Osteomalazie: Ursachen, Symptome & Behandlung
Osteomalazie ist eine Erkrankung, bei der die Knochen weich und bruchgefährdet werden, weil sie nicht ausreichend mineralisiert sind. Ursache ist häufig ein Mangel an Vitamin D, Kalzium oder Phosphat.
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Osteomalazie ist eine Erkrankung, bei der die Knochen weich und bruchgefährdet werden, weil sie nicht ausreichend mineralisiert sind. Ursache ist häufig ein Mangel an Vitamin D, Kalzium oder Phosphat.
Was ist Osteomalazie?
Osteomalazie bezeichnet eine Erkrankung des Skelettsystems, bei der die Knochen trotz normaler Knochenmasse nicht ausreichend mineralisiert werden. Das bedeutet, dass das Knochengerüst zwar vorhanden ist, jedoch zu wenig Kalzium und Phosphat eingelagert wird – die Knochen werden dadurch weich, biegsam und bruchanfällig. Der Begriff stammt aus dem Griechischen: osteon (Knochen) und malakia (Weichheit). Bei Kindern wird diese Erkrankung als Rachitis bezeichnet.
Ursachen
Die häufigste Ursache der Osteomalazie ist ein Vitamin-D-Mangel, da Vitamin D für die Aufnahme von Kalzium und Phosphat aus dem Darm essenziell ist. Weitere Ursachen umfassen:
- Kalzium- oder Phosphatmangel durch unzureichende Ernährung oder Malabsorption
- Nierenerkrankungen, die die Aktivierung von Vitamin D oder die Phosphatrückresorption beeinträchtigen
- Lebererkrankungen, die den Vitamin-D-Stoffwechsel stören
- Malabsorptionssyndrome wie Zöliakie oder Morbus Crohn
- Bestimmte Medikamente, z. B. Antiepileptika oder langfristig eingenommene Kortikosteroide
- Tumoren, die Phosphat-regulierende Hormone produzieren (tumorinduzierte Osteomalazie)
- Seltene genetische Erkrankungen, die den Phosphatstoffwechsel betreffen
Symptome
Die Symptome der Osteomalazie entwickeln sich oft schleichend und werden zunächst leicht übersehen. Typische Beschwerden sind:
- Knochenschmerzen, vor allem in Rücken, Hüfte, Becken, Beinen und Rippen
- Muskelschwäche, besonders in den Oberschenkeln und im Beckenbereich
- Erhöhte Knochenbrüchigkeit (Frakturen bei geringen Belastungen)
- Watscheliger oder erschwerter Gang
- Allgemeine Müdigkeit und Erschöpfung
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen (bei Kalziummangel)
Diagnose
Die Diagnose der Osteomalazie erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Labordiagnostik und bildgebenden Verfahren:
- Blutuntersuchungen: Bestimmung von Vitamin D (25-OH-Vitamin D), Kalzium, Phosphat, alkalischer Phosphatase (erhöht bei Osteomalazie) und Parathormon
- Urinuntersuchung: Messung der Kalzium- und Phosphatausscheidung
- Röntgenaufnahmen: Typische Befunde sind sogenannte Looser-Umbauzonen (pseudofrakturähnliche Aufhellungslinien im Knochen)
- Knochendichtemessung (DXA): Zum Ausschluss einer Osteoporose
- Knochenbiopsie: Im unklaren Fall zur direkten Beurteilung der Mineralisierung des Knochengewebes
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
Vitamin-D-Mangel
Bei der häufigsten Form wird Vitamin D (Cholecalciferol, Vitamin D3) in therapeutischer Dosierung substituiert, häufig kombiniert mit Kalziumpräparaten. Die Dosierung richtet sich nach dem Schweregrad des Mangels und wird ärztlich überwacht. Bei Erkrankungen, die die Vitamin-D-Aktivierung beeinträchtigen (z. B. Nieren- oder Lebererkrankungen), werden aktive Vitamin-D-Metabolite wie Calcitriol eingesetzt.
Phosphatmangel
Liegt ein Phosphatmangel vor, erfolgt eine Substitution mit Phosphatsalzen, ggf. kombiniert mit aktivem Vitamin D.
Grunderkrankung behandeln
Wenn die Osteomalazie auf eine andere Grunderkrankung zurückzuführen ist, muss diese zuerst behandelt werden – beispielsweise eine glutenfreie Diät bei Zöliakie oder eine angepasste Nierenersatztherapie bei Niereninsuffizienz.
Allgemeine Maßnahmen
- Regelmäßige Sonnenexposition zur Förderung der körpereigenen Vitamin-D-Synthese
- Vitamin-D-reiche Ernährung (fetter Fisch, Eier, angereicherte Lebensmittel)
- Physiotherapie zur Kräftigung der Muskulatur und Sturzprophylaxe
Prognose
Bei frühzeitiger Diagnose und gezielter Behandlung ist die Prognose der Osteomalazie in den meisten Fällen gut. Die Knochenmineralisierung erholt sich unter adäquater Therapie meist vollständig. Unbehandelt kann die Erkrankung zu dauerhaften Knochendeformitäten und einem erhöhten Frakturrisiko führen.
Quellen
- Bhatt DL et al. – Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE): Vitamin-D-Mangel und Osteomalazie (2020)
- Compston J, Cooper A, Cooper C et al. – UK clinical guideline for the prevention and treatment of osteoporosis. Archives of Osteoporosis, 2017
- Holick MF – Vitamin D Deficiency. New England Journal of Medicine, 357(3):266–281, 2007
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