Hyperparathyreoidismus: Ursachen, Symptome & Therapie
Hyperparathyreoidismus ist eine Erkrankung der Nebenschilddrüsen, bei der zu viel Parathormon produziert wird. Dies führt zu einem erhöhten Kalziumspiegel im Blut.
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Hyperparathyreoidismus ist eine Erkrankung der Nebenschilddrüsen, bei der zu viel Parathormon produziert wird. Dies führt zu einem erhöhten Kalziumspiegel im Blut.
Was ist Hyperparathyreoidismus?
Hyperparathyreoidismus bezeichnet eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen (lat. Glandulae parathyroideae). Diese vier kleinen Drüsen liegen hinter der Schilddrüse und produzieren das Parathormon (PTH). Dieses Hormon reguliert den Kalzium- und Phosphathaushalt im Körper. Bei Hyperparathyreoidismus wird zu viel PTH ausgeschüttet, was den Kalziumspiegel im Blut (Hyperkalzämie) erhöht und den Phosphatspiegel senkt.
Formen des Hyperparathyreoidismus
Primärer Hyperparathyreoidismus
Beim primären Hyperparathyreoidismus liegt die Ursache direkt in den Nebenschilddrüsen selbst. In den meisten Fällen handelt es sich um ein gutartiges Adenom (eine Geschwulst) einer Nebenschilddrüse. Seltener ist eine Vergrößerung (Hyperplasie) aller vier Drüsen oder ein bösartiges Karzinom der Nebenschilddrüse verantwortlich.
Sekundärer Hyperparathyreoidismus
Der sekundäre Hyperparathyreoidismus entsteht als Reaktion des Körpers auf einen dauerhaft niedrigen Kalziumspiegel, z. B. bei chronischer Niereninsuffizienz, schwerem Vitamin-D-Mangel oder Malabsorptionssyndromen. Die Nebenschilddrüsen arbeiten übermäßig, um den Kalziummangel zu kompensieren.
Tertiärer Hyperparathyreoidismus
Der tertiäre Hyperparathyreoidismus entwickelt sich aus einem langanhaltenden sekundären Hyperparathyreoidismus. Die Drüsen produzieren dann auch dann noch unkontrolliert PTH, wenn der ursprüngliche Auslöser (z. B. Niereninsuffizienz) behoben wurde.
Ursachen
- Gutartiges Adenom einer Nebenschilddrüse (häufigste Ursache des primären Hyperparathyreoidismus)
- Hyperplasie aller vier Nebenschilddrüsen
- Chronische Nierenerkrankung (häufigste Ursache des sekundären Hyperparathyreoidismus)
- Vitamin-D-Mangel
- Malabsorption (z. B. bei Zöliakie oder Morbus Crohn)
- Genetische Syndrome wie die Multiple Endokrine Neoplasie (MEN Typ 1 oder 2)
Symptome
Viele Betroffene haben zunächst keine oder nur unspezifische Symptome. Häufig wird die Erkrankung zufällig bei einer Blutuntersuchung entdeckt. Mögliche Symptome sind:
- Nierensteine (Nephrolithiasis) durch erhöhte Kalziumausscheidung im Urin
- Knochenschmerzen und erhöhte Knochenbrüchigkeit (Osteoporose)
- Müdigkeit, Schwäche und Abgeschlagenheit
- Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit
- Verstopfung
- Häufiges Wasserlassen und Durst (Polyurie und Polydipsie)
- Depressive Verstimmungen, Konzentrationsstörungen
- In schweren Fällen: hyperkalzämische Krise mit Bewusstseinsstörungen
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch Blutuntersuchungen gestellt. Folgende Parameter sind relevant:
- Erhöhtes PTH im Serum
- Erhöhtes Kalzium im Blut (Hyperkalzämie)
- Erniedrigtes Phosphat im Blut
- Erhöhte Kalziumausscheidung im 24-Stunden-Urin
Zur Lokalisierung betroffener Drüsen werden bildgebende Verfahren eingesetzt, darunter Ultraschall, Szintigraphie (Sestamibi-Scan) sowie CT oder MRT.
Behandlung
Operative Therapie
Beim primären Hyperparathyreoidismus ist die Parathyreoidektomie (operative Entfernung der betroffenen Nebenschilddrüse) die Therapie der Wahl. Sie führt in den meisten Fällen zur dauerhaften Heilung.
Medikamentöse Therapie
Wenn eine Operation nicht möglich oder nicht notwendig ist, stehen folgende Optionen zur Verfügung:
- Kalzimimetika (z. B. Cinacalcet): Senken den PTH-Spiegel durch Erhöhung der Kalziumsensitivität der Nebenschilddrüse.
- Bisphosphonate: Schützen die Knochen vor weiterem Abbau.
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Vermeidung kalziumreicher Ernährung bei leichten Verlaufsformen.
Therapie des sekundären Hyperparathyreoidismus
Hier steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund. Bei Niereninsuffizienz werden häufig Vitamin-D-Analoga (z. B. Alfacalcidol, Calcitriol) und Phosphatbinder eingesetzt.
Prognose
Bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung ist die Prognose des Hyperparathyreoidismus in der Regel gut. Nach erfolgreicher Operation normalisieren sich Kalzium- und PTH-Spiegel schnell. Unbehandelt kann die Erkrankung zu schweren Komplikationen wie Nierenversagen, Osteoporose und kardiovaskulären Erkrankungen führen.
Quellen
- Bilezikian JP et al. - Guidelines for the Management of Asymptomatic Primary Hyperparathyroidism. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 2022.
- Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) - Leitlinie Hyperparathyreoidismus, 2021.
- Goodman WG, Quarles LD - Development and progression of secondary hyperparathyroidism in chronic kidney disease. Kidney International, 2008.
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