Wachstumshormonersatztherapie – Wirkung & Anwendung
Die Wachstumshormonersatztherapie ersetzt fehlendes Wachstumshormon bei Kindern und Erwachsenen. Sie wird bei Wachstumshormonmangel eingesetzt und verbessert Stoffwechsel, Körperzusammensetzung und Lebensqualität.
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Die Wachstumshormonersatztherapie ersetzt fehlendes Wachstumshormon bei Kindern und Erwachsenen. Sie wird bei Wachstumshormonmangel eingesetzt und verbessert Stoffwechsel, Körperzusammensetzung und Lebensqualität.
Was ist die Wachstumshormonersatztherapie?
Die Wachstumshormonersatztherapie (auch bekannt als GH-Ersatztherapie, von englisch Growth Hormone Replacement Therapy) ist eine medizinische Behandlung, bei der künstlich hergestelltes Wachstumshormon (Somatropin) verabreicht wird, um einen körpereigenen Mangel auszugleichen. Das Wachstumshormon wird normalerweise von der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) produziert und steuert zahlreiche Stoffwechselvorgänge sowie das Körperwachstum.
Bei einem nachgewiesenen Wachstumshormonmangel (Somatropinmangel) kann diese Therapie sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen eingesetzt werden, um die fehlende Hormonproduktion zu ersetzen und damit verbundene gesundheitliche Einschränkungen zu beheben.
Ursachen des Wachstumshormonmangels
Ein Wachstumshormonmangel kann verschiedene Ursachen haben:
- Angeborene Ursachen: Genetische Defekte oder Fehlbildungen der Hypophyse bzw. des Hypothalamus
- Erworbene Ursachen: Tumore im Bereich der Hypophyse (z. B. Kraniopharyngeom), Bestrahlung oder Operation im Kopfbereich
- Idiopathischer Mangel: Wachstumshormonmangel ohne erkennbare Ursache, häufig bei Kindern
- Traumatische Hirnverletzungen: Schädel-Hirn-Traumata können die Hypophysenfunktion beeinträchtigen
- Entzündungen: Autoimmunerkrankungen oder Infektionen, die die Hypophyse schädigen
Indikationen
Die Wachstumshormonersatztherapie ist für folgende Personengruppen zugelassen:
- Kinder mit Wachstumshormonmangel: Zur Förderung des Längenwachstums und der normalen körperlichen Entwicklung
- Kinder mit Turner-Syndrom: Chromosomale Erkrankung, die zu Kleinwuchs führt
- Kinder mit Prader-Willi-Syndrom: Genetische Erkrankung mit Wachstumsstörungen
- Kinder, die zu klein für ihr Gestationsalter geboren wurden (SGA): Wenn kein ausreichendes Aufholwachstum erfolgt
- Erwachsene mit Wachstumshormonmangel: Bei hypophysärer Insuffizienz nach Tumoren, Operationen oder Bestrahlung
- Chronische Niereninsuffizienz im Kindesalter: Bei wachstumsverzögerten Kindern mit eingeschränkter Nierenfunktion
Wirkmechanismus
Das in der Therapie eingesetzte Somatropin ist ein gentechnisch hergestelltes Wachstumshormon, das in seiner Struktur identisch mit dem körpereigenen Wachstumshormon ist. Es bindet an spezifische Rezeptoren in Leber, Muskel, Fettgewebe und Knochen und löst dort folgende Effekte aus:
- Stimulation der Leber zur Produktion von IGF-1 (Insulin-like Growth Factor 1), dem wichtigsten Wachstumsmediator
- Förderung des Längenwachstums durch Aktivierung der Wachstumsfugen (Epiphysenplatten) bei Kindern
- Verbesserung der Körperzusammensetzung: Abbau von Körperfett, Aufbau von Muskelmasse
- Positive Wirkung auf den Knochen- und Mineralstoffwechsel
- Verbesserung des Lipidprofils (Cholesterin- und Triglyzeridwerte)
- Unterstützung der Herzfunktion und des kardiovaskulären Systems
Durchführung der Therapie
Somatropin wird in der Regel als tägliche subkutane Injektion (unter die Haut) verabreicht, vorzugsweise am Abend, da das körpereigene Wachstumshormon hauptsächlich nachts ausgeschüttet wird. Moderne Injektionshilfen (Pens) erleichtern die Anwendung erheblich, sodass Betroffene die Therapie eigenständig zu Hause durchführen können.
Die Dosierung wird individuell angepasst und richtet sich nach Alter, Körpergewicht, Indikation und dem Ansprechen auf die Behandlung. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Endokrinologen sind erforderlich, um die Therapie zu überwachen und bei Bedarf anzupassen.
Nebenwirkungen
Die Wachstumshormonersatztherapie ist bei korrekter Dosierung im Allgemeinen gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
- Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme), besonders zu Therapiebeginn
- Gelenkschmerzen (Arthralgien) und Muskelschmerzen (Myalgien)
- Kopfschmerzen
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Extremitäten (Karpaltunnelsyndrom möglich)
- Erhöhung des Blutzuckerspiegels (Insulinresistenz); selten Entwicklung eines Diabetes mellitus
- Reaktionen an der Injektionsstelle (Rötung, Schwellung)
- Bei Kindern: Mögliche Zunahme eines Skoliose-Risikos sowie Hüftkopfgleiten (Epiphyseolysis capitis femoris)
Kontraindikationen
Die Therapie darf nicht angewendet werden bei:
- Aktiven malignen Erkrankungen (Krebs)
- Akuten kritischen Erkrankungen (z. B. nach schweren Operationen, schweren Traumata)
- Unkontrollierter Diabetischer Retinopathie
- Bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Somatropin
- Geschlossenen Wachstumsfugen (bei einigen Indikationen im Kindesalter)
Dauer der Therapie
Bei Kindern wird die Therapie in der Regel bis zum Abschluss des Wachstums (Schluss der Wachstumsfugen) fortgeführt. Bei Erwachsenen mit hypophysärem Wachstumshormonmangel kann die Therapie lebenslang notwendig sein, sofern der Mangel fortbesteht und die Indikation regelmäßig neu bewertet wird.
Quellen
- Fleseriu M et al. - Consensus on diagnosis and management of Cushing's disease: a guideline update. Lancet Diabetes Endocrinol. 2021; 9(12):847-875.
- Molitch ME et al. - Evaluation and Treatment of Adult Growth Hormone Deficiency: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. J Clin Endocrinol Metab. 2011; 96(6):1587-1609.
- GH Research Society - Consensus Guidelines for the Diagnosis and Treatment of Growth Hormone (GH) Deficiency in Childhood and Adolescence. J Clin Endocrinol Metab. 2000; 85(11):3990-3993.
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