Vagina (Scheide) – Anatomie, Funktion & Gesundheit
Die Vagina (Scheide) ist ein muskulöser Kanal des weiblichen Genitaltrakts, der die Gebärmutter mit der äußeren Körperoberfläche verbindet und zentrale reproduktive sowie sexuelle Funktionen erfüllt.
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Die Vagina (Scheide) ist ein muskulöser Kanal des weiblichen Genitaltrakts, der die Gebärmutter mit der äußeren Körperoberfläche verbindet und zentrale reproduktive sowie sexuelle Funktionen erfüllt.
Was ist die Vagina?
Die Vagina, im deutschen Sprachgebrauch auch als Scheide bezeichnet, ist ein muskulös-elastischer Schlauch im weiblichen Becken. Sie verbindet den Gebärmutterhals (Zervix) mit dem äußeren Genitale (Vulva) und erfüllt zentrale Aufgaben in der Reproduktion, beim Menstruationsfluss sowie beim Geschlechtsverkehr. Die Vagina ist im Durchschnitt etwa 7–12 cm lang und kann sich durch ihre Dehnbarkeit erheblich weiten, zum Beispiel während der Geburt.
Anatomie und Aufbau
Die Vaginalwand besteht aus mehreren Schichten:
- Mukosa: Die innerste Schicht ist mit einem nicht verhornendem Plattenepithel ausgekleidet, das in charakteristischen Querfalten (Rugae) angeordnet ist.
- Muskularis: Eine mittlere Muskelschicht ermöglicht die Dehnbarkeit und Kontraktionsfähigkeit der Vagina.
- Adventitia: Die äußerste Bindegewebsschicht verbindet die Vagina mit den umliegenden Beckenorganen.
Die Vagina wird von einem natürlichen Milieu aufrechterhalten, das durch Laktobazillen (Milchsäurebakterien) geprägt ist. Diese halten den vaginalen pH-Wert leicht sauer (ca. 3,8–4,5) und schützen so vor Infektionen durch Krankheitserreger.
Funktionen der Vagina
- Reproduktive Funktion: Die Vagina nimmt beim Geschlechtsverkehr den Penis auf und leitet Spermien zur Gebärmutter weiter.
- Menstruation: Das Menstrualblut und abgestoßenes Gebärmutterschleimhautgewebe werden durch die Vagina nach außen abgeleitet.
- Geburtskanal: Während der Geburt dient die Vagina als Geburtskanal für das Kind.
- Sexuelle Funktion: Die Vagina ist reich an sensiblen Nervenendigungen und spielt eine wichtige Rolle beim sexuellen Erleben der Frau.
Häufige Erkrankungen der Vagina
Vaginitis (Scheidenentzündung)
Die Vaginitis ist eine Entzündung der Vaginalschleimhaut, die durch Bakterien, Pilze (z. B. Candida albicans) oder Parasiten (z. B. Trichomonas vaginalis) verursacht werden kann. Typische Symptome sind Juckreiz, Brennen, veränderte Ausfluss-Beschaffenheit und unangenehmer Geruch.
Bakterielle Vaginose
Bei der bakteriellen Vaginose kommt es zu einem Ungleichgewicht der vaginalen Bakterienflora, bei dem die Laktobazillen von anderen Bakterienarten verdrängt werden. Dies führt zu einem erhöhten pH-Wert und typischem fischigem Geruch des Ausflusses.
Vaginismus
Der Vaginismus ist eine unwillkürliche Verkrampfung der Beckenbodenmuskulatur rund um die Vagina, die den Geschlechtsverkehr oder gynäkologische Untersuchungen schmerzhaft oder unmöglich machen kann. Ursachen können psychischer oder organischer Natur sein.
Vaginalatrophie
Die Vaginalatrophie (atrophische Vaginitis) tritt häufig nach der Menopause auf, wenn der Östrogenspiegel sinkt. Die Vaginalschleimhaut wird dünner, trockener und weniger elastisch, was zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und erhöhter Infektionsanfälligkeit führen kann.
Diagnose und Untersuchung
Gynäkologische Untersuchungen der Vagina erfolgen in der Regel mittels Spekulumuntersuchung, bei der ein Spekulum (Scheidenspiegel) eingeführt wird, um die Vaginalwände und den Gebärmutterhals zu beurteilen. Abstriche können zur mikrobiologischen Analyse entnommen werden. Ergänzend können bildgebende Verfahren wie Ultraschall eingesetzt werden.
Pflege und Gesundheit der Vagina
Die Vagina ist ein selbstreinigendes Organ. Übermäßige Intimhygiene, insbesondere mit parfümierten Produkten oder Scheidenspülungen, kann das natürliche Gleichgewicht der Vaginalflora stören und Infektionen begünstigen. Empfohlen wird die schonende Reinigung des äußeren Genitales (Vulva) mit warmem Wasser oder milden, pH-neutralen Produkten.
Quellen
- Stauber, M. & Weyerstahl, T. (2013). Gynäkologie und Geburtshilfe. Georg Thieme Verlag.
- World Health Organization (WHO). Reproductive Health. Verfügbar unter: https://www.who.int/health-topics/sexual-and-reproductive-health
- Sobotta, J. (2022). Sobotta Atlas der Anatomie des Menschen. Urban & Fischer Verlag.
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