Symptome & Therapie
Die Urogenitaltuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit der Harn- und Geschlechtsorgane, verursacht durch Mycobacterium tuberculosis. Sie ist die häufigste Form der extrapulmonalen Tuberkulose.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um GesundheitWissenswertes über "Urogenitaltuberkulose"
Die Urogenitaltuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit der Harn- und Geschlechtsorgane, verursacht durch Mycobacterium tuberculosis. Sie ist die häufigste Form der extrapulmonalen Tuberkulose.
Was ist Urogenitaltuberkulose?
Die Urogenitaltuberkulose (UGTB) ist eine durch das Bakterium Mycobacterium tuberculosis verursachte Infektionskrankheit, die die Organe des Harn- und Geschlechtstrakts befällt. Sie gilt als die häufigste Form der extrapulmonalen Tuberkulose, also einer Tuberkulose außerhalb der Lunge, und macht je nach Region bis zu 30–40 % aller extrapulmonalen Tuberkulosefälle aus. Die Erkrankung verläuft häufig schleichend und wird oft erst spät erkannt.
Ursachen und Entstehung
Die Urogenitaltuberkulose entsteht in der Regel nicht durch eine direkte Infektion der Harnwege, sondern durch eine hämatogene Streuung – das heißt, die Bakterien gelangen über die Blutbahn von einer primären Tuberkuloseinfektion, meist in der Lunge, in die Nieren und andere urogenitale Strukturen.
- Die Nieren sind am häufigsten betroffen, da sie stark durchblutet werden.
- Von den Nieren aus können sich die Bakterien entlang der Harnwege auf Ureter, Harnblase und Harnröhre ausbreiten.
- Bei Männern kann die Infektion Prostata, Nebenhoden und Hoden erfassen.
- Bei Frauen können Eileiter, Gebärmutter und Eierstöcke betroffen sein.
Symptome
Die Urogenitaltuberkulose ist für ihre unspezifischen Symptome bekannt, was die Diagnose erheblich erschwert. Häufige Beschwerden sind:
- Sterile Pyurie: Leukozyten im Urin ohne Nachweis von gewöhnlichen Bakterien im Routineabstrich
- Hämaturie: Blut im Urin (sichtbar oder mikroskopisch)
- Häufiges Wasserlassen und Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie)
- Flankenschmerzen oder dumpfe Rückenschmerzen
- Bei Männern: schmerzlose Schwellung des Nebenhodens (Epididymitis)
- Bei Frauen: Menstruationsstörungen oder Unfruchtbarkeit durch Befall der Eileiter
- Allgemeinsymptome wie Gewichtsverlust, Nachtschweiß und Abgeschlagenheit können auftreten
Diagnose
Die Diagnose der Urogenitaltuberkulose ist anspruchsvoll und erfordert mehrere Untersuchungen:
Labordiagnostik
- Urinkultur auf Mykobakterien: Morgenurin wird an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen kultiviert. Dies ist die wichtigste diagnostische Methode.
- PCR (Polymerase-Kettenreaktion): Schnellerer Nachweis von Mykobakterien-DNA im Urin
- Urinanalyse: Nachweis einer sterilen Pyurie und Hämaturie
- Tuberkulin-Hauttest (Mendel-Mantoux) oder Interferon-Gamma-Release-Assay (IGRA)
Bildgebende Verfahren
- Ultraschall der Nieren: Erkennung von strukturellen Veränderungen
- Computertomographie (CT) des Abdomens: Detaillierte Darstellung von Verkalkungen, Kavernen und Harnleiterveränderungen
- Ausscheidungsurographie (IVP): Beurteilung der Nierenfunktion und Harnwege
- Zystoskopie (Blasenspiegelung) bei Verdacht auf Blasenbefall
Behandlung
Die Behandlung der Urogenitaltuberkulose folgt denselben Grundprinzipien wie die Lungentuberkulose und basiert auf einer Kombinationstherapie mit Antibiotika.
Standardtherapie
- Intensivphase (2 Monate): Kombination aus Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid und Ethambutol
- Erhaltungsphase (4 Monate): Fortsetzung mit Isoniazid und Rifampicin
- Die Gesamtdauer der Therapie beträgt in der Regel 6 Monate, kann aber bei komplizierten Verläufen auf 9–12 Monate verlängert werden.
Chirurgische Behandlung
In fortgeschrittenen Fällen kann ein chirurgischer Eingriff notwendig sein, beispielsweise bei:
- Schwerer Nierenzerstörung (Nephrektomie)
- Harnleiterstrikturen (Einengungen), die durch Ballondilatation oder Stenteinlage behandelt werden
- Harnblasenschrumpfung (Blasenaugmentation)
Prognose und Vorbeugung
Bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter medikamentöser Therapie ist die Prognose der Urogenitaltuberkulose gut. Unbehandelt kann die Erkrankung jedoch zu irreversiblen Organschäden, chronischer Niereninsuffizienz oder Unfruchtbarkeit führen. Die wichtigste Vorbeugung ist die Kontrolle der Lungentuberkulose als Primärerkrankung sowie die BCG-Impfung (Bacillus Calmette-Guérin) bei Hochrisikogruppen.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Global Tuberculosis Report 2023. Genf: WHO Press, 2023.
- Figueiredo AA, Lucon AM: Urogenital tuberculosis: update and review of 8961 cases from the world literature. Rev Urol. 2008;10(3):207-217. PubMed PMID: 19145262.
- European Association of Urology (EAU): Guidelines on Urological Infections. EAU Guidelines, Edn. presented at the EAU Annual Congress 2023.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieCytokinprofil
Gerinnungsdiagnostik
Plasmaprotein
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Urogenitaltuberkulose + Urogenital-Tuberkulose + Urogenital Tuberkulose