Jackson-Position – Lagerung bei Intubation und Laryngoskopie
Die Jackson-Position ist eine spezielle Lagerung des Patienten bei medizinischen Eingriffen, insbesondere in der Laryngoskopie und Intubation, zur optimalen Sichtachse auf den Kehlkopf.
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Die Jackson-Position ist eine spezielle Lagerung des Patienten bei medizinischen Eingriffen, insbesondere in der Laryngoskopie und Intubation, zur optimalen Sichtachse auf den Kehlkopf.
Was ist die Jackson-Position?
Die Jackson-Position ist eine definierte Patientenlagerung, die vor allem bei der direkten Laryngoskopie (Kehlkopfspiegelung) und der endotrachealen Intubation angewendet wird. Sie wurde nach dem amerikanischen Laryngologen Chevalier Jackson benannt, der sie im frühen 20. Jahrhundert als Standardlagerung für endoskopische Eingriffe des oberen Atemwegs etablierte.
Das Ziel dieser Lagerung ist es, die drei anatomischen Achsen des Atemwegs – die Mundachse, die Pharynxachse und die Larynxachse – so gut wie möglich in eine Linie zu bringen, um eine optimale Sicht auf den Kehlkopf und die Stimmbänder zu ermöglichen.
Anatomische Grundlagen
Um die Bedeutung der Jackson-Position zu verstehen, ist ein Grundverständnis der Atemwegsanatomie hilfreich. Beim liegenden Patienten verlaufen die drei relevanten Achsen:
- Mundachse: Verläuft von der Mundöffnung nach hinten-unten.
- Pharynxachse: Verläuft durch den Rachen (Pharynx) nach unten.
- Larynxachse: Verläuft durch den Kehlkopf (Larynx) nach unten in die Luftröhre.
Diese drei Achsen stehen beim entspannt liegenden Patienten in einem ungünstigen Winkel zueinander. Durch die Jackson-Lagerung werden sie weitgehend ausgerichtet, sodass eine direkte Sichtlinie vom Mund bis zu den Stimmbändern entsteht.
Durchführung der Lagerung
Die klassische Jackson-Position wird wie folgt durchgeführt:
- Der Patient liegt flach auf dem Rücken (Rückenlage/Supinationslage).
- Der Kopf wird leicht angehoben, zum Beispiel durch ein flaches Kissen oder eine spezielle Kopfstütze unter dem Hinterkopf (Hinterhaupt). Dies bringt die Pharynx- und Larynxachse in Übereinstimmung.
- Der Kopf wird anschließend im Atlantookzipitalgelenk (dem Gelenk zwischen Schädelbasis und erstem Halswirbel) überstreckt – das sogenannte Reklination. Damit wird die Mundachse mit den übrigen Achsen ausgerichtet.
Diese kombinierte Bewegung aus Anheben des Kopfes und Reklination wird auch als verbesserte Jackson-Position oder Schnüffelposition bezeichnet und ist heute der bevorzugte Standard in der Anästhesie und Notfallmedizin.
Anwendungsgebiete
Die Jackson-Position findet in verschiedenen medizinischen Bereichen Anwendung:
- Anästhesie: Standardlagerung vor der endotrachealen Intubation zur Narkoseinleitung.
- Notfallmedizin: Sicherung des Atemwegs bei bewusstlosen oder beatmungspflichtigen Patienten.
- HNO-Heilkunde: Direkte Laryngoskopie zur Untersuchung und Behandlung von Kehlkopferkrankungen.
- Gastroenterologie / Endoskopie: Vorbereitung für Eingriffe im oberen Verdauungstrakt.
Klinische Bedeutung und Einschränkungen
Die korrekte Anwendung der Jackson-Position verbessert die Intubationsbedingungen erheblich und reduziert das Risiko von Komplikationen wie Zahnschäden, Stimmbandverletzungen oder einer fehlgeschlagenen Intubation. Dennoch gibt es Situationen, in denen die Position eingeschränkt oder nicht anwendbar ist:
- Halswirbelsäulenverletzungen: Bei Verdacht auf eine Verletzung der Halswirbelsäule ist eine Reklination kontraindiziert, da sie Rückenmarksverletzungen verschlimmern kann.
- Eingeschränkte Beweglichkeit: Patienten mit degenerativen Halswirbelsäulenerkrankungen oder rheumatischen Erkrankungen können die Position möglicherweise nicht vollständig einnehmen.
- Adipositas: Bei stark übergewichtigen Patienten kann eine zusätzliche Unterlagerung des Oberkörpers erforderlich sein (Ramped Position).
Abgrenzung zur verbesserten Jackson-Position
In der modernen Medizin wird häufig zwischen der klassischen Jackson-Position (nur Reklination des Kopfes ohne Anheben) und der verbesserten Jackson-Position (Anheben des Hinterkopfes plus Reklination) unterschieden. Studien zeigen, dass die verbesserte Position in den meisten Fällen eine bessere Sicht auf die Glottis (Stimmritze) bietet und daher bevorzugt eingesetzt wird.
Quellen
- Lumb, A.B. & Biercamp, C. - Nunn's Applied Respiratory Physiology, 9th Edition. Elsevier, 2021.
- Apfelbaum, J.L. et al. - Practice Guidelines for Management of the Difficult Airway. Anesthesiology, 2022. Verfügbar unter: https://pubs.asahq.org
- World Health Organization (WHO) - Safe Surgery Saves Lives. WHO Press, Genf, 2009. Verfügbar unter: https://www.who.int
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