Viszeralreflextherapie – Wirkung & Anwendung
Die Viszeralreflextherapie ist eine manuelle Therapieform, die über gezielte Reflexzonen am Körper innere Organe positiv beeinflusst und Beschwerden wie Verdauungsprobleme oder Rückenschmerzen lindern soll.
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Die Viszeralreflextherapie ist eine manuelle Therapieform, die über gezielte Reflexzonen am Körper innere Organe positiv beeinflusst und Beschwerden wie Verdauungsprobleme oder Rückenschmerzen lindern soll.
Was ist Viszeralreflextherapie?
Die Viszeralreflextherapie ist eine manuelle Behandlungsmethode, die auf der Annahme basiert, dass innere Organe (Viszera) über nervale Reflexbahnen mit bestimmten Bereichen von Haut, Muskeln und Bindegewebe in Verbindung stehen. Durch gezielte manuelle Reize an diesen Reflexzonen soll eine regulierende Wirkung auf die betroffenen Organe erzielt werden. Die Methode verbindet Elemente der Osteopathie, der Reflexzontherapie und der viszeralen Manipulation.
Grundlagen und Wirkmechanismus
Das theoretische Fundament der Viszeralreflextherapie stützt sich auf das Konzept der viszero-somatischen und somato-viszeralen Reflexe. Diese Reflexbögen verlaufen über das vegetative Nervensystem und verbinden innere Organe mit Muskeln, Faszien und Hautarealen.
- Viszero-somatische Reflexe: Erkrankungen oder Funktionsstörungen eines inneren Organs können Verspannungen, Schmerzen oder Veränderungen in bestimmten Körperbereichen hervorrufen – bekannt als Head-Zonen oder Mackenzie-Zonen.
- Somato-viszerale Reflexe: Umgekehrt können manuelle Reize an Muskeln, Faszien oder der Haut über dieselben Reflexbahnen die Organfunktion beeinflussen.
- Vegetatives Nervensystem: Das Zusammenspiel von Sympathikus und Parasympathikus spielt eine zentrale Rolle, da es die Organfunktionen reguliert und durch gezielte Reize moduliert werden kann.
Anwendungsgebiete
Die Viszeralreflextherapie wird bei einer Vielzahl von Beschwerdebildern eingesetzt, sowohl bei funktionellen als auch bei chronischen Erkrankungen:
- Verdauungsstörungen wie Blähungen, Verstopfung und Reizdarm
- Chronische Rückenschmerzen und Wirbelsäulenbeschwerden
- Beckenbodendysfunktionen und gynäkologische Beschwerden
- Menstruationsbeschwerden und Hormonstörungen
- Funktionelle Magen- und Darmbeschwerden
- Harnblasenbeschwerden und Inkontinenz
- Stress bedingte Beschwerden und Erschöpfungszustände
Ablauf einer Behandlung
Eine Sitzung der Viszeralreflextherapie beginnt in der Regel mit einer ausführlichen Anamnese, bei der die behandelnde Fachperson die Beschwerden, Vorerkrankungen und Lebensgewohnheiten des Patienten erfragt. Anschließend wird der Körper systematisch auf Spannungsmuster, Druckschmerzhaftigkeiten und Reflexzonenveränderungen untersucht.
Die eigentliche Behandlung erfolgt durch sanfte, gezielte manuelle Griffe an definierten Reflexzonen des Bauches, des Rückens, der Extremitäten oder der Haut. Ziel ist es, Spannungen zu lösen, die Durchblutung zu fördern und die vegetative Regulation der Organe zu verbessern. Eine Behandlungssitzung dauert üblicherweise zwischen 45 und 60 Minuten.
Abgrenzung zu verwandten Methoden
Die Viszeralreflextherapie ist von verwandten, aber eigenständigen Methoden abzugrenzen:
- Viszerale Osteopathie: Setzt direkt an den Organen und deren Aufhängebändern (Ligamente, Faszien) an und beeinflusst deren Mobilität und Motilität.
- Fußreflexzonenmassage: Arbeitet ausschließlich an Reflexzonen des Fußes und leitet darüber Reize zu Organen weiter.
- Klassische Massage: Wirkt primär auf Muskeln und Weichteilgewebe, ohne gezielt den Organ-Reflex-Zusammenhang zu adressieren.
Wissenschaftliche Evidenz
Die Viszeralreflextherapie ist eine komplementärmedizinische Methode. Die wissenschaftliche Datenlage ist bislang begrenzt, einzelne Studien und klinische Beobachtungen deuten jedoch auf positive Effekte bei funktionellen Verdauungsbeschwerden, chronischen Schmerzen und stressbedingten Symptomen hin. Weitere gut konzipierte klinische Studien sind erforderlich, um die Wirksamkeit in verschiedenen Anwendungsbereichen umfassend zu belegen. Patienten sollten die Methode stets ergänzend zu einer schulmedizinischen Behandlung und nach Rücksprache mit ihrem Arzt anwenden.
Kontraindikationen
Wie bei jeder manuellen Therapie gibt es Situationen, in denen die Viszeralreflextherapie nicht angewendet werden sollte:
- Akute entzündliche Erkrankungen der Bauchorgane (z. B. Appendizitis, Pankreatitis)
- Frische Operationswunden im Bauchbereich
- Bekannte Tumorerkrankungen im Behandlungsgebiet
- Schwangerschaft (ohne ausdrückliche Freigabe durch den Arzt)
- Schwere Gerinnungsstörungen
Quellen
- Barral, J.-P. & Mercier, P. (2005). Viszerale Manipulation. Urban & Fischer Verlag, München.
- Hebgen, E. (2011). Viszeralosteopathie – Grundlagen und Techniken. Thieme Verlag, Stuttgart.
- Schleip, R. & Huijing, P. (2012). Fascia: The Tensional Network of the Human Body. Churchill Livingstone, Edinburgh.
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