Lungenventilationsszintigraphie – Ablauf und Anwendung
Die Lungenventilationsszintigraphie ist eine nuklearmedizinische Untersuchung, die die Luftverteilung in der Lunge sichtbar macht und bei Verdacht auf Lungenembolie oder Lungenkrankheiten eingesetzt wird.
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Die Lungenventilationsszintigraphie ist eine nuklearmedizinische Untersuchung, die die Luftverteilung in der Lunge sichtbar macht und bei Verdacht auf Lungenembolie oder Lungenkrankheiten eingesetzt wird.
Was ist die Lungenventilationsszintigraphie?
Die Lungenventilationsszintigraphie ist ein bildgebendes Verfahren aus der Nuklearmedizin. Dabei wird untersucht, wie gut Luft in die verschiedenen Bereiche der Lunge gelangt. Die Untersuchung gibt Aufschluss darüber, ob bestimmte Lungenabschnitte ausreichend belüftet werden oder ob es Bereiche gibt, in denen die Luftzufuhr eingeschränkt ist. Sie wird häufig in Kombination mit der Lungenperfusionsszintigraphie durchgeführt, die die Durchblutung der Lunge darstellt. Gemeinsam bilden sie die sogenannte V/Q-Szintigraphie (Ventilations-Perfusions-Szintigraphie).
Wie funktioniert die Untersuchung?
Für die Lungenventilationsszintigraphie inhaliert der Patient ein schwach radioaktives Gas oder Aerosol, das mit einem Radionuklid (einem radioaktiven Spurenstoff) markiert ist. Typischerweise werden Substanzen wie Technetium-99m-markierte Aerosole oder das Edelgas Xenon-133 verwendet. Diese Substanzen verteilen sich entsprechend dem Luftstrom in der Lunge.
Anschließend wird mit einer speziellen Kamera, der sogenannten Gammakamera, die von den radioaktiven Teilchen ausgesendete Strahlung gemessen. Aus diesen Daten entsteht ein Bild, das zeigt, welche Lungenabschnitte gut belüftet sind und welche nicht. Die Untersuchung ist schmerzlos und dauert in der Regel 20 bis 45 Minuten.
Wann wird die Lungenventilationsszintigraphie eingesetzt?
- Verdacht auf Lungenembolie: In Kombination mit der Perfusionsszintigraphie ist sie ein wichtiges Diagnosewerkzeug, wenn eine Lungenembolie (Verschluss eines Lungenblutgefäßes durch ein Blutgerinnsel) vermutet wird.
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD): Zur Beurteilung der regionalen Belüftung der Lunge bei fortgeschrittener COPD.
- Emphysem: Darstellung der Belüftungsverteilung vor einer operativen Lungenvolumenreduktion.
- Präoperative Planung: Vor Lungenoperationen, um die Funktion einzelner Lungenabschnitte zu beurteilen.
- Asthma bronchiale und andere Atemwegserkrankungen: Beurteilung von Belüftungsstörungen.
Was zeigt das Ergebnis?
Ein normales Ergebnis zeigt eine gleichmäßige Verteilung des radioaktiven Gases in beiden Lungen. Auffälligkeiten, sogenannte Ventilationsdefekte, weisen auf Bereiche hin, in denen die Belüftung eingeschränkt ist. In der V/Q-Szintigraphie wird dann verglichen, ob ein Belüftungsdefekt auch einem Durchblutungsdefekt entspricht:
- Matched defect (übereinstimmender Defekt): Sowohl Belüftung als auch Durchblutung sind in einem Bereich gestört – typisch bei Lungenentzündung oder COPD.
- Mismatched defect (nicht übereinstimmender Defekt): Die Durchblutung ist gestört, die Belüftung jedoch normal – typisch für eine Lungenembolie.
Strahlenbelastung und Sicherheit
Die verwendeten radioaktiven Substanzen sind schwach dosiert und kurzlebig. Die Strahlenbelastung ist gering und vergleichbar mit anderen nuklearmedizinischen Untersuchungen. Das radioaktive Material wird nach kurzer Zeit über Ausatemluft oder Urin aus dem Körper ausgeschieden. Bei Schwangeren und stillenden Frauen ist die Untersuchung nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt durchzuführen.
Vorbereitung und Ablauf
Eine besondere Vorbereitung ist in der Regel nicht notwendig. Patienten sollten dem Arzt jedoch alle aktuellen Medikamente, bekannte Allergien sowie eine mögliche Schwangerschaft mitteilen. Während der Untersuchung atmet der Patient das radioaktive Aerosol oder Gas ruhig ein. Im Anschluss werden mehrere Aufnahmen aus verschiedenen Winkeln mit der Gammakamera gemacht.
Quellen
- Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): Nuklearmedizinische Untersuchungen – Informationen für Patienten. www.bfs.de
- Bajc M, Schümichen C, Grupe P, et al. EANM guideline for ventilation/perfusion single-photon emission computed tomography (SPECT) for diagnosis of pulmonary embolism and beyond. European Journal of Nuclear Medicine and Molecular Imaging, 2019; 46(12): 2429-2451.
- Konstantinides SV, Meyer G, et al. 2019 ESC Guidelines for the diagnosis and management of acute pulmonary embolism. European Heart Journal, 2020; 41(4): 543-603.
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