Immunglobulinprofil – Antikörper im Blut messen
Das Immunglobulinprofil ist eine Blutuntersuchung, die die Konzentration der verschiedenen Antikörperklassen im Blut misst. Es dient der Diagnose von Immunschwächen, Autoimmunerkrankungen und bestimmten Bluterkrankungen.
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Das Immunglobulinprofil ist eine Blutuntersuchung, die die Konzentration der verschiedenen Antikörperklassen im Blut misst. Es dient der Diagnose von Immunschwächen, Autoimmunerkrankungen und bestimmten Bluterkrankungen.
Was ist das Immunglobulinprofil?
Das Immunglobulinprofil ist eine labormedizinische Untersuchung, bei der die Konzentrationen der verschiedenen Immunglobulinklassen im Blutserum bestimmt werden. Immunglobuline – auch als Antikörper bezeichnet – sind Proteine, die vom Immunsystem produziert werden, um Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und andere Fremdstoffe zu erkennen und zu bekämpfen. Das Profil umfasst in der Regel die Messung von IgG, IgA, IgM, IgE und gelegentlich auch IgD.
Die Immunglobulinklassen im Überblick
- IgG: Die häufigste Antikörperklasse im Blut. IgG bietet langfristigen Schutz nach Infektionen oder Impfungen und kann die Plazentaschranke passieren, um Neugeborene zu schützen.
- IgA: Kommt vor allem in Körpersekreten wie Speichel, Tränenflüssigkeit und Darmschleim vor. IgA schützt die Schleimhäute des Körpers.
- IgM: Das erste Immunglobulin, das bei einer akuten Infektion gebildet wird. Erhöhte IgM-Werte können auf eine frische Infektion hinweisen.
- IgE: Spielt eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen und bei der Abwehr von Parasiten.
- IgD: Wird in sehr geringen Mengen gebildet und hat eine regulierende Funktion bei der Aktivierung von B-Zellen.
Wann wird das Immunglobulinprofil angeordnet?
Der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin kann ein Immunglobulinprofil anordnen, wenn der Verdacht auf folgende Erkrankungen oder Zustände besteht:
- Primäre Immundefekte: Angeborene Störungen der Antikörperproduktion, z. B. bei häufigen oder ungewöhnlichen Infektionen
- Sekundäre Immundefekte: Erworbene Schwächungen des Immunsystems, z. B. durch Medikamente, chronische Erkrankungen oder HIV
- Autoimmunerkrankungen: Erkrankungen, bei denen das Immunsystem körpereigene Strukturen angreift
- Allergien: Insbesondere bei Verdacht auf IgE-vermittelte allergische Reaktionen
- Multiples Myelom oder andere monoklonale Gammopathien: Blutkrebserkrankungen, bei denen abnorme Mengen eines einzigen Antikörpertyps produziert werden
- Chronische Lebererkrankungen: Da die Leber eine Rolle im Immunstoffwechsel spielt
- Monitoring unter Immuntherapie: Verlaufskontrolle bei Patienten, die Immunglobulinpräparate erhalten
Durchführung und Ablauf
Für das Immunglobulinprofil wird eine einfache Blutentnahme aus einer Vene durchgeführt, in der Regel am Arm. Das Serum wird anschließend im Labor mithilfe von Methoden wie der Nephelometrie oder Turbidimetrie analysiert, um die genauen Konzentrationen der einzelnen Immunglobulinklassen zu bestimmen. Eine besondere Vorbereitung ist meist nicht erforderlich, jedoch sollte dem Arzt oder der Ärztin mitgeteilt werden, welche Medikamente eingenommen werden, da einige Substanzen die Immunglobulinwerte beeinflussen können.
Interpretation der Ergebnisse
Erhöhte Immunglobulinwerte
Erhöhte Werte einer oder mehrerer Immunglobulinklassen können auf folgende Zustände hinweisen:
- Akute oder chronische Infektionen
- Autoimmunerkrankungen (z. B. systemischer Lupus erythematodes, rheumatoide Arthritis)
- Chronische Lebererkrankungen (z. B. Leberzirrhose)
- Allergische Erkrankungen (bei erhöhtem IgE)
- Monoklonale Gammopathien (z. B. multiples Myelom)
Erniedrigte Immunglobulinwerte
Niedrige Werte können auf eine Hypogammaglobulinämie (verminderte Antikörperkonzentration im Blut) hinweisen, die folgende Ursachen haben kann:
- Angeborene Immundefekte (z. B. Agammaglobulinämie nach Bruton, variables Immundefektsyndrom, CVID)
- Proteinverlust durch Nierenerkrankungen (nephrotisches Syndrom) oder Darmerkrankungen
- Einnahme von Immunsuppressiva oder Kortikosteroiden
- Hämatologische Erkrankungen wie chronische lymphatische Leukämie
Referenzwerte
Die Referenzbereiche können je nach Labor und Altersgruppe variieren. Typische Referenzwerte für Erwachsene sind:
- IgG: 7,0 – 16,0 g/l
- IgA: 0,7 – 4,0 g/l
- IgM: 0,4 – 2,3 g/l
- IgE: bis ca. 100 kU/l (stark alters- und kontextabhängig)
Die genaue Interpretation der Werte sollte stets durch eine Fachärztin oder einen Facharzt in Zusammenschau mit den klinischen Befunden erfolgen.
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Informationen zu Immundefekten und Diagnostik. Berlin, aktualisierte Fassung 2022.
- Detlef Kindler, Christoph Reinhardt: Labordiagnostik in der Praxis. Thieme Verlag, Stuttgart, 4. Auflage 2021.
- Chapel H et al. – Common variable immunodeficiency disorders: division into distinct clinical phenotypes. Blood. 2008;112(2):277–286. PubMed PMID: 18319398.
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