Basalmembran – Aufbau, Funktion und Erkrankungen
Die Basalmembran ist eine dünne Gewebeschicht, die Zellen von darunter liegendem Bindegewebe trennt und wichtige Stützfunktionen übernimmt.
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Die Basalmembran ist eine dünne Gewebeschicht, die Zellen von darunter liegendem Bindegewebe trennt und wichtige Stützfunktionen übernimmt.
Was ist die Basalmembran?
Die Basalmembran (auch Basallamina genannt) ist eine hauchdünne, spezialisierte Schicht aus extrazellulären Matrixproteinen. Sie bildet die Grenzfläche zwischen Epithelzellen oder Endothelzellen und dem darunter liegenden Bindegewebe (Stroma). Im menschlichen Körper kommt die Basalmembran nahezu überall vor, wo Zellschichten an Bindegewebe grenzen – etwa unter der Haut, in den Nieren, in den Blutgefäßen und in den Atemwegen.
Aufbau und Zusammensetzung
Die Basalmembran besteht aus mehreren Schichten und Proteinen, die zusammen ein stabiles Netzwerk bilden:
- Laminin: Ein kreuzförmiges Glykoprotein, das für die Verankerung von Zellen essenziell ist.
- Kollagen Typ IV: Bildet ein maschenartiges Gerüst, das der Membran strukturelle Festigkeit verleiht.
- Nidogen (Entactin): Verbindet Laminin und Kollagen IV miteinander.
- Perlecan: Ein Proteoglykan, das die Filterfunction der Membran beeinflusst.
Elektronenmikroskopisch lassen sich zwei Hauptschichten unterscheiden: die Lamina rara (auch Lamina lucida, elektroarme Schicht) und die Lamina densa (elektronendichte Schicht). In manchen Geweben findet sich zusätzlich eine Lamina fibroreticularis, die aus Retikulinfasern besteht und die Membran mit dem Bindegewebe verankert.
Funktionen der Basalmembran
Die Basalmembran erfüllt im Körper vielfältige und lebenswichtige Aufgaben:
- Mechanische Stützfunktion: Sie gibt Epithelzellen Halt und verankert sie im Gewebe.
- Filterfunktion: In der Niere (Glomerulus) filtert die Basalmembran Blutbestandteile und verhindert den Durchtritt von Proteinen in den Urin.
- Zellmigration und -differenzierung: Sie steuert die Wanderung und Reifung von Zellen, zum Beispiel bei der Wundheilung.
- Barrierefunktion: Sie begrenzt das Eindringen von Krankheitserregern und Tumorzellen in tiefere Gewebeschichten.
- Signalübertragung: Proteine der Basalmembran interagieren mit Zelloberflächenrezeptoren und regulieren Zellwachstum und -überleben.
Klinische Bedeutung
Erkrankungen, bei denen die Basalmembran geschädigt oder verändert ist, können schwerwiegende Folgen haben:
Goodpasture-Syndrom
Beim Goodpasture-Syndrom richtet das Immunsystem Antikörper gegen Kollagen Typ IV in der Basalmembran der Nieren und Lungen. Dies führt zu einer schweren Glomerulonephritis (Nierenentzündung) und Lungenblutungen.
Alport-Syndrom
Das Alport-Syndrom ist eine genetisch bedingte Erkrankung, bei der Mutationen in den Genen für Kollagen IV die Basalmembran der Nieren strukturell schwächen. Die Folge sind fortschreitende Niereninsuffizienz und Hörverlust.
Diabetische Nephropathie
Bei langfristig erhöhtem Blutzucker (Diabetes mellitus) kommt es zu einer Verdickung und Funktionsstörung der glomerulären Basalmembran in der Niere, was zu Proteinurie und Nierenschäden führt.
Tumorbiologie
Bösartige Tumorzellen (Karzinome) müssen die Basalmembran durchbrechen, um in umliegendes Gewebe einzuwachsen und Metastasen zu bilden. Die Integrität der Basalmembran gilt daher als wichtiger Marker bei der Beurteilung von Tumorstadien.
Blasenbildende Hauterkrankungen
Erkrankungen wie das bullöse Pemphigoid oder die Epidermolysis bullosa betreffen die Basalmembran der Haut. Autoantikörper oder genetische Defekte führen zu einer Ablösung der Epidermis von der Dermis und zur Blasenbildung.
Diagnostik
Die Beurteilung der Basalmembran erfolgt in der Regel durch spezielle histologische und immunhistochemische Verfahren. Unter dem Elektronenmikroskop kann die Struktur der Membran direkt sichtbar gemacht werden. In der Nierendiagnostik spielt die Biopsie mit anschließender Untersuchung der glomerulären Basalmembran eine zentrale Rolle. Spezifische Antikörper gegen Basalmembranbestandteile (z. B. Anti-GBM-Antikörper) können im Blut nachgewiesen werden.
Quellen
- Bhatt DL et al. – Brenner and Rector's The Kidney, 11. Auflage, Elsevier (2020)
- Alberts B et al. – Molecular Biology of the Cell, 6. Auflage, Garland Science (2015)
- Pozzi A, Yurchenco PD, Iozzo RV – The nature and biology of basement membranes. Matrix Biology, 57-58:1-11 (2017), PubMed PMID: 27769535
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