Verdauungsfermentanalyse – Diagnose und Bedeutung
Die Verdauungsfermentanalyse untersucht die Konzentration und Aktivität von Verdauungsenzymen im Stuhl, Blut oder Atemluft. Sie hilft, Störungen der Bauchspeicheldrüse und des Magen-Darm-Trakts frühzeitig zu erkennen.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Verdauungsfermentanalyse"
Die Verdauungsfermentanalyse untersucht die Konzentration und Aktivität von Verdauungsenzymen im Stuhl, Blut oder Atemluft. Sie hilft, Störungen der Bauchspeicheldrüse und des Magen-Darm-Trakts frühzeitig zu erkennen.
Was ist die Verdauungsfermentanalyse?
Die Verdauungsfermentanalyse ist ein diagnostisches Verfahren, das die Menge und Aktivität von Verdauungsenzymen (auch Verdauungsfermente genannt) im menschlichen Körper untersucht. Verdauungsenzyme sind biologisch aktive Eiweißmoleküle, die Nahrungsbestandteile wie Fette, Kohlenhydrate und Proteine in ihre Grundbausteine aufspalten, damit der Körper sie aufnehmen kann. Eine gestörte Enzymproduktion oder -aktivität kann zu erheblichen Verdauungsproblemen und Nährstoffmangel führen.
Welche Enzyme werden untersucht?
Je nach klinischer Fragestellung werden verschiedene Verdauungsenzyme analysiert. Die wichtigsten sind:
- Elastase-1: Ein pankreasspezifisches Enzym, das im Stuhl gemessen wird und Rückschlüsse auf die exokrine Bauchspeicheldrüsenfunktion erlaubt.
- Lipase: Ein fettspaltendez Enzym der Bauchspeicheldrüse, das im Blut bestimmt wird und bei Entzündungen der Bauchspeicheldrüse erhöht ist.
- Amylase: Ein kohlenhydratspaltendes Enzym, das in Speichel und Bauchspeicheldrüse gebildet und im Blut oder Urin gemessen wird.
- Chymotrypsin: Ein eiweißspaltendes Enzym, das im Stuhl nachgewiesen werden kann.
- Laktase: Ein Enzym im Dünndarm, das Milchzucker (Laktose) abbaut. Ein Mangel führt zur Laktoseintoleranz.
Wann wird die Analyse durchgeführt?
Die Verdauungsfermentanalyse wird eingesetzt, wenn Beschwerden auf eine gestörte Verdauung hindeuten. Typische Indikationen sind:
- Chronische Durchfälle, Fettstühle (Steatorrhoe) oder Blähungen
- Ungeklärter Gewichtsverlust trotz normaler Ernährung
- Verdacht auf exokrine Pankreasinsuffizienz (unzureichende Enzymproduktion der Bauchspeicheldrüse)
- Chronische Pankreatitis oder Zustand nach Bauchspeicheldrüsenoperationen
- Verdacht auf Zöliakie, Morbus Crohn oder andere chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
- Abklärung von Laktoseintoleranz oder anderen Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Wie wird die Analyse durchgeführt?
Stuhluntersuchung
Die häufigste Methode ist die Messung der Pankreas-Elastase-1 im Stuhl. Dabei wird eine Stuhlprobe mittels eines immunologischen Tests (ELISA) auf den Gehalt des Enzyms untersucht. Werte unter 200 µg/g Stuhl deuten auf eine exokrine Pankreasinsuffizienz hin.
Blutuntersuchung
Lipase und Amylase werden im Blutserum gemessen. Stark erhöhte Werte sind typisch für eine akute Pankreatitis, während dauerhaft erniedrigte Werte auf eine chronische Insuffizienz hinweisen können.
Atemtest
Für die Diagnose einer Laktoseintoleranz wird häufig ein Wasserstoff-Atemtest (H2-Atemtest) eingesetzt. Dabei trinkt der Patient eine definierte Menge Laktose, und die ausgeatmete Luft wird auf erhöhte Wasserstoffkonzentrationen untersucht, die durch bakteriellen Abbau unverdauter Laktose im Dickdarm entstehen.
Was sagen die Ergebnisse aus?
Die Ergebnisse der Verdauungsfermentanalyse geben Hinweise auf die Funktion der Bauchspeicheldrüse und des Dünndarms. Niedrige Elastase-1-Werte im Stuhl bestätigen eine exokrine Pankreasinsuffizienz. Erhöhte Lipase- und Amylasewerte im Blut sprechen für eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Ein positiver Laktose-Atemtest weist auf einen Laktasemangel hin. Die Ergebnisse müssen stets im klinischen Gesamtkontext und in Zusammenschau mit anderen Untersuchungen bewertet werden.
Behandlung bei auffälligen Befunden
Je nach Ursache der gestörten Enzymaktivität stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung:
- Enzymersatztherapie: Bei exokriner Pankreasinsuffizienz werden oral einzunehmende Pankreasenzympräparate (z. B. Pankreatin) mit den Mahlzeiten eingenommen.
- Diätanpassung: Bei Laktoseintoleranz wird eine laktosearme oder laktosefreie Ernährung empfohlen.
- Behandlung der Grunderkrankung: Bei Pankreatitis, Morbus Crohn oder Zöliakie steht die Therapie der ursächlichen Erkrankung im Vordergrund.
Quellen
- Löhr J.M. et al. - United European Gastroenterology evidence-based guidelines for the diagnosis and therapy of chronic pancreatitis. United European Gastroenterology Journal, 2017.
- Dominguez-Munoz J.E. - Diagnosis of chronic pancreatitis: Functional testing. Best Practice and Research Clinical Gastroenterology, 2010.
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) - Leitlinie Exokrine Pankreasinsuffizienz, 2021.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieQuercetin-Phytosomenkomplex
Kälteschutzprotein
Schmerzrezeptor
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Verdauungsfermentanalyse + Verdauungsenzymanalyse + Verdauungsferment-Analyse