Raynaud-Syndrom – Ursachen, Symptome & Therapie
Das Raynaud-Syndrom ist eine Durchblutungsstörung, bei der Finger und Zehen auf Kälte oder Stress mit einer übermäßigen Gefäßverengung reagieren.
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Das Raynaud-Syndrom ist eine Durchblutungsstörung, bei der Finger und Zehen auf Kälte oder Stress mit einer übermäßigen Gefäßverengung reagieren.
Was ist das Raynaud-Syndrom?
Das Raynaud-Syndrom (auch Raynaud-Phänomen genannt) ist eine Erkrankung, bei der die kleinen Blutgefäße in den Fingern und Zehen – seltener auch in anderen Körperteilen wie Ohren, Nase oder Lippen – auf äußere Reize wie Kälte oder emotionalen Stress überempfindlich reagieren. Diese übermäßige Reaktion führt zu einer vorübergehenden Verengung der Blutgefäße (Vasospasmus), die die Durchblutung der betroffenen Körperregionen stark einschränkt.
Man unterscheidet zwei Formen: das primäre Raynaud-Syndrom, das ohne erkennbare Grunderkrankung auftritt und häufiger vorkommt, sowie das sekundäre Raynaud-Syndrom, das infolge einer anderen Erkrankung entsteht.
Ursachen
Primäres Raynaud-Syndrom
Die genaue Ursache des primären Raynaud-Syndroms ist nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass das Nervensystem der Blutgefäße überempfindlich auf Kälte und Stress reagiert. Betroffene sind häufig junge Frauen zwischen 15 und 30 Jahren. Eine familiäre Häufung wurde beobachtet, was auf eine genetische Komponente hindeutet.
Sekundäres Raynaud-Syndrom
Das sekundäre Raynaud-Syndrom tritt als Begleiterscheinung verschiedener Grunderkrankungen auf, darunter:
- Autoimmunerkrankungen wie Sklerodermie, Lupus erythematodes oder rheumatoide Arthritis
- Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose
- Berufsbedingte Ursachen, z. B. durch Vibrationsexposition (Presslufthammer, Kettensägen)
- Medikamente wie Betablocker, bestimmte Migränemittel oder Chemotherapeutika
- Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Symptome
Das charakteristische Merkmal des Raynaud-Syndroms ist eine typische dreiphasige Farbveränderung der betroffenen Körperstellen:
- Weiße Phase (Ischämie): Die Finger oder Zehen werden durch die Gefäßverengung blutleer und blass. Taubheitsgefühl und Kälte treten auf.
- Blaue Phase (Zyanose): Durch den Sauerstoffmangel verfärbt sich die Haut bläulich-violett.
- Rote Phase (Hyperämie): Nach Wiedererwärmung strömt das Blut zurück, die Haut wird rot, und es entstehen Kribbeln, Brennen oder Schmerzen.
Nicht jeder Betroffene erlebt alle drei Phasen. Besonders häufig sind Hände und Finger betroffen.
Diagnose
Die Diagnose wird in erster Linie klinisch gestellt, also anhand der Krankengeschichte und der beschriebenen Symptome. Weitere diagnostische Maßnahmen umfassen:
- Kälteprovokationstest: Auslösung eines Anfalls durch gezielte Kälteexposition, um die Reaktion zu beobachten
- Kapillarmikroskopie: Untersuchung der kleinen Blutgefäße unter dem Nagelbett unter dem Mikroskop, um strukturelle Veränderungen zu erkennen
- Blutuntersuchungen: Ausschluss von Autoimmunerkrankungen (z. B. ANA-Antikörper, BSG, CRP)
- Doppler-Sonographie: Darstellung der Blutgefäße mittels Ultraschall
Behandlung
Allgemeine Maßnahmen
Bei mildem primären Raynaud-Syndrom reichen oft nicht-medikamentöse Maßnahmen aus:
- Schutz vor Kälte (Handschuhe, warme Kleidung)
- Vermeidung von Stress und auslösenden Faktoren
- Nikotinverzicht, da Rauchen die Gefäße verengt
- Regelmäßige körperliche Bewegung zur Förderung der Durchblutung
- Biofeedback und Entspannungsübungen
Medikamentöse Therapie
Bei stärkeren Beschwerden oder sekundärem Raynaud-Syndrom kommen Medikamente zum Einsatz:
- Kalziumkanalblocker (z. B. Nifedipin, Amlodipin): Entspannen die Blutgefäße und sind das Mittel der ersten Wahl
- Phosphodiesterase-5-Hemmer (z. B. Sildenafil): Verbessern die Durchblutung
- Prostazyklin-Analoga (z. B. Iloprost, intravenös): Bei schweren Fällen mit drohenden Gewebeschäden
- Alpha-1-Blocker (z. B. Prazosin): Erweitern die Blutgefäße
Behandlung der Grunderkrankung
Beim sekundären Raynaud-Syndrom steht die Behandlung der auslösenden Grunderkrankung im Vordergrund. Eine erfolgreiche Therapie der Grunderkrankung kann die Raynaud-Symptome deutlich lindern.
Prognose
Das primäre Raynaud-Syndrom ist in der Regel gutartig und führt selten zu dauerhaften Schäden. Es kann sich mit der Zeit abschwächen oder verschwinden. Das sekundäre Raynaud-Syndrom ist von der Prognose der Grunderkrankung abhängig und kann bei unzureichender Behandlung zu Gewebeschäden (digitale Ulzera, im Extremfall Nekrosen) führen.
Quellen
- Wigley FM, Flavahan NA. Raynaud's Phenomenon. N Engl J Med. 2016;375(6):556-565. doi:10.1056/NEJMra1507638
- Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) – Leitlinien und Empfehlungen zum Raynaud-Phänomen, www.dgrh.de
- Herold G et al. Innere Medizin. Köln: Herold Verlag, 2023.
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