Zöliakie-assoziierte Anämie – Ursachen & Therapie
Die Zöliakie-assoziierte Anämie ist eine Blutarmut, die als Folge der glutenbedingten Darmschädigung bei Zöliakie entsteht. Meist liegt ein Mangel an Eisen, Folsäure oder Vitamin B12 vor.
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Die Zöliakie-assoziierte Anämie ist eine Blutarmut, die als Folge der glutenbedingten Darmschädigung bei Zöliakie entsteht. Meist liegt ein Mangel an Eisen, Folsäure oder Vitamin B12 vor.
Was ist die Zöliakie-assoziierte Anämie?
Die Zöliakie-assoziierte Anämie bezeichnet eine Form der Blutarmut (Anämie), die als direkte Folge der Zöliakie auftritt. Bei der Zöliakie handelt es sich um eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der der Verzehr von Gluten – einem Protein in Weizen, Roggen und Gerste – zu einer entzündlichen Schädigung der Dünndarmschleimhaut führt. Diese Schädigung beeinträchtigt die Aufnahme lebenswichtiger Nährstoffe und kann so zur Entstehung einer Anämie beitragen.
Ursachen
Die Anämie bei Zöliakie entsteht hauptsächlich durch die Malabsorption (gestörte Nährstoffaufnahme) im geschädigten Dünndarm. Folgende Nährstoffmängel spielen dabei eine zentrale Rolle:
- Eisenmangel: Eisen wird vorwiegend im oberen Dünndarm (Duodenum und proximalem Jejunum) aufgenommen – genau jener Bereich, der bei Zöliakie am stärksten geschädigt ist. Ein Eisenmangel ist die häufigste Ursache der Zöliakie-assoziierten Anämie.
- Folsäuremangel: Folsäure (Vitamin B9) ist ebenfalls für die Bildung roter Blutkörperchen essenziell. Ein Mangel führt zur megaloblastären Anämie.
- Vitamin-B12-Mangel: Seltener als Eisen- oder Folsäuremangel, kann aber bei schwerem Befall des Ileums (unterem Dünndarm) auftreten.
- Kupfermangel: In seltenen Fällen kann auch ein Kupfermangel zur Blutarmut beitragen.
- Chronische Entzündung: Die anhaltende Darmentzündung kann über entzündliche Mechanismen direkt die Blutbildung hemmen (Anämie der chronischen Erkrankung).
Symptome
Die Symptome der Zöliakie-assoziierten Anämie entsprechen denen einer allgemeinen Anämie, können jedoch durch die Grunderkrankung Zöliakie überlagert oder verstärkt werden:
- Anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung
- Blasse Haut und Schleimhäute
- Kurzatmigkeit bei Belastung
- Herzrasen (Palpitationen)
- Schwindel und Konzentrationsschwäche
- Kopfschmerzen
- Brüchige Nägel und Haarausfall (besonders bei Eisenmangel)
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Extremitäten (besonders bei Vitamin-B12-Mangel)
Wichtig: Bei manchen Betroffenen ist eine Anämie das einzige oder erste klinische Zeichen einer Zöliakie – gastrointestinale Beschwerden können vollständig fehlen (sogenannte silente oder atypische Zöliakie).
Diagnose
Die Diagnose der Zöliakie-assoziierten Anämie umfasst mehrere Schritte:
Blutuntersuchungen
- Großes Blutbild: Bestimmung von Hämoglobin, Erythrozyten, MCV (mittleres Erythrozytenvolumen) und weiteren Parametern zur Klassifikation der Anämie.
- Ferritin, Serumeisen, Transferrinsättigung: Zur Beurteilung der Eisenspeicher.
- Folsäure- und Vitamin-B12-Spiegel im Blut.
- Zöliakie-Antikörper: Anti-Transglutaminase-IgA (tTG-IgA), Anti-Endomysium-Antikörper (EMA) und Gesamt-IgA zur Diagnosestellung der Zöliakie.
Endoskopie und Biopsie
- Zur Sicherung der Zöliakie-Diagnose wird eine Gastroskopie mit Biopsie aus dem Dünndarm durchgeführt. Histologisch zeigen sich typische Veränderungen wie Zottenatrophie und Kryptenhyperplasie (Marsh-Klassifikation).
Behandlung
Die Behandlung der Zöliakie-assoziierten Anämie setzt auf zwei Ebenen an:
Glutenfreie Ernährung
Die wichtigste Maßnahme ist die konsequente glutenfreie Diät. Sie führt zur Regeneration der Darmschleimhaut und ermöglicht langfristig wieder eine ausreichende Nährstoffaufnahme. Bei vielen Betroffenen bessert sich die Anämie allein durch die Ernährungsumstellung innerhalb von Monaten erheblich.
Supplementierung fehlender Nährstoffe
- Eisen: Orale Eisenpräparate (z. B. Eisen(II)-Sulfat) oder bei schwerer Malabsorption intravenöse Eiseninfusionen.
- Folsäure: Tägliche Supplementierung mit Folsäuretabletten.
- Vitamin B12: Intramuskuläre Injektionen oder hochdosierte orale Supplementierung, falls eine Malabsorption vorliegt.
Verlaufskontrolle
Regelmäßige Blutkontrollen sind wichtig, um den Therapieerfolg zu überwachen und eine vollständige Normalisierung der Blutparameter sicherzustellen. Bei ausbleibender Besserung trotz glutenfreier Diät sollte eine Überprüfung der Diäteinhaltung und eine weiterführende Diagnostik erfolgen.
Quellen
- Camaschella C. - Iron-Deficiency Anemia. New England Journal of Medicine, 2015; 372(19): 1832-1843.
- Rubio-Tapia A, Hill ID, Kelly CP et al. - ACG Clinical Guidelines: Diagnosis and Management of Celiac Disease. American Journal of Gastroenterology, 2013; 108(5): 656-676.
- World Gastroenterology Organisation (WGO) - Celiac Disease: Global Guidelines. WGO Practice Guidelines, 2017. Verfügbar unter: https://www.worldgastroenterology.org
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