Vasospasmus – Ursachen, Symptome & Behandlung
Ein Vasospasmus ist eine plötzliche, krampfartige Verengung eines Blutgefäßes, die den Blutfluss einschränkt und Schmerzen oder Organschäden verursachen kann.
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Ein Vasospasmus ist eine plötzliche, krampfartige Verengung eines Blutgefäßes, die den Blutfluss einschränkt und Schmerzen oder Organschäden verursachen kann.
Was ist ein Vasospasmus?
Ein Vasospasmus (auch: Gefäßspasmus oder Gefäßkrampf) bezeichnet eine plötzliche, unwillkürliche Kontraktion der glatten Muskulatur in der Wand eines Blutgefäßes. Diese Verengung – auch Vasokonstriktion genannt – kann den Blutfluss durch das betroffene Gefäß erheblich reduzieren oder vollständig unterbrechen. Vasospasmen können in nahezu allen Blutgefäßen des Körpers auftreten, besonders häufig betreffen sie jedoch die Herzkranzgefäße (Koronararterien), die Hirnarterien sowie die kleinen Gefäße der Finger und Zehen.
Ursachen
Die genauen Ursachen eines Vasospasmus sind vielfältig und hängen von der betroffenen Gefäßregion ab. Zu den häufigsten auslösenden Faktoren zählen:
- Kälteexposition: Insbesondere bei Erkrankungen wie dem Raynaud-Syndrom können niedrige Temperaturen Spasmen in den Fingern und Zehen auslösen.
- Stress und emotionale Belastung: Psychischer Stress aktiviert das sympathische Nervensystem und kann Gefäßverengungen begünstigen.
- Nikotin und Drogen: Tabakrauch, Kokain und andere vasoaktive Substanzen sind bekannte Auslöser von Gefäßkrämpfen.
- Subarachnoidalblutung: Eine Hirnblutung in den Subarachnoidalraum ist eine der häufigsten Ursachen für zerebrale Vasospasmen, die Tage nach dem Ereignis auftreten können.
- Atherosklerose: Veränderte Gefäßwände durch Ablagerungen sind anfälliger für krampfartige Reaktionen.
- Hormonelle Einflüsse: Bestimmte Hormone sowie Medikamente können die Gefäßtonus-Regulation beeinflussen.
- Migräne: Bei der Migräne mit Aura spielen zerebrale Vasospasmen eine wichtige Rolle.
Symptome
Die Symptome eines Vasospasmus hängen stark vom betroffenen Gefäß und dem davon versorgten Gewebe ab:
- Koronarer Vasospasmus (Prinzmetal-Angina): Anfallsartige Brustschmerzen, oft in Ruhe oder nachts, Herzrasen, Schwitzen, in schweren Fällen Herzinfarkt.
- Zerebraler Vasospasmus: Neurologische Ausfälle, Bewusstseinsstörungen, Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen – besonders nach einer Subarachnoidalblutung.
- Peripherer Vasospasmus (z. B. Raynaud-Syndrom): Weißfärbung, Blaufärbung und anschließende Rötung der Finger oder Zehen, Kribbeln, Taubheitsgefühl und Schmerzen.
- Allgemein: Organe, die vorübergehend nicht ausreichend mit Blut versorgt werden, können Funktionsstörungen entwickeln.
Diagnose
Die Diagnose eines Vasospasmus erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und apparativen Verfahren:
- EKG (Elektrokardiogramm): Kann typische Veränderungen bei koronaren Spasmen zeigen.
- Echokardiographie: Zur Beurteilung der Herzfunktion.
- Koronarangiographie: Darstellung der Herzkranzgefäße, ggf. mit Provokationstest (z. B. Ergonovin-Test) zum Auslösen eines Spasmus.
- Doppler-Sonographie: Messung der Blutflussgeschwindigkeit in Gefäßen, z. B. bei zerebralem Vasospasmus.
- CT-Angiographie / MRT-Angiographie: Bildgebende Darstellung der Blutgefäße im Gehirn oder anderen Regionen.
- Transkranielle Dopplersonographie (TCD): Nicht-invasive Methode zur Überwachung zerebraler Gefäße nach Subarachnoidalblutung.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der Lokalisation und der Ursache des Vasospasmus. Ziel ist stets die Wiederherstellung einer ausreichenden Durchblutung:
Medikamentöse Therapie
- Kalziumkanalblocker (z. B. Nifedipin, Nimodipin, Verapamil): Entspannen die glatte Gefäßmuskulatur und verhindern Spasmen. Nimodipin wird insbesondere zur Vorbeugung zerebraler Vasospasmen nach Subarachnoidalblutung eingesetzt.
- Nitrate (z. B. Nitroglycerin): Bewirken eine Gefäßerweiterung und lindern Angina-Beschwerden bei koronarem Spasmus.
- Alpharezeptorenblocker: Können bei peripheren Vasospasmen wie dem Raynaud-Syndrom hilfreich sein.
- Statin-Therapie und ASS: Bei atherosklerotisch bedingten Vasospasmen zur allgemeinen Gefäßprotektion.
Interventionelle und chirurgische Maßnahmen
- Intraarterieller Einsatz von Vasodilatatoren: Bei schwerem zerebralem Vasospasmus können gefäßerweiternde Medikamente direkt über einen Katheter verabreicht werden.
- Ballondilatation (Angioplastie): Bei anhaltenden zerebralen Vasospasmen kann eine mechanische Aufweitung des Gefäßes notwendig sein.
Allgemeine und unterstützende Maßnahmen
- Vermeidung von Kälte und Stress (insbesondere beim Raynaud-Syndrom)
- Nikotinverzicht und Vermeidung vasokonstriktiver Substanzen
- Wärmehandschuhe und Schutzkleidung bei temperaturempfindlichen Patienten
Quellen
- Lüscher TF, Vanhoutte PM. The Endothelium: Modulator of Cardiovascular Function. CRC Press, 1990.
- Macdonald RL et al. - Cerebral vasospasm after subarachnoid hemorrhage: the emerging revolution. Nature Reviews Neurology, 2011; 7(7): 367-378. Verfügbar über PubMed.
- Wigley FM - Raynaud's Phenomenon. New England Journal of Medicine, 2002; 347(13): 1001-1008. Verfügbar über PubMed.
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