Lactit (E966): Zuckerersatz und Abführmittel
Lactit (E966) ist ein kalorienarmer Zuckeraustauschstoff, der in der Lebensmittelindustrie und Medizin eingesetzt wird. Er hat eine milde abführende Wirkung und eignet sich für Diabetiker.
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Lactit (E966) ist ein kalorienarmer Zuckeraustauschstoff, der in der Lebensmittelindustrie und Medizin eingesetzt wird. Er hat eine milde abführende Wirkung und eignet sich für Diabetiker.
Was ist Lactit?
Lactit (auch Lactitol oder Laktit geschrieben, Lebensmittelzusatzstoff E966) ist ein Zuckeralkohol (Polyol), der aus Laktose (Milchzucker) gewonnen wird. Er wird sowohl als Süßungsmittel in der Lebensmittelindustrie als auch als Wirkstoff in der Medizin, insbesondere als mildes Abführmittel (Laxativum), eingesetzt.
Herstellung und chemische Eigenschaften
Lactit wird durch die katalytische Hydrierung von Laktose hergestellt. Es handelt sich um einen weißen, kristallinen Feststoff, der gut wasserlöslich ist. Die Süßkraft von Lactit beträgt etwa 30–40 % der Süßkraft von herkömmlichem Haushaltszucker (Saccharose). Sein Kaloriengehalt ist mit etwa 2 kcal pro Gramm deutlich geringer als der von Zucker (4 kcal/g).
Verwendung in der Lebensmittelindustrie
Lactit wird in einer Vielzahl von Lebensmitteln eingesetzt, darunter:
- Zuckerfreie Bonbons und Kaugummis
- Diätschokolade und -gebäck
- Zuckerreduzierte Backwaren
- Eiscreme und Desserts
Da Lactit den Blutzucker nur minimal beeinflusst und nicht von Bakterien im Mundraum vergoren wird, ist er besonders für Diabetiker und zur Kariesprophylaxe geeignet. Laut EU-Verordnung muss bei einem Verzehr von mehr als 10 g pro Tag der Hinweis kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken auf der Verpackung stehen.
Medizinische Anwendung als Laxativum
In der Medizin wird Lactit als osmotisches Abführmittel zur Behandlung von Verstopfung (Obstipation) eingesetzt. Es wird auch bei der Therapie der hepatischen Enzephalopathie (einer Hirnfunktionsstörung infolge von Leberversagen) verwendet, ähnlich wie das verwandte Lactulose.
Wirkmechanismus
Lactit wird im Dünndarm kaum resorbiert und gelangt weitgehend unverdaut in den Dickdarm. Dort wird es von der Darmflora (dem Mikrobiom) fermentiert. Dieser Prozess hat zwei Effekte:
- Osmotischer Effekt: Lactit bindet Wasser im Darm, was den Darminhalt aufweicht und das Stuhlvolumen erhöht.
- Mikrobiomeffekt: Die Fermentation durch Darmbakterien fördert das Wachstum nützlicher Bakterien (prebiotischer Effekt) und senkt den pH-Wert im Dickdarm.
Dosierung
Bei der medizinischen Anwendung als Laxativum beträgt die übliche Dosis für Erwachsene 10–20 g pro Tag, aufgeteilt auf mehrere Einnahmen. Die genaue Dosierung sollte jedoch immer mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.
Nebenwirkungen und Verträglichkeit
Lactit wird in der Regel gut vertragen. Bei höheren Mengen können jedoch folgende Nebenwirkungen auftreten:
Personen mit einer Laktoseintoleranz sollten beachten, dass Lactit aus Laktose gewonnen wird, obwohl der verbleibende Laktosegehalt im Endprodukt in der Regel sehr gering ist. Im Zweifelsfall empfiehlt sich eine Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ärztin.
Sicherheit und Zulassung
Lactit ist in der Europäischen Union als Lebensmittelzusatzstoff unter der Nummer E966 zugelassen und gilt als sicher (GRAS-Status in den USA). Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Lactit als unbedenklich eingestuft.
Quellen
- European Food Safety Authority (EFSA): Scientific Opinion on the re-evaluation of lactitol (E 966) as a food additive. EFSA Journal, 2011.
- Lacy BE, Mearin F, Chang L et al.: Bowel Disorders. Gastroenterology, 2016; 150(6):1393-1407.
- World Health Organization (WHO) / FAO: Compendium of Food Additive Specifications - Lactitol. JECFA Monographs, 2006.
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