Zerebralarterie – Funktion, Anatomie & Erkrankungen
Die Zerebralarterie ist ein Blutgefäß, das das Gehirn mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Störungen dieser Arterien können zu einem Schlaganfall führen.
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Die Zerebralarterie ist ein Blutgefäß, das das Gehirn mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Störungen dieser Arterien können zu einem Schlaganfall führen.
Was ist eine Zerebralarterie?
Die Zerebralarterie (lateinisch: Arteria cerebralis) ist ein arterielles Blutgefäß, das für die Blutversorgung des Gehirns zuständig ist. Das Gehirn ist eines der stoffwechselaktivsten Organe des menschlichen Körpers und benötigt eine kontinuierliche Zufuhr von Sauerstoff und Nährstoffen. Die Zerebralarterien übernehmen diese lebensnotwendige Aufgabe und versorgen unterschiedliche Hirnregionen mit sauerstoffreichem Blut.
Anatomie und Einteilung
Die Zerebralarterien gehen aus zwei Hauptversorgungssystemen hervor:
- Arteria carotis interna (innere Halsschlagader): Aus ihr entstehen die vordere und mittlere Zerebralarterie.
- Arteria vertebralis (Wirbelarterie): Aus ihr geht über die Arteria basilaris die hintere Zerebralarterie hervor.
Die wichtigsten Zerebralarterien im Überblick:
- Arteria cerebri anterior (ACA): Versorgt den vorderen und oberen Teil des Großhirns, insbesondere die Frontallappen und Teile des Scheitellappens.
- Arteria cerebri media (ACM): Die größte Zerebralarterie; versorgt weite Teile des Großhirns, darunter motorische und sensorische Rindenbereiche sowie Sprachzentren.
- Arteria cerebri posterior (ACP): Versorgt den Hinterkopfbereich (Okzipitallappen) sowie Teile des Schläfenlappens, den Thalamus und den Hirnstamm.
Funktion
Die Zerebralarterien transportieren sauerstoff- und nährstoffreiches Blut direkt in das Hirngewebe. Das Gehirn kann Sauerstoffmangel nur wenige Minuten tolerieren, bevor es zu irreversiblen Zellschäden kommt. Daher ist eine ungehinderte Durchblutung durch die Zerebralarterien essenziell für alle Hirnfunktionen, einschließlich Bewegung, Sprache, Wahrnehmung, Gedächtnis und Bewusstsein.
Klinische Bedeutung
Schlaganfall (Apoplex)
Der ischämische Schlaganfall ist die häufigste und klinisch bedeutsamste Erkrankung der Zerebralarterien. Er entsteht, wenn eine Zerebralarterie durch ein Blutgerinnsel (Thrombose oder Embolie) verschlossen wird und das nachgelagerte Hirngewebe nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird. Die betroffene Hirnregion und das Ausmaß der Schädigung hängen davon ab, welche Zerebralarterie betroffen ist:
- Verschluss der ACM: Häufig Lähmungen einer Körperhälfte (Hemiparese), Sprachstörungen (Aphasie), Gefühlsstörungen
- Verschluss der ACA: Beinbetonte Lähmungen, Persönlichkeitsveränderungen, Blasenstörungen
- Verschluss der ACP: Sehstörungen (Hemianopsie), Gedächtnisstörungen, Schwindel
Subarachnoidalblutung und Aneurysmen
An den Verzweigungsstellen der Zerebralarterien können sich Aneurysmen (krankhafte Erweiterungen der Gefäßwand) bilden. Platzt ein solches Aneurysma, kommt es zu einer lebensbedrohlichen Subarachnoidalblutung, die sich durch einen plötzlichen, sehr starken Kopfschmerz (Vernichtungskopfschmerz) äußert.
Zerebrale Arteriosklerose
Wie alle Arterien können auch die Zerebralarterien von Arteriosklerose betroffen sein. Dabei lagern sich Fett- und Kalkablagerungen (Plaques) in der Gefäßwand ab, was das Lumen verengt und die Durchblutung des Gehirns chronisch vermindert. Dies kann zu kognitiven Einschränkungen und einem erhöhten Schlaganfallrisiko führen.
Diagnose
Zur Untersuchung der Zerebralarterien stehen verschiedene bildgebende Verfahren zur Verfügung:
- Magnetresonanzangiographie (MRA): Nicht-invasive Darstellung der Hirngefäße mittels MRT
- CT-Angiographie (CTA): Schnelle Gefäßdarstellung mittels Computertomographie und Kontrastmittel
- Digitale Subtraktionsangiographie (DSA): Goldstandard der invasiven Gefäßdiagnostik
- Doppler- und Duplexsonographie: Ultraschallbasierte Messung der Blutflussgeschwindigkeit in den Hirnarterien
Behandlung bei Erkrankungen der Zerebralarterien
Die Behandlung richtet sich nach der Art der Erkrankung:
- Ischämischer Schlaganfall: Thrombolyse (medikamentöse Auflösung des Gerinnsels) oder mechanische Thrombektomie (interventionelle Entfernung des Gerinnsels)
- Aneurysma: Neurochirurgisches Clipping (Abklemmen des Aneurysmas) oder endovaskuläres Coiling (Verschluss von innen mittels Platinspiralen)
- Arteriosklerose: Medikamentöse Behandlung mit Statinen, Blutdrucksenkern und Thrombozytenaggregationshemmern; in schweren Fällen interventionelle oder operative Verfahren
Prävention
Eine gesunde Lebensführung kann das Risiko von Erkrankungen der Zerebralarterien deutlich senken. Dazu gehören:
- Bluthochdruck konsequent behandeln
- Nicht rauchen
- Regelmäßige körperliche Aktivität
- Ausgewogene Ernährung mit wenig gesättigten Fettsäuren
- Blutzucker und Cholesterin im Normbereich halten
Quellen
- Hacke W. et al. - Neurologie. Springer Verlag, 14. Auflage, 2019.
- European Stroke Organisation (ESO) - Guidelines for Management of Ischaemic Stroke, 2021. Verfügbar unter: https://eso-stroke.org
- Netter F.H. - Atlas der Anatomie des Menschen. Elsevier, 7. Auflage, 2019.
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