EKG – Elektrokardiogramm einfach erklärt
Das EKG (Elektrokardiogramm) ist eine diagnostische Methode zur Aufzeichnung der elektrischen Herzaktivität. Es hilft, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkte und andere Herzerkrankungen zu erkennen.
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Das EKG (Elektrokardiogramm) ist eine diagnostische Methode zur Aufzeichnung der elektrischen Herzaktivität. Es hilft, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkte und andere Herzerkrankungen zu erkennen.
Was ist ein EKG?
Das Elektrokardiogramm (EKG) ist ein medizinisches Untersuchungsverfahren, das die elektrische Aktivität des Herzens misst und grafisch darstellt. Bei jedem Herzschlag entstehen schwache elektrische Impulse, die sich durch den gesamten Körper ausbreiten. Diese Impulse werden mithilfe von Elektroden, die auf der Haut angebracht werden, aufgezeichnet und als Kurve dargestellt. Das EKG ist eine der am häufigsten eingesetzten diagnostischen Methoden in der Medizin und liefert wichtige Informationen über den Herzrhythmus, die Herzfrequenz und mögliche Herzerkrankungen.
Wie funktioniert ein EKG?
Für ein Standard-EKG werden 10 Elektroden auf der Haut des Patienten befestigt: sechs auf der Brust und je eine an beiden Armen und Beinen. Diese Elektroden erfassen die elektrischen Signale des Herzens aus verschiedenen Blickwinkeln und erzeugen insgesamt 12 Ableitungen, also 12 verschiedene Perspektiven auf die Herzaktivität. Das Gerät zeichnet die Signale als Kurve auf, die charakteristische Wellen und Zacken zeigt:
- P-Welle: Erregung der Vorhöfe (obere Herzkammern)
- QRS-Komplex: Erregung der Herzkammern (Hauptpumpleistung)
- T-Welle: Erholung (Repolarisation) der Herzkammern
Abweichungen in diesen Kurvenabschnitten geben dem Arzt Hinweise auf verschiedene Herzerkrankungen.
Wann wird ein EKG durchgeführt?
Ein EKG wird in vielen medizinischen Situationen eingesetzt, unter anderem:
- Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt oder eine Herzerkrankung
- Zur Abklärung von Herzrhythmusstörungen (z. B. Vorhofflimmern)
- Bei Beschwerden wie Brustschmerzen, Herzrasen oder Schwindel
- Als Routineuntersuchung vor Operationen oder bei sportärztlichen Untersuchungen
- Zur Kontrolle des Herzens bei bekannten Herzerkrankungen oder nach einem Herzinfarkt
- Zur Überwachung der Wirkung von herzwirksamen Medikamenten
Arten des EKGs
Ruhe-EKG
Das Ruhe-EKG ist die häufigste Form und wird im Liegen aufgezeichnet. Es dauert nur wenige Minuten und ist schmerzlos. Es eignet sich besonders zur Basisdiagnostik und zur Erkennung akuter Herzprobleme.
Langzeit-EKG (Holter-EKG)
Beim Langzeit-EKG trägt der Patient ein kleines, tragbares Aufzeichnungsgerät für 24 bis 48 Stunden oder länger. So können Herzrhythmusstörungen erfasst werden, die nur gelegentlich auftreten und im kurzen Ruhe-EKG nicht sichtbar wären.
Belastungs-EKG
Das Belastungs-EKG (auch Ergometrie genannt) wird durchgeführt, während der Patient auf einem Fahrradergometer oder Laufband körperliche Belastung vollbringt. Es dient vor allem der Erkennung einer koronaren Herzkrankheit (Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße), die im Ruhezustand nicht erkennbar ist.
Event-Rekorder und implantierbare Monitore
Bei seltenen oder unklaren Herzrhythmusstörungen können spezielle Geräte eingesetzt werden, die über Wochen oder Monate Herzrhythmusdaten aufzeichnen, entweder als externes Pflastergerät oder als kleines, unter die Haut implantiertes Gerät.
Was kann ein EKG erkennen?
Ein EKG kann zahlreiche Herzerkrankungen und Auffälligkeiten aufzeigen, darunter:
- Herzinfarkt (akut oder zurückliegend)
- Vorhofflimmern und andere Herzrhythmusstörungen
- Herzblock (Störungen der Reizleitung)
- Herzmuskelverdickung (Hypertrophie)
- Elektrolytstörungen (z. B. Kaliummangel)
- Nebenwirkungen von Medikamenten auf das Herz
Ablauf und Vorbereitung
Ein EKG ist vollkommen schmerzlos und nicht-invasiv, d. h. es sind keine Einschnitte oder Injektionen notwendig. Der Patient legt sich auf eine Liege, die Haut wird gegebenenfalls leicht gereinigt und die Elektroden werden mit einem Gel oder kleinen Saugnäpfen befestigt. Die Aufzeichnung selbst dauert nur etwa 10 Sekunden bis wenige Minuten. Eine besondere Vorbereitung ist in der Regel nicht erforderlich, jedoch sollte der Patient ruhig liegen und nicht sprechen, da Bewegungen das Signal verfälschen können.
Grenzen des EKGs
Obwohl das EKG ein wertvolles Diagnosewerkzeug ist, hat es auch Grenzen. Nicht jede Herzerkrankung ist im EKG sichtbar. Eine koronare Herzkrankheit etwa kann im Ruhe-EKG unauffällig sein. Daher wird das EKG häufig in Kombination mit anderen Untersuchungen wie Echokardiographie (Herzultraschall), Blutuntersuchungen oder Herzszintigraphie eingesetzt, um ein vollständiges Bild der Herzgesundheit zu erhalten.
Quellen
- Deutsche Herzstiftung: Elektrokardiogramm (EKG) - Herzdiagnostik. Frankfurt am Main, 2023. Verfügbar unter: https://www.herzstiftung.de
- Herold, G.: Innere Medizin. Eigenverlag, Koeln, 2023.
- Kligfield, P. et al.: Recommendations for the Standardization and Interpretation of the Electrocardiogram. Journal of the American College of Cardiology, 2007; 49(10): 1109-1127.
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