Morbus Basedow – Ursachen, Symptome & Behandlung
Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die zu einer Überfunktion führt. Typische Zeichen sind Kropf, Herzrasen und Augenprobleme.
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Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die zu einer Überfunktion führt. Typische Zeichen sind Kropf, Herzrasen und Augenproblem.
Was ist Morbus Basedow?
Morbus Basedow (auch Basedow-Krankheit genannt) ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise Antikörper gegen die eigene Schilddrüse bildet. Diese Antikörper – sogenannte TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK) – stimulieren die Schilddrüse dauerhaft und unkontrolliert, sodass sie zu viele Schilddrüsenhormone (Thyroxin T4 und Trijodthyronin T3) produziert. Dies führt zu einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Morbus Basedow ist die häufigste Ursache einer Hyperthyreose in Deutschland und tritt bevorzugt bei Frauen im mittleren Lebensalter auf.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genaue Ursache von Morbus Basedow ist nicht vollständig geklärt. Es handelt sich um ein Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren:
- Genetische Faktoren: Familiäre Häufung ist bekannt; bestimmte HLA-Gene erhöhen das Erkrankungsrisiko.
- Geschlecht: Frauen erkranken etwa 5- bis 10-mal häufiger als Männer.
- Stress: Psychischer oder körperlicher Stress kann die Erkrankung auslösen oder verschlimmern.
- Rauchen: Erhöht das Risiko und begünstigt insbesondere die Augenbeteiligung (endokrine Orbitopathie).
- Infektionen: Virale oder bakterielle Infektionen können als Trigger wirken.
- Jodexposition: Übermäßige Jodzufuhr kann bei Veranlagten eine Überfunktion auslösen.
Symptome
Die Symptome entstehen durch den Überschuss an Schilddrüsenhormonen sowie durch die Autoimmunreaktion selbst. Typische Beschwerden umfassen:
- Herzrasen und Herzrhythmusstörungen (Palpitationen, Tachykardie)
- Gewichtsverlust trotz gesteigertem Appetit
- Nervosität, Reizbarkeit und innere Unruhe
- Wärmeintoleranz und übermäßiges Schwitzen
- Feinschlägiger Tremor (Zittern der Hände)
- Schlafstörungen
- Kropf (Struma): Vergrößerung der Schilddrüse, sichtbar oder tastbar am Hals
- Endokrine Orbitopathie: Hervortreten der Augäpfel (Exophthalmus), gereizte oder tränende Augen – ein charakteristisches Zeichen bei Morbus Basedow
- Durchfall oder häufiger Stuhlgang
- Muskelschwäche und Erschöpfung
Diagnose
Die Diagnose von Morbus Basedow erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Labordiagnostik und bildgebenden Verfahren:
Laboruntersuchungen
- TSH-Wert: Bei Hyperthyreose erniedrigt oder nicht messbar
- Freies T3 und T4: Erhöhte Werte bestätigen die Überfunktion
- TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper): Positiver Befund ist beweisend für Morbus Basedow
Bildgebung
- Schilddrüsensonographie: Zeigt eine vergrößerte, typisch echoarme Schilddrüse mit gesteigerter Durchblutung
- Szintigraphie: Erhöhte Aufnahme von radioaktivem Jod in der gesamten Schilddrüse
Behandlung
Morbus Basedow kann mit verschiedenen Therapieansätzen behandelt werden. Das Ziel ist es, die Schilddrüsenhormonproduktion zu normalisieren und die Autoimmunreaktion zu dämpfen.
Thyreostatische Therapie (Medikamente)
Thyreostatika wie Thiamazol oder Carbimazol hemmen die Schilddrüsenhormonproduktion. Sie werden meist über 12–18 Monate eingenommen. Bei etwa 50 % der Patienten kommt es nach Absetzen zu einem Rückfall.
Radiojodtherapie
Radioaktives Jod (Jod-131) wird geschluckt und reichert sich gezielt in der Schilddrüse an, wo es das Gewebe zerstört. Die Methode ist wirksam und schonend, führt aber häufig zu einer dauerhaften Schilddrüsenunterfunktion, die dann mit Hormontabletten ausgeglichen wird.
Operative Therapie (Thyreoidektomie)
Bei sehr großem Kropf, schwerer Orbitopathie oder Wunsch nach schneller Normalisierung kann die Schilddrüse operativ teilweise oder vollständig entfernt werden. Auch hier ist eine lebenslange Hormonersatztherapie die Folge.
Behandlung der endokrinen Orbitopathie
Bei Augenbeteiligung werden Kortikosteroide, Selen sowie in schweren Fällen eine Bestrahlung der Augenhöhlen oder eine Orbitadekompressionsoperation eingesetzt. Rauchen sollte unbedingt eingestellt werden, da es den Verlauf der Augenerkrankung deutlich verschlechtert.
Verlauf und Prognose
Morbus Basedow ist eine chronische Erkrankung, die jedoch bei vielen Betroffenen gut behandelbar ist. Mit konsequenter Therapie können die Symptome gut kontrolliert werden. Bei einem Teil der Patienten tritt eine spontane Remission auf. Regelmäßige Verlaufskontrollen beim Endokrinologen oder Internisten sind wichtig.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) – Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Morbus Basedow, 2020.
- Kahaly GJ et al. – European Thyroid Association Guideline for the Management of Graves Hyperthyroidism. European Thyroid Journal, 2018.
- Herold G et al. – Innere Medizin. Eigenverlag, Köln, 2023.
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