Hyperthermie: Ursachen, Symptome und Behandlung
Hyperthermie bezeichnet eine gefährliche Überhitzung des Körpers, bei der die Körpertemperatur über 37,5–38 °C ansteigt. Sie kann lebensbedrohlich werden und erfordert rasche Behandlung.
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Hyperthermie bezeichnet eine gefährliche Überhitzung des Körpers, bei der die Körpertemperatur über 37,5–38 °C ansteigt. Sie kann lebensbedrohlich werden und erfordert rasche Behandlung.
Was ist Hyperthermie?
Hyperthermie bezeichnet einen Zustand, bei dem die Körperkerntemperatur über den normalen Bereich von etwa 37 °C ansteigt und die körpereigenen Mechanismen zur Wärmeregulation überfordert sind. Im Gegensatz zum Fieber, das durch eine gezielte Heraufsetzung des körperlichen Temperatur-Sollwerts im Gehirn ausgelöst wird, entsteht Hyperthermie durch externe Hitzeeinwirkung oder eine übermäßige innere Wärmeproduktion ohne entsprechende Regulationsanpassung. Bereits ab einer Körpertemperatur von 40 °C drohen ernste Organschäden; ab 41–42 °C besteht unmittelbare Lebensgefahr.
Ursachen
Hyperthermie kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:
- Äußere Hitzeeinwirkung: Aufenthalt in heißer Umgebung (z. B. im Sommer, Sauna, heißes Fahrzeuginneres)
- Körperliche Überanstrengung: Intensive sportliche Aktivität oder schwere körperliche Arbeit bei hohen Temperaturen (Belastungshyperthermie)
- Medikamente und Drogen: Bestimmte Substanzen wie Anticholinergika, Amphetamine, MDMA oder Antipsychotika können die Wärmeregulation stören
- Anästhesiologische Ursachen: Die maligne Hyperthermie ist eine seltene, genetisch bedingte Reaktion auf bestimmte Narkosemittel
- Neurologische Erkrankungen: Schäden am Hypothalamus können die zentrale Temperaturregulation beeinträchtigen
- Erhöhte Stoffwechselaktivität: z. B. bei Schilddrüsenüberfunktion (Thyreotoxikose)
Symptome
Die Symptome der Hyperthermie entwickeln sich oft stufenweise und reichen von leichten Beschwerden bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen:
- Hitzekrämpfe: Schmerzhafte Muskelkrämpfe durch Elektrolytverlust beim Schwitzen
- Hitzeerschöpfung: Starkes Schwitzen, Schwäche, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, blasse und feuchte Haut
- Hitzschlag (Sonnenstich): Körpertemperatur über 40 °C, trockene und heiße Haut, Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit – medizinischer Notfall
- Beschleunigte Herzfrequenz und flache Atmung
- Muskelzuckungen oder Krampfanfälle
- Ausfall lebenswichtiger Organe (Niere, Leber, Herz) in schweren Fällen
Diagnose
Die Diagnose einer Hyperthermie erfolgt klinisch durch Messung der Körperkerntemperatur sowie eine gründliche Anamnese (Vorgeschichte). Folgende Maßnahmen können zur weiteren Abklärung eingesetzt werden:
- Rektale oder tympanische Temperaturmessung zur genauen Bestimmung der Kerntemperatur
- Blutuntersuchungen (Elektrolyte, Nierenwerte, Leberenzyme, Blutbild) zur Beurteilung von Organschäden
- EKG zur Überwachung der Herzfunktion
- Bildgebende Verfahren bei Verdacht auf neurologische Beteiligung
Behandlung
Die Behandlung der Hyperthermie zielt darauf ab, die Körpertemperatur schnellstmöglich zu senken und Organschäden zu verhindern:
Sofortmaßnahmen
- Betroffene Person aus der Hitze bringen und in eine kühle Umgebung verbringen
- Kühlung mit feuchten Tüchern, Kühlpacks an Leistengegend, Achseln und Hals
- Reichlich trinken (kühles Wasser oder Elektrolytlösungen), sofern die Person bei Bewusstsein ist
- Lockern oder Entfernen von beengender Kleidung
Medizinische Behandlung
- Intravenöse Flüssigkeitsgabe zur Rehydrierung
- Aktive Kühlmaßnahmen (z. B. Kühldecken, gekühlte Infusionslösungen)
- Überwachung und Unterstützung der Organfunktionen auf der Intensivstation
- Bei maligner Hyperthermie: sofortige Gabe von Dantrolen als spezifisches Antidot und Absetzen des auslösenden Narkosemittels
Vorbeugung
Hyperthermie lässt sich in vielen Fällen vermeiden:
- Ausreichend Flüssigkeit trinken, besonders bei Hitze und körperlicher Aktivität
- Direkte Sonneneinstrahlung meiden, insbesondere in den Mittagsstunden
- Leichte, helle und luftige Kleidung tragen
- Körperliche Aktivitäten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen
- Kinder und Tiere niemals in geparkten Fahrzeugen zurücklassen
- Risikogruppen (ältere Menschen, Kleinkinder, Personen mit Herzerkrankungen) besonders schützen
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Gesundheitliche Auswirkungen von Hitze. Berlin, 2023.
- Bouchama A, Knochel JP. Heat Stroke. New England Journal of Medicine, 346(25):1978-1988, 2002.
- World Health Organization (WHO): Heat and Health. WHO Fact Sheet, Genf, 2018.
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