Viscum album – Mistelextrakt in der Medizin
Viscum album, die weißbeerige Mistel, ist eine halbparasitäre Pflanze, deren Extrakte in der Komplementärmedizin, insbesondere als begleitende Krebstherapie, eingesetzt werden.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um GesundheitWissenswertes über "Viscum album (Weißbeerige Mistel)"
Viscum album, die weißbeerige Mistel, ist eine halbparasitäre Pflanze, deren Extrakte in der Komplementärmedizin, insbesondere als begleitende Krebstherapie, eingesetzt werden.
Was ist Viscum album?
Viscum album, bekannt als weißbeerige Mistel, ist eine halbparasitäre Pflanzengattung aus der Familie der Santalaceae. Sie wächst auf verschiedenen Wirtsbäumen wie Apfel, Kiefer, Eiche oder Pappel und ist in Europa, Asien und Nordafrika weit verbreitet. In der Volksmedizin wird die Mistel seit Jahrhunderten verwendet. Heute sind standardisierte Mistelextrakte als Arzneimittel zugelassen und werden vor allem als ergänzende Behandlung bei Krebserkrankungen eingesetzt.
Wirkstoffe und Wirkmechanismus
Die biologische Wirkung von Viscum album wird auf mehrere bioaktive Inhaltsstoffe zurückgeführt:
- Mistellektine (ML I, ML II, ML III): Glykoproteine, die als immunmodulatorisch und zytotoxisch (zellschädigend gegenüber Tumorzellen) gelten.
- Viscotoxine: Kleine Proteine mit zellschädigenden Eigenschaften.
- Polysaccharide: Fördern die Aktivität des Immunsystems.
- Flavonoide und Phenylpropane: Antioxidativ wirkende Pflanzenstoffe.
Die Mistellektine gelten als Hauptwirkstoffe. Sie können die Apoptose (programmierten Zelltod) von Tumorzellen einleiten, die Immunabwehr stimulieren und entzündungshemmend wirken. Zudem wird eine antiangiogenetische Wirkung diskutiert, also die Hemmung der Blutgefäßneubildung in Tumoren.
Medizinische Anwendung
Komplementäre Krebstherapie
Mistelextrakte werden in Deutschland und weiteren europäischen Ländern als begleitende Therapie bei Krebserkrankungen eingesetzt. Ziel ist es, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern, Nebenwirkungen einer konventionellen Chemo- oder Strahlentherapie zu lindern und das Immunsystem zu stärken. Bekannte Präparate sind unter anderem Iscador, Helixor und Abnobaviscum.
Verabreichung
Mistelextrakte werden in der Regel als subkutane Injektion (unter die Haut) verabreicht, häufig mehrmals wöchentlich. Die Dosierung wird individuell angepasst und richtet sich nach der Verträglichkeit und dem Ansprechen des Patienten.
Weitere Anwendungsgebiete
In der Volksmedizin wurde Viscum album traditionell auch bei Bluthochdruck, Arteriosklerose und zur allgemeinen Stärkung des Organismus eingesetzt. Diese Anwendungen sind jedoch wissenschaftlich weniger gut belegt.
Wirksamkeit und wissenschaftliche Evidenz
Die Studienlage zur Misteltherapie ist heterogen. Einige klinische Studien zeigen positive Effekte auf die Lebensqualität und das Wohlbefinden von Krebspatienten. Die Evidenz für eine direkte tumorhemmende Wirkung beim Menschen ist jedoch bislang nicht ausreichend gesichert. Internationale Fachgesellschaften empfehlen die Misteltherapie daher nicht als Standardtherapie, schließen sie aber auch nicht grundsätzlich aus, sofern sie als Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung eingesetzt wird.
Nebenwirkungen und Risiken
Mistelextrakte werden im Allgemeinen gut vertragen. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
- Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle (Rötung, Schwellung, Juckreiz)
- Leichtes Fieber, besonders zu Beginn der Therapie
- Grippeähnliche Symptome
- Selten: allergische Reaktionen
Rohes Mistelkraut und insbesondere die Beeren von Viscum album sind giftig und dürfen nicht eigenständig konsumiert werden. Medizinische Anwendungen sollten ausschließlich mit standardisierten, zugelassenen Extrakten unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
Wechselwirkungen
Patienten, die Immunsuppressiva einnehmen oder eine immunologische Erkrankung haben, sollten die Misteltherapie nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden, da Mistellektine das Immunsystem stimulieren und bestehende Therapien beeinflussen können.
Quellen
- Kienle GS, Kiene H. Die Mistel in der Onkologie: Fakten und konzeptionelle Grundlagen. Schattauer Verlag, Stuttgart, 2003.
- Ostermann T et al. - Mistletoe therapy in oncology: a systematic review. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2020.
- World Health Organization (WHO) - Monographs on Selected Medicinal Plants, Vol. 4, Geneva, 2009.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieAmlodipin
Vorhofflimmern
Zahnfleischbluten
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Viscum album + Mistel + Mistelextrakt + Iscador + Helixor + Abnobaviscum