Lagerung nach Fritsch – Gynäkologische OP-Lagerung
Die Lagerung nach Fritsch ist eine gynäkologische Patientenlagerung für operative Eingriffe im Unterleuchsbereich. Sie ermöglicht optimalen Zugang zum Becken.
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Die Lagerung nach Fritsch ist eine gynäkologische Patientenlagerung für operative Eingriffe im Unterleuchsbereich. Sie ermöglicht optimalen Zugang zum Becken.
Was ist die Lagerung nach Fritsch?
Die Lagerung nach Fritsch ist eine speziell entwickelte Patientenlagerung, die in der Gynäkologie und Geburtshilfe eingesetzt wird. Sie wurde nach dem deutschen Gynäkologen Heinrich Fritsch benannt und dient der optimalen Positionierung der Patientin vor und während operativer Eingriffe im Becken- und Unterleibsbereich. Die Lagerung gehört zur Gruppe der modifizierten Steinschnittlagen und wird insbesondere bei vaginalen und abdominalen gynäkologischen Operationen angewendet.
Durchführung und Technik
Bei der Lagerung nach Fritsch liegt die Patientin auf dem Rücken. Die Beine werden in speziellen Beinhaltern oder Bügeln so positioniert, dass sie angehoben, leicht gespreizt und nach außen rotiert sind. Der Gesäßbereich liegt dabei am unteren Rand des Operationstisches oder ragt leicht darüber hinaus, um dem Operateur optimalen Zugang zum Dammbereich und zur Vagina zu gewährleisten.
Wesentliche Merkmale der Lagerung:
- Rückenlage mit angehobenen Beinen
- Hüft- und Kniegelenke sind gebeugt
- Beine werden in Beinschalen oder Steigbügeln fixiert
- Das Becken ist leicht erhöht positioniert
- Optimale Exposition des Operationsfeldes im kleinen Becken
Anwendungsgebiete
Die Lagerung nach Fritsch kommt bei einer Vielzahl gynäkologischer und geburtshilflicher Eingriffe zum Einsatz:
- Vaginale Operationen wie Kolporrhaphie (Scheidenreparatur)
- Hysterektomie (Gebärmutterentfernung) auf vaginalem oder abdominalem Weg
- Laparoskopische Eingriffe im kleinen Becken
- Diagnostische und operative Hysteroskopie
- Dammrekonstruktionen und Beckenbodenoperationen
- Eingriffe bei Harninkontinenz, z. B. TVT-Operationen
- Entbindungen in bestimmten geburtshilflichen Situationen
Vorteile der Lagerung
Die Lagerung nach Fritsch bietet gegenüber anderen Steinschnittlagen mehrere klinische Vorteile:
- Guter Zugang sowohl zum Abdomen als auch zum Perineum gleichzeitig
- Erleichterter Zugang bei kombiniert vaginal-abdominalen Eingriffen
- Ermöglicht den Einsatz von Assistenzinstrumenten von beiden Seiten
- Gute intraoperative Übersicht auf das Operationsfeld
Risiken und Komplikationen
Wie bei jeder Steinschnittlagerung sind bestimmte Risiken und mögliche Komplikationen zu beachten, die durch sorgfältige Lagerungstechnik minimiert werden müssen:
- Nervenschäden: Druckschäden am Nervus peroneus (Wadenbeinnerv) oder am Nervus femoralis durch unsachgemäße Lagerung der Beine möglich
- Kompartmentsyndrom: Bei langer Operationsdauer kann ein erhöhter Druck in der Unterschenkelmuskulatur entstehen
- Thromboserisiko: Verlangsamter venöser Rückfluss durch die angehobene Beinposition erhöht das Thromboserisiko
- Druckgeschwüre: Druckstellen an Fersen, Waden und Kniegelenken durch mangelnde Polsterung
- Kreislaufveränderungen: Bei Umlagerung aus der Lagerung heraus kann es zu Blutdruckabfall kommen
Pflegerische und anästhesiologische Besonderheiten
Das OP-Pflegepersonal und die Anästhesie-Fachkräfte sind für die korrekte und sichere Durchführung der Lagerung verantwortlich. Wichtige Punkte umfassen:
- Ausreichende Polsterung aller Druckpunkte vor der Lagerung
- Gleichzeitiges Heben und Senken beider Beine zur Vermeidung von Wirbelsäulenbelastungen
- Regelmäßige Kontrolle der Lagerung während der Operation
- Dokumentation der Lagerungsdauer
- Aufklärung der Patientin über mögliche lagerungsbedingte Beschwerden nach der Operation
Abgrenzung zu ähnlichen Lagerungen
Die Lagerung nach Fritsch ist eng verwandt mit der klassischen Steinschnittlage und der Trendelenburg-Position. Im Unterschied zur Standard-Steinschnittlage ist bei der Fritsch-Lagerung der Tisch speziell geneigt und das Becken besonders exponiert. In der modernen OP-Praxis wird sie häufig mit der Trendelenburg-Kippung kombiniert, um den Darminhalt aus dem kleinen Becken zu verlagern und das Sichtfeld zu verbessern.
Quellen
- Lenz, S. et al.: Operative Gynäkologie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2019.
- Stauber, M., Weyerstahl, T.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2013.
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Leitlinien zur operativen Gynäkologie. www.dggg.de, abgerufen 2024.
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