Venlafaxin – Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Venlafaxin ist ein Antidepressivum aus der Gruppe der SNRI und wird bei Depressionen, Angststörungen und weiteren psychischen Erkrankungen eingesetzt.
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Venlafaxin ist ein Antidepressivum aus der Gruppe der SNRI und wird bei Depressionen, Angststörungen und weiteren psychischen Erkrankungen eingesetzt.
Was ist Venlafaxin?
Venlafaxin ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel aus der Gruppe der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI, englisch: Serotonin-Norepinephrine Reuptake Inhibitor). Es gehört zu den am häufigsten verordneten Antidepressiva weltweit und wird seit den 1990er-Jahren in der klinischen Praxis eingesetzt. Der Wirkstoff ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, unter anderem als Tablette und als Retardkapsel mit verzögerter Wirkstofffreisetzung.
Anwendungsgebiete
Venlafaxin ist zugelassen zur Behandlung folgender Erkrankungen:
- Major Depression (mittelschwere bis schwere depressive Episoden)
- Generalisierte Angststörung (GAD)
- Soziale Angststörung (Sozialphobie)
- Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie
Darüber hinaus wird Venlafaxin in der klinischen Praxis auch bei chronischen Schmerzsyndromen, Fibromyalgie und zur Linderung von Wechseljahrsbeschwerden (Hitzewallungen) eingesetzt, obwohl diese Indikationen nicht in allen Ländern offiziell zugelassen sind.
Wirkmechanismus
Venlafaxin hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin in die präsynaptischen Nervenzellen des Gehirns. Dadurch erhöht sich die Konzentration dieser Botenstoffe im synaptischen Spalt, was eine verbesserte Signalübertragung zwischen Nervenzellen bewirkt. Bei höheren Dosierungen wird auch die Wiederaufnahme von Dopamin leicht gehemmt. Dieser duale Wirkmechanismus unterscheidet Venlafaxin von den reinen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) und kann bei Patientinnen und Patienten wirksam sein, die auf SSRI nicht ausreichend ansprechen.
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung von Venlafaxin wird individuell durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt festgelegt. Typische Dosierungsbereiche sind:
- Depression: 75–225 mg täglich
- Angststörungen: 75–225 mg täglich
- Beginn: oft mit 37,5 mg oder 75 mg täglich, schrittweise Erhöhung
Die Retardform (XR/ER) wird einmal täglich eingenommen und weist ein günstigeres Verträglichkeitsprofil auf als die schnell freisetzende Form. Venlafaxin sollte stets mit einer Mahlzeit eingenommen werden. Die volle antidepressive Wirkung tritt meist nach 2–4 Wochen ein.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Venlafaxin Nebenwirkungen verursachen. Häufig auftretende Nebenwirkungen umfassen:
- Übelkeit, besonders zu Beginn der Behandlung
- Schlafstörungen oder Schläfrigkeit
- Schwindel und Kopfschmerzen
- Mundtrockenheit
- Erhöhter Blutdruck (besonders bei höheren Dosen)
- Sexuelle Funktionsstörungen
- Schwitzen
Seltenere, aber ernstere Nebenwirkungen sind das Serotonin-Syndrom (bei Kombination mit anderen serotonerg wirkenden Substanzen) sowie Herzrhythmusstörungen. Beim abrupten Absetzen kann es zu einem Absetzsyndrom kommen, das sich durch Schwindel, Übelkeit und grippeähnliche Symptome äußert. Daher sollte Venlafaxin stets schrittweise und unter ärztlicher Aufsicht ausgeschlichen werden.
Wichtige Hinweise und Kontraindikationen
Venlafaxin darf nicht zusammen mit MAO-Hemmern eingenommen werden, da dies zu lebensbedrohlichen Wechselwirkungen führen kann. Vorsicht ist geboten bei:
- Vorbekanntem erhöhtem Blutdruck
- Herzerkrankungen
- Epilepsie
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren
Bei jungen Erwachsenen kann Venlafaxin zu Beginn der Behandlung das Risiko für Suizidgedanken erhöhen. Betroffene und Angehörige sollten auf Veränderungen des Gemütszustands achten und bei Auffälligkeiten sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN): S3-Leitlinie Unipolare Depression (2022). Verfügbar unter: www.dgppn.de
- European Medicines Agency (EMA): Assessment Report on Venlafaxine-containing medicinal products (2019). Verfügbar unter: www.ema.europa.eu
- Stahl S.M.: Stahl's Essential Psychopharmacology. Neuroscientific Basis and Practical Applications. 5. Auflage. Cambridge University Press, 2021.
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