Reissirup – Süßungsmittel, Nährwerte und Verwendung
Reissirup ist ein natürliches Süßungsmittel aus vergorenem Reis. Er wird als Zuckeralternative in Lebensmitteln verwendet und hat einen milden, karamellähnlichen Geschmack.
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Reissirup ist ein natürliches Süßungsmittel aus vergorenem Reis. Er wird als Zuckeralternative in Lebensmitteln verwendet und hat einen milden, karamellähnlichen Geschmack.
Was ist Reissirup?
Reissirup (auch Reismalzsirup genannt) ist ein flüssiges Süßungsmittel, das aus gekochtem Reis durch enzymatische Aufspaltung der Stärke gewonnen wird. Das Ergebnis ist ein dickflüssiger, goldbrauner Sirup mit mildem, leicht karamelligem Geschmack. Er wird häufig als Alternative zu herkömmlichem Haushaltszucker oder Maissirup eingesetzt – insbesondere in Bioprodukten, veganen Lebensmitteln und Sportlernahrung.
Herstellung
Bei der Herstellung von Reissirup wird Reis zunächst gekocht und anschließend mit Enzymen (z. B. aus Gerstenmalz oder durch mikrobielle Kulturen) behandelt. Diese Enzyme spalten die im Reis enthaltene Stärke in einfachere Zuckermoleküle auf:
- Maltose (Malzzucker): macht den Großteil des Zuckergehalts aus
- Glucose (Traubenzucker): in geringeren Mengen vorhanden
- Maltotriose: ein kurzkettigeres Stärkeabbauprodukt
Die entstehende Flüssigkeit wird anschließend gefiltert und eingekocht, bis die gewünschte sirupartige Konsistenz erreicht ist.
Nährwertprofil
Reissirup besteht fast ausschließlich aus Kohlenhydraten. Er enthält kaum Vitamine, Mineralstoffe oder Ballaststoffe. Im Vergleich zu Haushaltszucker (Saccharose) unterscheidet er sich vor allem in seiner Zuckerzusammensetzung:
- Kaloriengehalt: ca. 300–320 kcal pro 100 g
- Hauptzucker: Maltose (ca. 45–65 %), Glucose, Maltotriose
- Kein Fruktoseanteil (im Gegensatz zu Haushaltszucker und Agavendicksaft)
- Glykämischer Index (GI): sehr hoch, ca. 98–100 – höher als normaler Haushaltszucker
Glykämischer Index und Blutzucker
Ein wesentliches Merkmal von Reissirup ist sein sehr hoher glykämischer Index. Das bedeutet, dass er den Blutzuckerspiegel sehr schnell und stark ansteigen lässt. Für Menschen mit Diabetes mellitus oder Insulinresistenz ist Reissirup daher keine geeignete Alternative zu Haushaltszucker. Auch für eine gewichtsbewusste Ernährung ist er aufgrund seiner schnellen Verwertung nur bedingt geeignet.
Verwendung in der Ernährung
Reissirup wird in vielfältigen Lebensmitteln eingesetzt:
- Müsliriegel und Energieriegel
- Backwaren und Süßigkeiten
- Sportlergetränke und Gels
- Vegane Süßspeisen als Honigersatz
- Fertigprodukte und Biolebensmittel
In der veganen Ernährung gilt Reissirup als beliebter Ersatz für Honig, da er pflanzlichen Ursprungs ist und einen ähnlich milden Geschmack hat.
Vorteile und potenzielle Nachteile
Mögliche Vorteile
- Kein Fruktosenanteil – möglicherweise besser verträglich bei Fruktoseintoleranz
- Vegan und glutenfrei (sofern entsprechend hergestellt)
- Milder, angenehmer Geschmack
- Geeignet für die schnelle Energieversorgung im Sport
Mögliche Nachteile
- Sehr hoher glykämischer Index – ungeeignet für Diabetiker
- Kaum Nährstoffe – nutritiv nahezu wertlos (leere Kalorien)
- Kann Arsen enthalten: Da Reis natürlicherweise anorganisches Arsen aus dem Boden aufnimmt, können auch aus Reis hergestellte Produkte erhöhte Arsenkonzentrationen aufweisen. Besondere Vorsicht gilt für Säuglinge und Kleinkinder.
- Hohes Kalorienäquivalent zu normalem Zucker
Sicherheitshinweise und Arsenbelastung
Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Reissirup anorganisches Arsen enthalten kann. Eine im Jahr 2012 im Fachjournal Environmental Health Perspectives veröffentlichte Studie wies nach, dass Produkte mit Reissirup als Zutat – darunter Babynahrung und Energieriegel – messbare Mengen an anorganischem Arsen enthielten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt, den Arsengehalt in Reisprodukten zu beachten, insbesondere bei der Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern.
Quellen
- Nachman K.E. et al. (2012): Arsenic species in US commercially available rice-based infant foods. Environmental Health Perspectives, 120(10). PubMed.
- Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Scientific Opinion on arsenic in food. EFSA Journal, 2009;7(10):1351.
- Elmadfa I., Leitzmann C. (2019): Ernährung des Menschen. 6. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart.
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