Untere Rückenschmerzen – Ursachen und Behandlung
Untere Rückenschmerzen sind Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Sie können akut oder chronisch auftreten.
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Untere Rückenschmerzen sind Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Sie können akut oder chronisch auftreten.
Was sind untere Rückenschmerzen?
Untere Rückenschmerzen (medizinisch: lumbaler Rückenschmerz) bezeichnen Schmerzen, die im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) auftreten – also zwischen dem unteren Rippenbogen und dem Gesäß. Sie zählen zu den häufigsten Gesundheitsbeschwerden weltweit und sind eine der führenden Ursachen für Arbeitsausfälle und Arztbesuche.
Untere Rückenschmerzen können akut (weniger als 6 Wochen), subakut (6–12 Wochen) oder chronisch (länger als 12 Wochen) sein. In den meisten Fällen sind sie nicht durch eine ernsthafte Erkrankung verursacht und verschwinden von selbst.
Ursachen
Die Ursachen unterer Rückenschmerzen sind vielfältig. Man unterscheidet zwischen spezifischen und unspezifischen Rückenschmerzen:
- Unspezifische Rückenschmerzen: In etwa 85 % der Fälle lässt sich keine eindeutige strukturelle Ursache finden. Häufig spielen Muskelverspannungen, Fehlhaltungen, Bewegungsmangel und psychosoziale Faktoren eine Rolle.
- Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps): Eine vorgewölbte oder vorgefallene Bandscheibe kann auf Nerven drücken und Schmerzen sowie Taubheitsgefühle auslösen.
- Wirbelgelenksarthrose (Facettengelenkssyndrom): Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke, besonders im Alter.
- Spinalstenose: Verengung des Wirbelkanals, häufig bei älteren Menschen.
- Muskuläre Ursachen: Überlastung, Verspannungen oder Zerrungen der Rückenmuskulatur.
- Spondylolisthesis: Wirbelgleiten, bei dem ein Wirbel gegenüber dem benachbarten verschoben ist.
- Entzündliche Erkrankungen: Zum Beispiel Morbus Bechterew (ankylosierende Spondylitis).
- Sekundäre Ursachen: Nierenerkrankungen, Endometriose oder seltene Tumoren können ebenfalls Schmerzen im unteren Rücken verursachen.
Symptome
Die Symptome variieren je nach Ursache und Schwere der Erkrankung:
- Ziehende, stechende oder dumpfe Schmerzen im unteren Rücken
- Schmerzen, die in das Gesäß, die Beine oder Füße ausstrahlen (Ischialgie)
- Morgensteifigkeit und eingeschränkte Beweglichkeit
- Muskelverspannungen und -krämpfe
- Taubheitsgefühle oder Kribbeln in den Beinen (bei Nervenbeteiligung)
- Schmerzverstärkung beim Bücken, Heben oder längerem Sitzen
Warnsignale (Red Flags)
Bestimmte Begleitsymptome erfordern eine sofortige ärztliche Abklärung:
- Lähmungserscheinungen in den Beinen
- Blasen- oder Darmprobleme (z. B. Inkontinenz)
- Starke Schmerzen nach einem Unfall oder Sturz
- Unerklärlicher Gewichtsverlust oder Fieber
- Schmerzen, die nachts zunehmen und keine Besserung in Ruhe zeigen
Diagnose
Zur Diagnose unterer Rückenschmerzen werden verschiedene Methoden eingesetzt:
- Anamnese und körperliche Untersuchung: Der Arzt befragt den Patienten zu Schmerzcharakter, -beginn und -verlauf und untersucht Haltung, Beweglichkeit und Nervenreflexe.
- Bildgebende Verfahren: Röntgenaufnahmen, MRT (Magnetresonanztomographie) oder CT (Computertomographie) werden bei Verdacht auf strukturelle Ursachen eingesetzt.
- Laboruntersuchungen: Bei Verdacht auf entzündliche oder systemische Erkrankungen werden Blutmarker wie CRP oder BSG bestimmt.
- Neurologische Tests: Überprüfung von Reflexen, Sensibilität und Muskelkraft bei Verdacht auf Nervenbeteiligung.
Behandlung
Konservative Therapie
Die meisten Fälle unterer Rückenschmerzen lassen sich ohne Operation behandeln:
- Bewegung und Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Stärkung der Rücken- und Bauchmuskulatur gelten als wichtigste Maßnahme. Körperliche Aktivität sollte nicht vermieden werden.
- Schmerzmedikamente: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac werden kurzfristig zur Schmerzlinderung eingesetzt. Bei starken Schmerzen können auch Muskelrelaxanzien oder schwache Opioide verwendet werden.
- Wärme- und Kälteanwendungen: Wärme entspannt die Muskulatur, Kälte kann akute Entzündungen lindern.
- Manuelle Therapie und Osteopathie: Gezielte Handgriffe können Verspannungen lösen und die Beweglichkeit verbessern.
- Psychologische Unterstützung: Bei chronischen Schmerzen spielt die kognitive Verhaltenstherapie eine wichtige Rolle, da psychosoziale Faktoren den Schmerz beeinflussen können.
- Akupunktur: Kann als Ergänzung bei chronischen Rückenschmerzen eingesetzt werden.
Operative Therapie
Eine Operation ist nur bei spezifischen Ursachen und bei Versagen der konservativen Therapie angezeigt, zum Beispiel bei einem schweren Bandscheibenvorfall mit anhaltenden Lähmungserscheinungen oder bei einer hochgradigen Spinalstenose.
Vorbeugung
Viele Fälle unterer Rückenschmerzen lassen sich durch einfache Maßnahmen verhindern oder in ihrer Häufigkeit reduzieren:
- Regelmäßige körperliche Aktivität (z. B. Schwimmen, Radfahren, Yoga)
- Kräftigung der tiefen Rücken- und Bauchmuskulatur
- Ergonomischer Arbeitsplatz und rückengerechtes Sitzen
- Rückengerechtes Heben und Tragen (aus den Beinen heraus)
- Normalgewicht halten, um die Wirbelsäule zu entlasten
- Stressmanagement und ausreichend Schlaf
Quellen
- World Health Organization (WHO): Low back pain – Fact Sheet. Geneva, 2023.
- Nationale VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz, 2. Auflage, 2017. AWMF-Registernummer 05-001.
- Airaksinen O. et al.: Chapter 4: European guidelines for the management of chronic nonspecific low back pain. European Spine Journal, 2006; 15(Suppl 2): S192–S300.
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