Linksschenkelblock: Ursachen, Symptome & Therapie
Der Linksschenkelblock ist eine Erregungsleitungsstörung des Herzens, bei der die elektrische Leitung im linken Schenkel des Reizleitungssystems verzögert oder unterbrochen ist.
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Der Linksschenkelblock ist eine Erregungsleitungsstörung des Herzens, bei der die elektrische Leitung im linken Schenkel des Reizleitungssystems verzögert oder unterbrochen ist.
Was ist ein Linksschenkelblock?
Der Linksschenkelblock (LSB) ist eine Störung im Reizleitungssystem des Herzens. Normalerweise wird der elektrische Impuls, der den Herzschlag auslöst, gleichzeitig über den rechten und den linken Tawara-Schenkel zu den Herzkammern weitergeleitet. Beim Linksschenkelblock ist diese Leitung im linken Schenkel verzögert oder vollständig unterbrochen, sodass die linke Herzkammer mit einer zeitlichen Verzögerung aktiviert wird. Man unterscheidet den kompletten Linksschenkelblock (QRS-Dauer im EKG über 120 ms) und den inkompletten Linksschenkelblock (QRS-Dauer zwischen 110 und 120 ms).
Ursachen
Ein Linksschenkelblock tritt selten bei herzgesunden Menschen auf und ist in den meisten Fällen Ausdruck einer zugrundeliegenden Herzerkrankung. Häufige Ursachen sind:
- Koronare Herzkrankheit (KHK) und Herzinfarkt
- Kardiomyopathie (Erkrankung des Herzmuskels)
- Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
- Herzklappenfehler, insbesondere der Aortenklappe
- Myokarditis (Herzmuskelentzündung)
- Degenerative Veränderungen des Reizleitungssystems (z. B. Lenegre-Erkrankung)
- Selten: angeborene Herzfehler
Symptome
Ein Linksschenkelblock verursacht häufig keine eigenständigen Beschwerden. Die Symptome, die auftreten, sind in der Regel auf die zugrundeliegende Herzerkrankung zurückzuführen. Mögliche Beschwerden sind:
- Herzstolpern oder unregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen)
- Schwindel und Benommenheit
- Kurzatmigkeit (Dyspnoe), besonders bei körperlicher Belastung
- Müdigkeit und Leistungsminderung
- In seltenen Fällen: Ohnmacht (Synkope)
Neu auftretende Symptome zusammen mit einem erstmals diagnostizierten Linksschenkelblock sollten stets ärztlich abgeklärt werden, da sie auf ein akutes Herzgeschehen hinweisen können.
Diagnose
Die Diagnose des Linksschenkelblocks erfolgt in erster Linie mittels Elektrokardiogramm (EKG). Typische EKG-Merkmale sind:
- Verbreiterter QRS-Komplex (über 120 ms beim kompletten LSB)
- Fehlende oder kleine R-Zacke in den Ableitungen V1 und V2
- Breite, gekerbte oder gedellte R-Zacke in den linksbetonten Ableitungen I, aVL, V5 und V6
- Diskordante ST-Strecken- und T-Wellen-Veränderungen
Weitere diagnostische Maßnahmen zur Ursachenklärung umfassen:
- Echokardiographie zur Beurteilung der Herzstruktur und -funktion
- Langzeit-EKG zur Erkennung intermittierender Blockierungen
- Belastungs-EKG (Ergometrie)
- Koronarangiographie bei Verdacht auf KHK
- Labordiagnostik (z. B. Herzenzyme, BNP)
Behandlung
Der Linksschenkelblock selbst erfordert in der Regel keine direkte Therapie. Im Vordergrund steht die Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung. Je nach Schweregrad und klinischer Situation kommen folgende Maßnahmen in Betracht:
- Optimierung der medikamentösen Therapie bei Herzinsuffizienz, Hypertonie oder KHK
- Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT): Ein spezieller Herzschrittmacher, der beide Herzkammern wieder synchron stimuliert. Er wird vor allem bei Patienten mit reduzierter Herzpumpfunktion (eingeschränkter linksventrikulärer Ejektionsfraktion) und Linksschenkelblock eingesetzt.
- Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD): Bei erhöhtem Risiko für lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen
- Behandlung struktureller Herzerkrankungen (z. B. Klappenersatz)
Verlauf und Prognose
Die Prognose beim Linksschenkelblock hängt stark von der zugrundeliegenden Erkrankung ab. Ein neu aufgetretener Linksschenkelblock ist ein wichtiger klinischer Befund, der eine zeitnahe kardiologische Abklärung erfordert, da er mit einer erhöhten Herzinsuffizienz- und Mortalitätsrate assoziiert sein kann. Bei optimaler Therapie der Grunderkrankung und ggf. CRT kann die Lebensqualität und Überlebensrate deutlich verbessert werden.
Quellen
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 268. Auflage. De Gruyter, Berlin 2020.
- Erdmann E. (Hrsg.): Klinische Kardiologie. 8. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2011.
- European Society of Cardiology (ESC): Guidelines for Cardiac Pacing and Cardiac Resynchronization Therapy. European Heart Journal, 2021.
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