Saugglockengeburt – Ablauf, Risiken & Nachsorge
Die Saugglockengeburt ist eine geburtsmedizinische Methode, bei der eine Saugglocke am kindlichen Kopf befestigt wird, um die Geburt zu unterstützen.
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Die Saugglockengeburt ist eine geburtsmedizinische Methode, bei der eine Saugglocke am kindlichen Kopf befestigt wird, um die Geburt zu unterstützen.
Was ist eine Saugglockengeburt?
Die Saugglockengeburt, auch Vakuumextraktion genannt, ist ein geburtshilfliches Verfahren, bei dem eine spezielle Saugglocke (Vakuumglocke) am Kopf des Kindes befestigt wird, um den Geburtsvorgang zu unterstützen oder zu beschleunigen. Mithilfe eines Unterdrucks wird die Glocke am Kopf fixiert, und der Geburtshelfer zieht das Kind sanft durch den Geburtskanal. Dieses Verfahren gehört zu den sogenannten operativen vaginalen Entbindungsmethoden.
Wann wird eine Saugglockengeburt eingesetzt?
Eine Saugglockengeburt wird eingesetzt, wenn die natürliche Geburt ins Stocken geraten ist oder Mutter bzw. Kind unter Stress stehen. Typische Indikationen sind:
- Verzögerung in der Austreibungsphase (zweite Geburtsphase)
- Erschöpfung der Mutter und eingeschränkte Pressfähigkeit
- Anzeichen von fetal distress (kindliche Herzfrequenzveränderungen, die auf Sauerstoffmangel hindeuten)
- Bestimmte Herzerkrankungen der Mutter, bei denen starkes Pressen vermieden werden soll
- Notwendigkeit einer schnellen Entbindung ohne Kaiserschnitt
Voraussetzungen und Kontraindikationen
Damit eine Saugglockengeburt durchgeführt werden kann, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:
- Der Muttermund muss vollständig geöffnet sein (10 cm)
- Die Fruchtblase muss geplatzt sein
- Der kindliche Kopf muss tief genug im Becken stehen
- Die genaue Position des kindlichen Kopfes muss bekannt sein
Kontraindikationen (Gegenanzeigen) umfassen unter anderem ein Gestationsalter unter 34 Wochen, bestimmte Blutgerinnungsstörungen des Kindes sowie Gesichts- oder Steißlagen.
Ablauf des Verfahrens
Der Geburtshelfer oder die Geburtshelferin setzt die Saugglocke am kindlichen Kopf an, meist an der sogenannten Leitlinie (dem idealen Ansatzpunkt). Anschließend wird ein Unterdruck (Vakuum) aufgebaut, der die Glocke am Kopf fixiert. Während einer Wehe und gleichzeitigem Pressen der Mutter zieht der Geburtshelfer sanft, um das Kind durch den Geburtskanal zu führen. Das Verfahren wird in der Regel innerhalb von drei bis fünf Kontraktionen abgeschlossen. Falls kein Fortschritt erzielt wird, muss auf einen Kaiserschnitt umgestellt werden.
Risiken und mögliche Komplikationen
Wie jede medizinische Intervention birgt auch die Saugglockengeburt Risiken, die jedoch bei sachgemäßer Durchführung gering sind:
Risiken für das Kind
- Geburtsgeschwulst (Kopfhautödem): Eine vorübergehende Schwellung an der Ansatzstelle der Glocke, die sich in der Regel innerhalb weniger Tage von selbst zurückbildet
- Kephalohämatom: Eine Blutansammlung zwischen Schädelknochen und Knochenhaut, die meist harmlos ist und sich selbst auflöst
- Seltene, aber ernstere Komplikationen: subgaleale Blutung (Blutung unterhalb der Kopfschwarte), intrakranielle Blutung
- Netzhautblutungen (meist ohne Langzeitfolgen)
Risiken für die Mutter
- Dammrisse oder Schnittverletzungen im Geburtskanal
- Erhöhtes Risiko für Beckenbodenverletzungen
- Schmerzen und Schwellungen im Dammbereich nach der Geburt
Nachsorge und Erholung
Nach einer Saugglockengeburt werden Mutter und Kind sorgfältig überwacht. Beim Neugeborenen wird der Kopf regelmäßig auf Schwellungen oder Verfärbungen kontrolliert. Eine Geburtsgeschwulst bildet sich in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden zurück, ein Kephalohämatom kann einige Wochen benötigen. Die Mutter erhält bei Bedarf Schmerzmittel und Unterstützung bei der Wundheilung. In den meisten Fällen verläuft die Erholung komplikationslos.
Saugglockengeburt im Vergleich zu anderen Methoden
Die Saugglockengeburt wird häufig der Zangengeburt (Forceps-Entbindung) vorgezogen, da sie in der Regel mit weniger mütterlichen Verletzungen verbunden ist. Jedoch ist die Zangengeburt bei bestimmten Lagen des Kindes besser geeignet. Beide Methoden sind Alternativen zum Kaiserschnitt, wenn eine schnelle vaginale Entbindung medizinisch notwendig ist.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Leitlinie zur vaginalen operativen Entbindung, 2020.
- World Health Organization (WHO): Managing Complications in Pregnancy and Childbirth. WHO Press, Genf, 2017.
- Cunningham FG et al.: Williams Obstetrics, 25. Auflage. McGraw-Hill Education, 2018.
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