Difucosyllactose-Gemisch – HMOs in der Muttermilch
Das Difucosyllactose-Gemisch ist eine Gruppe von Humanmilcholigosacchariden, die natürlicherweise in der Muttermilch vorkommen und als Präbiotika die Entwicklung des Säuglingsdarms und Immunsystems unterstützen.
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Das Difucosyllactose-Gemisch ist eine Gruppe von Humanmilcholigosacchariden, die natürlicherweise in der Muttermilch vorkommen und als Präbiotika die Entwicklung des Säuglingsdarms und Immunsystems unterstützen.
Was ist ein Difucosyllactose-Gemisch?
Das Difucosyllactose-Gemisch bezeichnet eine Mischung aus strukturverwandten Humanmilcholigosacchariden (HMOs), die zur Gruppe der fucosylierten Lactose-Derivate gehören. Diese Verbindungen bestehen aus dem Milchzucker Lactose, an den zwei Fucose-Einheiten gebunden sind. Je nach Position und Art der glykosidischen Bindung entstehen verschiedene Isomere, die gemeinsam als Difucosyllactose-Gemisch bezeichnet werden. Diese Oligosaccharide kommen natürlicherweise in der menschlichen Muttermilch vor und sind Bestandteil der komplexen HMO-Fraktion, die für die gesunde Entwicklung von Säuglingen als essenziell gilt.
Biologische Funktionen
Die Bestandteile des Difucosyllactose-Gemisches erfüllen im Körper des Säuglings mehrere wichtige Aufgaben:
- Präbiotische Wirkung: Die Oligosaccharide werden im Dünndarm des Säuglings nicht verdaut und gelangen unverdaut in den Dickdarm, wo sie als Nährstoffquelle für gesundheitsfördernde Bakterien wie Bifidobacterium-Arten dienen und so das Wachstum einer gesunden Darmflora fördern.
- Immunmodulation: HMOs wie die Difucosyllactosen beeinflussen das Immunsystem des Neugeborenen, indem sie die Reifung von Immunzellen unterstützen und entzündliche Prozesse regulieren.
- Schutz vor Pathogenen: Durch ihre Struktur können Difucosyllactosen als Decoy-Rezeptoren fungieren, das heißt, sie binden Krankheitserreger und Toxine und verhindern so deren Anheftung an die Darmschleimhaut.
- Unterstützung der Hirnentwicklung: Fucose-haltige HMOs werden mit der neuronalen Entwicklung und kognitiven Reifung von Säuglingen in Verbindung gebracht.
Vorkommen und Quellen
Difucosyllactose-Verbindungen kommen vorrangig in der menschlichen Muttermilch vor. Die Konzentration und Zusammensetzung der HMOs variiert individuell und ist unter anderem abhängig vom Sekretorenstatus der Mutter, also von ihrer genetisch bestimmten Blutgruppencharakteristik. Industriell werden diese Oligosaccharide biotechnologisch hergestellt, etwa durch mikrobielle Fermentation, um sie als funktionelle Zutaten in Säuglingsnahrung einzusetzen.
Anwendung in der Säuglingsernährung
Da gestillte Säuglinge von den HMOs in der Muttermilch profitieren, ist man bestrebt, Säuglingsanfangsnahrung durch den Zusatz von HMOs wie Difucosyllactose-Verbindungen der Muttermilch anzunähern. Studien zeigen, dass die Supplementierung von Säuglingsnahrung mit HMOs das Wachstum von Bifidobacterium longum subsp. infantis fördert, die Stuhlkonsistenz verbessert und die Infektionsrate senken kann. Regulatorisch sind HMO-Zusätze in der Europäischen Union durch die EFSA bewertet und für bestimmte Verbindungen freigegeben worden.
Sicherheit und Verträglichkeit
Das Difucosyllactose-Gemisch gilt als sicher und gut verträglich. Da diese Verbindungen natürliche Bestandteile der Muttermilch sind, ist ihre physiologische Unbedenklichkeit grundsätzlich belegt. In klinischen Studien wurden keine relevanten unerwünschten Wirkungen beobachtet. Allergische Reaktionen sind nicht bekannt, da es sich um körpereigene Strukturen handelt, die dem Immunsystem vertraut sind.
Wissenschaftliche Evidenz
Die Forschung zu Humanmilcholigosacchariden, einschließlich des Difucosyllactose-Gemisches, hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Präklinische und klinische Studien belegen präbiotische, immunmodulierende und antimikrobielle Effekte. Dennoch sind weitere Langzeitstudien notwendig, um alle gesundheitlichen Vorteile beim Menschen vollständig zu charakterisieren und optimale Dosierungen für die Säuglingsnahrung zu definieren.
Quellen
- Bode, L. (2012). Human milk oligosaccharides: every baby needs a sugar mama. Glycobiology, 22(9), 1147–1162. PubMed PMID: 22513036.
- Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Scientific Opinion on the safety of human milk oligosaccharides as novel foods. EFSA Journal, 2019.
- Zivkovic, A. M., German, J. B., Lebrilla, C. B., & Mills, D. A. (2011). Human milk glycobiome and its impact on the infant gastrointestinal microbiota. Proceedings of the National Academy of Sciences, 108(Suppl 1), 4653–4658.
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