Trimipramin – Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Trimipramin ist ein trizyklisches Antidepressivum, das bei Depressionen, Angststörungen und Schlafstörungen eingesetzt wird. Es wirkt stimmungsaufhellend und beruhigend.
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Trimipramin ist ein trizyklisches Antidepressivum, das bei Depressionen, Angststörungen und Schlafstörungen eingesetzt wird. Es wirkt stimmungsaufhellend und beruhigend.
Was ist Trimipramin?
Trimipramin ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva (TZA). Es wird vor allem zur Behandlung von Depressionen eingesetzt, wirkt jedoch auch anxiolytisch (angstlösend) und sedierend (beruhigend). In Deutschland ist Trimipramin unter Handelsnamen wie Stangyl bekannt. Es gehört zu den älteren Antidepressiva, wird jedoch aufgrund seines spezifischen Wirkprofils – insbesondere der schlaffördernden Eigenschaften – weiterhin häufig verordnet.
Anwendungsgebiete
Trimipramin wird eingesetzt bei:
- Depressionen, insbesondere bei gleichzeitiger Angst und Unruhe
- Angststörungen und Panikattacken
- Schlafstörungen im Rahmen depressiver Erkrankungen
- Chronischen Schmerzsyndromen (als Begleittherapie)
- Entzugssymptomen bei bestimmten Suchterkrankungen (off-label)
Wirkmechanismus
Trimipramin hemmt die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Serotonin in die präsynaptischen Nervenendigungen. Dadurch stehen diese Neurotransmitter länger im synaptischen Spalt zur Verfügung, was die Stimmung positiv beeinflusst. Im Vergleich zu anderen trizyklischen Antidepressiva ist die Wiederaufnahmehemmung bei Trimipramin relativ schwach ausgeprägt. Charakteristisch ist jedoch die starke Blockade von Histamin-H1-Rezeptoren, was die ausgeprägte sedierende Wirkung erklärt. Zudem blockiert Trimipramin muskarinische Acetylcholin-Rezeptoren sowie adrenerge Alpha-1-Rezeptoren.
Dosierung
Die Dosierung von Trimipramin wird individuell vom behandelnden Arzt festgelegt. Typische Dosierungsbereiche sind:
- Ambulante Behandlung: 50–150 mg pro Tag, aufgeteilt auf mehrere Einnahmen
- Stationäre Behandlung: bis zu 300 mg pro Tag in schweren Fällen
- Schlafstörungen: niedrige Dosen von 25–75 mg abends
Die Dosis wird in der Regel schrittweise erhöht, um die Verträglichkeit zu verbessern. Ältere Patienten erhalten meist niedrigere Dosen.
Nebenwirkungen
Wie alle trizyklischen Antidepressiva kann Trimipramin verschiedene Nebenwirkungen verursachen. Häufige Nebenwirkungen sind:
- Müdigkeit und Sedierung (besonders zu Beginn der Therapie)
- Mundtrockenheit und Obstipation (Verstopfung)
- Gewichtszunahme
- Schwindel und orthostatische Hypotonie (Blutdruckabfall beim Aufstehen)
- Verschwommenes Sehen
- Herzrhythmusstörungen (insbesondere bei höheren Dosen)
- Harnverhalt
Seltene, aber ernste Nebenwirkungen umfassen Krampfanfälle und Herzleitungsstörungen. Bei Überdosierung besteht ein erhöhtes Risiko für schwere kardiale Komplikationen.
Wechselwirkungen
Trimipramin kann mit verschiedenen anderen Arzneimitteln interagieren:
- MAO-Hemmer: Die gleichzeitige Einnahme ist kontraindiziert (lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom möglich)
- Andere sedative Substanzen (z. B. Benzodiazepine, Alkohol): verstärkte Sedierung
- Antiarrhythmika: erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen
- Anticholinerge Arzneimittel: additive Wirkung auf anticholinerge Nebenwirkungen
Kontraindikationen
Trimipramin sollte nicht angewendet werden bei:
- Akutem Herzinfarkt oder schweren Herzrhythmusstörungen
- Engwinkelglaukom (Grüner Star)
- Harnverhalt
- Gleichzeitiger Behandlung mit MAO-Hemmern
- Bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Trimipramin
Wichtige Hinweise
Trimipramin ist verschreibungspflichtig und darf nur nach ärztlicher Verordnung eingenommen werden. Die Behandlung sollte nicht abrupt abgebrochen werden, da dies zu Absetzsymptomen führen kann. Besondere Vorsicht gilt bei älteren Patienten, Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, da in den ersten Behandlungswochen das Risiko für suizidale Gedanken erhöht sein kann.
Quellen
- Benkert O., Hippius H. (2021): Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie. 13. Auflage, Springer Verlag.
- Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN): S3-Leitlinie Unipolare Depression (2022). Verfügbar unter: www.dgppn.de
- Fachinformation Stangyl (Trimipramin), Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand: aktuell gültige Fassung.
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