Vitamin-E-Mangel: Ursachen, Symptome & Behandlung
Ein Vitamin-E-Mangel beschreibt einen zu niedrigen Spiegel des fettlöslichen Vitamins E im Körper. Er kann zu neurologischen Störungen, Muskelschwäche und einem geschwächten Immunsystem führen.
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Ein Vitamin-E-Mangel beschreibt einen zu niedrigen Spiegel des fettlöslichen Vitamins E im Körper. Er kann zu neurologischen Störungen, Muskelschwäche und einem geschwächten Immunsystem führen.
Was ist ein Vitamin-E-Mangel?
Vitamin E ist ein fettlösliches Vitamin, das als wichtiges Antioxidans im menschlichen Körper wirkt. Es schützt Zellen vor oxidativem Stress, unterstützt das Immunsystem und ist an der Signalübertragung in Nerven- und Muskelzellen beteiligt. Ein Vitamin-E-Mangel liegt vor, wenn der Blutspiegel des Vitamins unter den normalen Referenzbereich fällt – in der Regel unter 12 µmol/l für Alpha-Tocopherol, die biologisch aktivste Form des Vitamins.
Ursachen
Ein Vitamin-E-Mangel ist in der westlichen Welt bei gesunden Erwachsenen mit ausgewogener Ernährung selten. Häufiger tritt er als Folge von Erkrankungen oder besonderen Lebensumständen auf:
- Fettmalabsorption: Da Vitamin E fettlöslich ist, können Erkrankungen wie Morbus Crohn, Zöliakie, Kurzdarmsyndrom oder Mukoviszidose die Aufnahme im Darm erheblich beeinträchtigen.
- Lebererkrankungen: Die Leber ist an der Verarbeitung und dem Transport von Vitamin E beteiligt. Schwere Lebererkrankungen können zu einem Mangel führen.
- Genetische Störungen: Seltene Erkrankungen wie die Ataxie mit Vitamin-E-Mangel (AVED) verhindern den normalen Transport von Vitamin E im Körper.
- Frühgeburtlichkeit: Frühgeborene verfügen über geringe Vitamin-E-Reserven und sind besonders gefährdet.
- Sehr fettarme Ernährung: Eine langfristig extrem fettarme Ernährung kann die Vitamin-E-Aufnahme reduzieren.
Symptome
Die Symptome eines Vitamin-E-Mangels entwickeln sich meist schleichend und betreffen vor allem das Nerven- und Muskelsystem:
- Periphere Neuropathie: Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Schmerzen in Händen und Füßen durch Schädigung der Nervenfasern
- Ataxie: Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, unsicheres Gehen
- Muskelschwäche (Myopathie): Verminderte Muskelkraft und Muskelschwund
- Sehstörungen: Verschlechterung des Sehvermögens durch Schädigung der Netzhaut (Retinopathie)
- Geschwächtes Immunsystem: Erhöhte Anfälligkeit für Infektionen
- Hämolyse: Vorzeitiger Abbau roter Blutkörperchen, besonders bei Neugeborenen
Diagnose
Die Diagnose eines Vitamin-E-Mangels erfolgt primär über eine Blutuntersuchung. Dabei wird der Serumspiegel von Alpha-Tocopherol gemessen. Da Vitamin E an Lipoproteine gebunden transportiert wird, sollte der Wert idealerweise in Relation zu den Gesamtlipiden oder zum Cholesterin bewertet werden. Ergänzend können neurologische Untersuchungen und gegebenenfalls genetische Tests zur Abklärung einer AVED durchgeführt werden.
Behandlung
Ernährungsanpassung
Bei leichtem Mangel kann eine gezielte Anpassung der Ernährung hilfreich sein. Gute Vitamin-E-Quellen sind:
- Pflanzliche Öle (Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl, Rapsöl)
- Nüsse und Samen (Mandeln, Haselnüsse, Sonnenblumenkerne)
- Grünes Blattgemüse (Spinat, Mangold)
- Avocado und Paprika
Supplementierung
Bei schwererem Mangel oder wenn eine Malabsorption vorliegt, ist eine Supplementierung mit Vitamin-E-Präparaten notwendig. Die Dosierung richtet sich nach der Schwere des Mangels und der Grunderkrankung. Bei AVED können sehr hohe Dosen unter ärztlicher Aufsicht erforderlich sein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Zufuhr von 11–15 mg Alpha-Tocopherol-Äquivalenten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) legt den tolerierbaren oberen Aufnahmewert für Erwachsene bei 300 mg pro Tag fest.
Behandlung der Grunderkrankung
Da ein Vitamin-E-Mangel häufig Folge einer anderen Erkrankung ist, muss stets auch die Ursache behandelt werden, um eine nachhaltige Verbesserung zu erzielen.
Risikogruppen
Besonders gefährdet für einen Vitamin-E-Mangel sind:
- Menschen mit chronischen Darmerkrankungen oder Fettmalabsorption
- Frühgeborene und Säuglinge
- Personen mit seltenen genetischen Störungen des Lipoproteinstoffwechsels
- Patienten mit schweren Lebererkrankungen
- Menschen mit sehr einseitiger, extrem fettarmer Ernährung
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Vitamin E. Bonn, 2021. Verfügbar unter: https://www.dge.de
- Traber MG. Vitamin E deficiency in humans: Causes and consequences. Free Radical Biology and Medicine. 2014;84:357-366. doi:10.1016/j.freeradbiomed.2015.04.006
- World Health Organization (WHO): Vitamin and Mineral Requirements in Human Nutrition. 2nd edition. Geneva: WHO Press, 2004.
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