Giersch – Heilpflanze bei Gicht und Rheuma
Giersch (Aegopodium podagraria) ist eine Heilpflanze, die traditionell bei Gicht, Rheuma und Gelenkbeschwerden eingesetzt wird. Sie gilt als eines der bekanntesten Wildkräuter Mitteleuropas.
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Giersch (Aegopodium podagraria) ist eine Heilpflanze, die traditionell bei Gicht, Rheuma und Gelenkbeschwerden eingesetzt wird. Sie gilt als eines der bekanntesten Wildkräuter Mitteleuropas.
Was ist Giersch?
Giersch (wissenschaftlicher Name: Aegopodium podagraria) ist eine mehrjährige Wildpflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Er ist in ganz Europa und Teilen Asiens weit verbreitet und wächst bevorzugt an schattigen, feuchten Standorten wie Wald- und Wegrändern, Gärten und Gebüschen. Volkstümlich wird er auch als Geißfuß, Podagraria oder Bischofskraut bezeichnet.
Als Wildkraut ist Giersch bei Gärtnern gefürchtet, da er sich hartnäckig ausbreitet. In der Naturheilkunde und Volksmedizin wird er hingegen seit Jahrhunderten als wertvolle Heilpflanze geschätzt.
Inhaltsstoffe und Wirkmechanismus
Giersch enthält eine Vielzahl biologisch aktiver Verbindungen, die für seine heilkundliche Wirkung verantwortlich gemacht werden:
- Flavonoide (z. B. Quercetin, Kaempferol): wirken antioxidativ und entzündungshemmend
- Cumarine: besitzen durchblutungsfördernde und krampflösende Eigenschaften
- Ätherische Öle: tragen zur antimikrobiellen Wirkung bei
- Organische Säuren (darunter Chlorogensäure): unterstützen den Stoffwechsel
- Vitamin C und Mineralstoffe: stärken das Immunsystem
- Falcarindiol: ein Polyacetylen mit entzündungshemmenden Eigenschaften
Die entzündungshemmenden und harntreibenden (diuretischen) Eigenschaften des Gierschs werden vor allem auf seine Flavonoide und ätherischen Öle zurückgeführt. Durch die Förderung der Harnausscheidung kann Giersch dazu beitragen, Harnsäure aus dem Körper auszuschwemmen, was ihn traditionell bei Gicht interessant macht.
Medizinische Anwendungsgebiete
Traditionelle Volksmedizin
In der Volksmedizin wird Giersch seit dem Mittelalter eingesetzt. Hildegard von Bingen und andere Kräuterkundige beschrieben seine Anwendung bei:
- Gicht (lat. podagra – daher der Name Aegopodium podagraria): äußerliche Anwendung als Umschlag oder Brei
- Rheuma und Gelenkbeschwerden: Linderung von Schmerzen und Schwellungen
- Ischias und Nervenschmerzen
- Harnwegsbeschwerden: als harntreibendes Mittel
- Wundbehandlung: äußerlich aufgetragen als entzündungshemmende Kompresse
Moderne phytotherapeutische Nutzung
In der modernen Phytotherapie wird Giersch hauptsächlich ergänzend genutzt. Standardisierte Präparate sind nicht weit verbreitet, jedoch finden Giersch-Tees, -Extrakte und frische Pflanzenteile Verwendung als unterstützende Maßnahme bei entzündlichen Gelenkerkrankungen.
Anwendung und Dosierung
Giersch kann auf verschiedene Arten angewendet werden:
- Innerlich als Tee: 1–2 Teelöffel getrocknetes Kraut auf 250 ml heißes Wasser, 10 Minuten ziehen lassen, 2–3 Tassen täglich trinken
- Frisch als Wildkräutersalat: junge Blätter roh verzehren – reich an Vitaminen und Mineralstoffen
- Äußerlich als Umschlag: frische Blätter leicht quetschen und auf betroffene Gelenke legen
- Als Gemüse: junge Blätter und Triebe können wie Spinat zubereitet werden
Für therapeutische Zwecke sollten die jungen Blätter vor der Blüte gesammelt werden, da sie dann den höchsten Wirkstoffgehalt aufweisen.
Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen
Giersch gilt bei sachgemäßer Anwendung als gut verträglich. Dennoch sind einige Punkte zu beachten:
- Verwechslungsgefahr: Giersch kann mit giftigen Doldenblütlern wie dem Gefleckten Schierling (Conium maculatum) oder der Gewöhnlichen Hundspetersilie (Aethusa cynapium) verwechselt werden. Sorgfältige Bestimmung ist essenziell.
- Photosensibilisierung: Die enthaltenen Cumarine können bei empfindlichen Personen Lichtüberempfindlichkeit der Haut auslösen.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Aus Vorsichtsgründen sollte eine therapeutische Anwendung in diesen Phasen vermieden werden.
- Allergien: Personen mit bekannter Allergie gegen Doldenblütler sollten Giersch meiden.
Ernährung und Nährwert
Neben seiner heilkundlichen Bedeutung ist Giersch ein wertvolles Wildgemüse. 100 g frische Gierschblätter enthalten erhebliche Mengen an Vitamin C, Calcium, Kalium sowie Eisen. Er wurde in Kriegs- und Hungerzeiten als wichtige Nahrungsquelle genutzt und erlebt heute in der modernen Wildkräuterküche eine Renaissance.
Quellen
- Wichtl M. (Hrsg.) - Teedrogen und Phytopharmaka. Ein Handbuch für die Praxis. 5. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2009.
- European Medicines Agency (EMA) - Community herbal monographs and list entries. URL: https://www.ema.europa.eu/en/human-regulatory-overview/herbal-medicines-human-use
- Schilcher H., Kammerer S., Wegener T. - Leitfaden Phytotherapie. 4. Auflage. Urban und Fischer Verlag, München, 2010.
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