Vasodilationsmarker – Definition und Bedeutung
Vasodilationsmarker sind messbare biologische Parameter, die eine Erweiterung der Blutgefäße anzeigen. Sie spielen in der Diagnostik von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine wichtige Rolle.
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Vasodilationsmarker sind messbare biologische Parameter, die eine Erweiterung der Blutgefäße anzeigen. Sie spielen in der Diagnostik von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine wichtige Rolle.
Was sind Vasodilationsmarker?
Vasodilationsmarker sind biologische Messgrößen – sogenannte Biomarker –, die eine Erweiterung (Dilatation) der Blutgefäße anzeigen oder mit ihr in Zusammenhang stehen. Die Vasodilatation ist ein physiologischer Prozess, bei dem sich die glatte Muskulatur in den Gefäßwänden entspannt, wodurch sich der Gefäßdurchmesser vergrößert, der Blutfluss zunimmt und der Blutdruck sinkt. Vasodilationsmarker können im Blut, im Urin oder durch bildgebende Verfahren erfasst werden.
Bedeutung und klinische Relevanz
Die Messung von Vasodilationsmarkern ist klinisch bedeutsam, weil eine gestörte Gefäßerweiterung (endotheliale Dysfunktion) ein frühes Zeichen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose, Hypertonie oder koronare Herzkrankheit sein kann. Vasodilationsmarker helfen Ärzten dabei, das kardiovaskuläre Risiko eines Patienten besser einzuschätzen, Therapien zu überwachen und den Behandlungserfolg zu messen.
Wichtige Vasodilationsmarker im Überblick
Stickstoffmonoxid (NO)
Stickstoffmonoxid ist der wichtigste endogen produzierte Vasodilatator. Es wird von den Endothelzellen der Gefäßinnenwand gebildet und bewirkt eine Entspannung der glatten Gefäßmuskulatur. Niedrige NO-Spiegel gelten als Hinweis auf eine eingeschränkte Gefäßfunktion. Indirekter Nachweis erfolgt häufig über die Messung von Nitrit und Nitrat im Blut oder Urin.
Prostacyclin (PGI2)
Prostacyclin ist ein Eicosanoid, das von Endothelzellen synthetisiert wird. Es wirkt stark gefäßerweiternd und hemmt gleichzeitig die Thrombozytenaggregation. Sein Abbauprodukt 6-Keto-PGF1α wird als Marker für die Prostacyclin-Aktivität im Blut gemessen.
Endothelin-1 (ET-1)
Obwohl Endothelin-1 primär ein Vasokonstriktor ist, dient seine Messung im Kontext des Gleichgewichts zwischen Vasodilatation und Vasokonstriktion als wichtiger Marker. Erhöhte ET-1-Spiegel deuten auf eine gestörte Gefäßregulation hin und sind mit kardiovaskulären Erkrankungen sowie pulmonaler Hypertonie assoziiert.
Atriales natriuretisches Peptid (ANP) und BNP
ANP (atriales natriuretisches Peptid) und BNP (B-Typ natriuretisches Peptid) werden vom Herzen bei erhöhter Wandspannung freigesetzt. Beide Peptide fördern die Vasodilatation und die Natriumausscheidung über die Nieren. Besonders NT-proBNP (ein stabiles Abbauprodukt von BNP) ist ein etablierter klinischer Marker für Herzinsuffizienz und Gefäßbelastung.
Adrenomedullin
Adrenomedullin ist ein vasoaktives Peptidhormon, das von verschiedenen Geweben, darunter Endothelzellen und glatte Muskelzellen, produziert wird. Es wirkt stark gefäßerweiternd und blutdrucksenkend. Erhöhte Adrenomedullin-Spiegel finden sich bei Herzinsuffizienz, Sepsis und pulmonaler Hypertonie.
Flussvermittelte Dilatation (FMD)
Die flussvermittelte Dilatation (engl. flow-mediated dilation, FMD) ist kein Blutmarker im engeren Sinne, sondern ein funktioneller Messwert, der mittels Ultraschall die Fähigkeit der Arteria brachialis (Oberarmarterie) zur Erweiterung nach einer kurzen Blutdruckmanschetten-Okklusion misst. Die FMD gilt als Goldstandard zur nicht-invasiven Beurteilung der endothelialen Funktion und damit der Vasodilationsfähigkeit.
Diagnose und Messung
Vasodilationsmarker werden je nach Art auf unterschiedliche Weise bestimmt:
- Blutentnahme: Bestimmung von NO-Metaboliten, Prostacyclin-Abbauprodukten, Endothelin-1, ANP, BNP/NT-proBNP und Adrenomedullin im Serum oder Plasma.
- Urinanalyse: Messung von NO-Metaboliten (Nitrit/Nitrat) und Prostacyclin-Metaboliten.
- Ultraschall (Doppler): Messung der flussvermittelten Dilatation (FMD) an peripheren Arterien.
- Plethysmographie: Messung des Blutflusses in den Gliedmaßen zur indirekten Beurteilung der Vasodilatation.
Klinische Anwendungsgebiete
Vasodilationsmarker werden in folgenden medizinischen Bereichen eingesetzt:
- Risikostratifizierung bei kardiovaskulären Erkrankungen
- Diagnose und Verlaufskontrolle der Herzinsuffizienz
- Beurteilung der endothelialen Dysfunktion bei Diabetes mellitus
- Überwachung der Therapie bei pulmonaler arterieller Hypertonie
- Forschung zu entzündlichen Gefäßerkrankungen und Sepsis
Quellen
- Förstermann U., Sessa W.C. - Nitric oxide synthases: regulation and function. European Heart Journal, 2012; 33(7): 829-837. PubMed PMID: 21890489.
- Lüscher T.F., Barton M. - Biology of the endothelium. Clinical Cardiology, 1997; 20(11 Suppl 2): II-3–10.
- World Health Organization (WHO) - Global Atlas on Cardiovascular Disease Prevention and Control. WHO Press, Geneva, 2011.
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