Vena portae (Pfortader) – Funktion und Erkrankungen
Die Vena portae (Pfortader) ist ein großes Blutgefäß, das nährstoffreiches Blut aus dem Verdauungstrakt zur Leber transportiert.
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Die Vena portae (Pfortader) ist ein großes Blutgefäß, das nährstoffreiches Blut aus dem Verdauungstrakt zur Leber transportiert.
Was ist die Vena portae?
Die Vena portae, auch als Pfortader bekannt, ist eines der wichtigsten Blutgefäße des menschlichen Körpers. Sie ist eine große Vene, die venöses, aber nährstoff- und hormonreiches Blut aus den Bauchorganen – insbesondere aus dem Magen, Darm, der Milz und dem Pankreas (der Bauchspeicheldrüse) – zur Leber leitet. Die Leber kann so alle aufgenommenen Nährstoffe, Medikamente und potenziell schädlichen Substanzen filtern und verarbeiten, bevor sie in den großen Körperkreislauf gelangen.
Die Vena portae entsteht durch den Zusammenschluss der Vena mesenterica superior (obere Gekrösevene) und der Vena splenica (Milzvene), häufig auch unter Beteiligung der Vena mesenterica inferior (untere Gekrösevene). Sie ist etwa 6–8 cm lang und mündet an der sogenannten Leberpforte (Porta hepatis) in die Leber.
Funktion der Vena portae
Die Hauptaufgabe der Vena portae ist der Transport von Blut im sogenannten portalen Kreislauf (Pfortaderkreislauf). Dieser hat folgende zentrale Funktionen:
- Nährstofftransport: Nach der Verdauung werden Kohlenhydrate, Aminosäuren, Fettsäuren und Vitamine aus dem Darm über die Pfortader direkt zur Leber transportiert, wo sie gespeichert, umgewandelt oder weiterverteilt werden.
- Entgiftung: Die Leber filtert über die Pfortader Giftstoffe, Bakterien und Stoffwechselprodukte aus dem Blut, bevor diese in den allgemeinen Blutkreislauf gelangen.
- Hormonregulation: Insulin und Glucagon, die von der Bauchspeicheldrüse produziert werden, gelangen ebenfalls über die Pfortader zur Leber und regulieren dort den Blutzuckerspiegel.
- Medikamentenverarbeitung: Oral eingenommene Medikamente werden über den Darm aufgenommen und über die Pfortader zur Leber transportiert, wo sie einem sogenannten First-Pass-Effekt unterliegen – das bedeutet, ein Teil des Wirkstoffs wird bereits bei diesem ersten Leberpassage abgebaut.
Erkrankungen der Vena portae
Portale Hypertension (Pfortaderhochdruck)
Die häufigste Erkrankung im Zusammenhang mit der Vena portae ist die portale Hypertension, also ein erhöhter Blutdruck im Pfortadersystem. Sie entsteht meist durch eine Leberzirrhose (narbige Umwandlung des Lebergewebes), die den normalen Blutfluss durch die Leber behindert. Als Folge kann sich das Blut stauen und es können sogenannte Umgehungskreisläufe (Kollateralen) entstehen, darunter gefährliche Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen), die lebensbedrohlich bluten können.
Pfortaderthrombose
Eine Pfortaderthrombose ist ein Blutgerinnsel (Thrombus) in der Vena portae, das den Blutfluss zur Leber blockiert oder einschränkt. Sie kann akut oder chronisch verlaufen und wird durch verschiedene Faktoren begünstigt, darunter Leberzirrhose, Entzündungen im Bauchraum (z. B. Appendizitis oder Pankreatitis), Gerinnungsstörungen oder Tumorerkrankungen.
Pfortadertumoren und -kompressionen
Tumore der Leber, der Bauchspeicheldrüse oder benachbarter Organe können die Vena portae von außen einengen oder direkt in sie einwachsen, was den Blutfluss erheblich beeinträchtigt.
Diagnose von Erkrankungen der Vena portae
Erkrankungen der Vena portae werden mithilfe verschiedener bildgebender Verfahren diagnostiziert:
- Ultraschall (Sonographie): Die Dopplersonographie ermöglicht die Beurteilung des Blutflusses in der Pfortader und ist die Methode der ersten Wahl.
- Computertomographie (CT): Liefert detaillierte Schnittbilder und kann Thrombosen, Tumore oder Umgehungskreisläufe sichtbar machen.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Besonders geeignet zur Darstellung von Gefäßstrukturen und Leberveränderungen.
- Endoskopie: Zur Diagnose von Ösophagusvarizen als Folge einer portalen Hypertension.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung:
- Bei portaler Hypertension kommen Medikamente (z. B. Betablocker zur Drucksenkung), endoskopische Verfahren (Varizenligatur) oder operative Eingriffe (z. B. TIPS – transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Shunt) zum Einsatz.
- Bei Pfortaderthrombose werden gerinnungshemmende Medikamente (Antikoagulanzien) eingesetzt, um das Blutgerinnsel aufzulösen oder weiteres Wachstum zu verhindern.
- Bei tumorbedingten Einengungen ist die Behandlung des Grundleidens (z. B. Chemotherapie, Operation) entscheidend.
Quellen
- Schünke, M., Schulte, E., Schumacher, U. – Prometheus LernAtlas der Anatomie: Innere Organe. Thieme Verlag, 5. Auflage, 2018.
- European Association for the Study of the Liver (EASL) – Clinical Practice Guidelines on prevention and management of bleeding in patients with cirrhosis. Journal of Hepatology, 2022.
- Netter, F. H. – Atlas of Human Anatomy, 7th Edition. Elsevier, 2019.
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