Zervikobrachialgie: Ursachen, Symptome & Therapie
Zervikobrachialgie bezeichnet Schmerzen, die vom Nacken in den Arm ausstrahlen. Ursache sind meist Nervenwurzelreizungen der Halswirbelsäule.
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Zervikobrachialgie bezeichnet Schmerzen, die vom Nacken in den Arm ausstrahlen. Ursache sind meist Nervenwurzelreizungen der Halswirbelsäule.
Was ist Zervikobrachialgie?
Der Begriff Zervikobrachialgie setzt sich aus den lateinischen Wörtern cervix (Hals), brachium (Arm) und algos (Schmerz) zusammen. Er beschreibt ein Schmerzsyndrom, bei dem Schmerzen vom Bereich der Halswirbelsäule (HWS) in einen oder beide Arme ausstrahlen. Es handelt sich dabei nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern um ein Symptomkomplex, der durch verschiedene Grunderkrankungen verursacht werden kann. Betroffen sind häufig Erwachsene mittleren und höheren Alters, aber auch jüngere Menschen können infolge von Fehlhaltungen oder Verletzungen erkranken.
Ursachen
Die häufigste Ursache der Zervikobrachialgie ist eine Reizung oder Kompression einer Nervenwurzel im Bereich der Halswirbelsäule. Dies kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:
- Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps) an der Halswirbelsäule: Bandscheibenmaterial drückt auf einen Spinalnerv.
- Zervikale Spondylose: Verschleißbedingte Veränderungen der Wirbelkörper und Bandscheiben mit Einengung der Nervenaustrittskanäle.
- Osteophyten (Knochenzubildungen): Sie können die Nervenwurzeln einengen und reizen.
- Muskuläre Verspannungen und Fehlhaltungen: Beispielsweise durch langes Sitzen am Schreibtisch oder Smartphone-Nutzung.
- Verletzungen: Wie ein HWS-Schleudertrauma nach einem Unfall.
- Entzündliche Erkrankungen: Wie rheumatoide Arthritis, die die Halswirbelsäule befällt.
- Tumore oder Metastasen: Seltene, aber ernste Ursachen, die ausgeschlossen werden müssen.
Symptome
Die Beschwerden bei Zervikobrachialgie sind vielfältig und hängen davon ab, welche Nervenwurzel betroffen ist. Typische Symptome umfassen:
- Ausstrahlende Schmerzen vom Nacken in Schulter, Arm, Ellenbogen, Hand oder Finger
- Kribbeln oder Taubheitsgefühle (Parästhesien) im Arm oder in den Fingern
- Muskelschwäche im betroffenen Arm oder in der Hand
- Nackenschmerzen und Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule
- Kopfschmerzen, die vom Nacken ausgehen (zervikogener Kopfschmerz)
- Brennende oder stechende Schmerzen, die sich bei bestimmten Kopfbewegungen verschlimmern
Je nach betroffener Nervenwurzel (C5, C6, C7 oder C8) variiert das Ausstrahlungsmuster in den Arm. Ein Neurologe oder Orthopäde kann anhand des Musters Rückschlüsse auf die betroffene Höhe ziehen.
Diagnose
Die Diagnose der Zervikobrachialgie erfolgt durch eine Kombination aus verschiedenen Untersuchungsmethoden:
- Anamnese und körperliche Untersuchung: Der Arzt befragt den Patienten zu Schmerzcharakter, Ausstrahlung und auslösenden Faktoren. Provokationstests wie der Spurling-Test können die Nervenwurzelreizung bestätigen.
- Bildgebende Verfahren: Röntgenaufnahmen der HWS zeigen knöcherne Veränderungen. Eine Magnetresonanztomografie (MRT) ist der Goldstandard und stellt Bandscheiben, Nervenwurzeln und das Rückenmark detailliert dar.
- Computertomografie (CT): Ergänzend zur Beurteilung knöcherner Strukturen.
- Elektromyografie (EMG) und Nervenleitgeschwindigkeit (NLG): Zur Beurteilung der Nervenfunktion und zum Ausschluss anderer Nervenerkrankungen.
Behandlung
Konservative Therapie
In den meisten Fällen ist eine konservative Behandlung erfolgreich:
- Physiotherapie und Krankengymnastik: Übungen zur Stärkung der Hals- und Schultermuskulatur sowie zur Verbesserung der Körperhaltung.
- Schmerztherapie: Einsatz von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac, ggf. auch Muskelrelaxanzien.
- Wärmetherapie: Wärme lockert verspannte Muskeln und fördert die Durchblutung.
- Manuelle Therapie und Osteopathie: Gezielte Mobilisierung der Halswirbelsäule durch speziell ausgebildete Therapeuten.
- Orthopädische Hilfsmittel: In der Akutphase kann eine Halskrawatte kurzfristig Entlastung bieten.
- Periradikuäre Infiltration: Gezielte Injektionen von Kortikosteroiden in die Nähe der betroffenen Nervenwurzel zur Entzündungshemmung.
Operative Therapie
Wenn konservative Maßnahmen über mehrere Wochen nicht ausreichend helfen oder schwere neurologische Ausfälle vorliegen (z. B. ausgeprägte Lähmungserscheinungen), kann eine Operation notwendig sein. Mögliche Eingriffe sind die Entfernung des Bandscheibenvorfalls (Diskektomie) oder eine Versteifungsoperation (Fusion) im betroffenen Wirbelsäulensegment.
Vorbeugung
Einer Zervikobrachialgie lässt sich häufig durch gezielte Maßnahmen vorbeugen:
- Ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz mit angepasstem Bildschirm und Stuhl
- Regelmäßige Bewegungspausen und Dehnübungen bei sitzenden Tätigkeiten
- Stärkung der Hals- und Rückenmuskulatur durch Sport
- Vermeidung von anhaltenden Fehlhaltungen beim Smartphone oder Tablet
Quellen
- Bogduk N. - Clinical and Radiological Anatomy of the Lumbar Spine, 5th Edition, Elsevier, 2012.
- Iyer S, Kim HJ. - Cervical radiculopathy: current diagnosis and management. Current Reviews in Musculoskeletal Medicine, 2016; 9(3): 272-280. DOI: 10.1007/s12178-016-9349-4.
- Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) - Leitlinie Zervikale Radikulopathie, 2020. Verfügbar unter: www.dgn.org
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