Natriumsalze der Inosin-5'-phosphorsäure (E631)
Natriumsalze der Inosin-5'-phosphorsäure sind Lebensmittelzusatzstoffe (E630–E633), die als Geschmacksverstärker eingesetzt werden und das umami-artige Aroma in Speisen intensivieren.
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Natriumsalze der Inosin-5'-phosphorsäure sind Lebensmittelzusatzstoffe (E630–E633), die als Geschmacksverstärker eingesetzt werden und das umami-artige Aroma in Speisen intensivieren.
Was sind Natriumsalze der Inosin-5'-phosphorsäure?
Natriumsalze der Inosin-5'-phosphorsäure sind eine Gruppe von Lebensmittelzusatzstoffen, die zur Klasse der Nukleotid-basierten Geschmacksverstärker gehören. Das bekannteste Salz dieser Gruppe ist Dinatriuminosinat (E631). Diese Verbindungen leiten sich von der Inosin-5'-monophosphorsäure (IMP) ab, einem natürlich vorkommenden Nukleotid, das in vielen tierischen Lebensmitteln wie Fleisch und Fisch enthalten ist.
In der Lebensmittelindustrie werden sie eingesetzt, um den sogenannten Umami-Geschmack zu verstärken – jene herzhafte, würzige Geschmacksnote, die typischerweise mit Fleischbrühen, Sojasoße oder gereiftem Käse assoziiert wird. Häufig werden sie in Kombination mit Mononatriumglutamat (MSG) verwendet, da ein starker Synergieeffekt zwischen Glutamat und Inosinat besteht.
Zugelassene Zusatzstoffe dieser Gruppe
- E630 – Inosinsäure: Die freie Säureform
- E631 – Dinatriuminosinat: Das am häufigsten verwendete Natriumsalz
- E632 – Dikaliuminosinat: Das Kaliumsalz (kein Natriumsalz, aber verwandt)
- E633 – Calciuminosinat: Das Calciumsalz (ebenfalls verwandt)
Herstellung und Vorkommen
Dinatriuminosinat und verwandte Salze werden industriell durch mikrobielle Fermentation oder durch enzymatischen Abbau von Hefeextrakt und Fleischextrakten gewonnen. In der Natur kommt Inosin-5'-monophosphat (IMP) in größeren Mengen in Fleisch, Geflügel und Fisch vor und entsteht beim Abbau von Adenosinmonophosphat (AMP) nach dem Schlachten – was zum typischen Fleischgeschmack beiträgt.
Wirkmechanismus als Geschmacksverstärker
Inosinat-Verbindungen binden an spezifische Umami-Geschmacksrezeptoren auf der Zunge (insbesondere den Rezeptor T1R1/T1R3). Allein eingesetzt haben sie nur eine schwache geschmacksverstärkende Wirkung. In Kombination mit Glutamat (z. B. als Mononatriumglutamat, E621) entsteht jedoch ein starker synergistischer Effekt: Die Geschmacksintensität kann um ein Vielfaches gesteigert werden, sodass deutlich weniger Gesamtzusatzstoff benötigt wird.
Anwendungsgebiete in Lebensmitteln
Natriumsalze der Inosin-5'-phosphorsäure sind in einer Vielzahl von verarbeiteten Lebensmitteln enthalten, darunter:
- Fertigsuppen und Instantnudeln
- Würzmischungen und Brühwürfel
- Chips und salzige Snacks
- Soßen, Dressings und Marinaden
- Fleischerzeugnisse und Konserven
- Fast-Food-Produkte
Sicherheit und gesundheitliche Bewertung
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives (JECFA) haben Dinatriuminosinat und verwandte Verbindungen als sicher eingestuft. Ein festgelegter ADI-Wert (Acceptable Daily Intake) wurde nicht festgelegt, da keine Bedenken bei den üblichen Verzehrmengen bestehen.
Bestimmte Personengruppen sollten jedoch vorsichtig sein:
- Gichtpatienten: Inosinat wird im Körper zu Harnsäure abgebaut. Ein erhöhter Konsum purinhaltiger Zusatzstoffe kann den Harnsäurespiegel erhöhen und Gichtanfälle auslösen.
- Personen mit Natriumrestriktion: Als Natriumsalz trägt Dinatriuminosinat zur Gesamtnatriumaufnahme bei, was bei Bluthochdruck oder Herzerkrankungen relevant sein kann.
- Säuglinge: Nukleotid-basierte Geschmacksverstärker sind in Säuglings- und Kleinkindnahrung nicht zugelassen.
Kennzeichnung auf Lebensmitteln
Gemäß der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV, Verordnung (EU) Nr. 1169/2011) müssen Lebensmittelzusatzstoffe im Zutatenverzeichnis angegeben werden, entweder unter ihrer E-Nummer (z. B. E631) oder unter ihrer Bezeichnung (Dinatriuminosinat). Produkte, die Inosinat-Verbindungen enthalten, dürfen keine Angabe tragen, die auf die Abwesenheit von Geschmacksverstärkern hinweist.
Quellen
- European Food Safety Authority (EFSA): Re-evaluation of glutamic acid (E 620), sodium glutamate (E 621), potassium glutamate (E 622), calcium glutamate (E 623), ammonium glutamate (E 624) and magnesium glutamate (E 625). EFSA Journal, 2017.
- Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives (JECFA): Inosinic acid and its salts. Compendium of Food Additive Specifications, FAO/WHO, Geneva.
- Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über Lebensmittelzusatzstoffe.
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