Levetiracetam – Antiepileptikum bei Epilepsie
Levetiracetam ist ein Antiepileptikum zur Behandlung von Epilepsie. Es reduziert die Häufigkeit epileptischer Anfälle und wird bei Erwachsenen sowie Kindern eingesetzt.
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Levetiracetam ist ein Antiepileptikum zur Behandlung von Epilepsie. Es reduziert die Häufigkeit epileptischer Anfälle und wird bei Erwachsenen sowie Kindern eingesetzt.
Was ist Levetiracetam?
Levetiracetam ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der Antiepileptika (Antikonvulsiva), das zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt wird. Es ist unter verschiedenen Handelsnamen erhältlich, darunter Keppra als bekanntestes Originalpräparat, sowie zahlreiche Generika. Levetiracetam wurde 2000 in der Europäischen Union zugelassen und hat sich seitdem als eines der meistverordneten Antiepileptika weltweit etabliert.
Anwendungsgebiete (Indikationen)
Levetiracetam wird bei verschiedenen Formen von Epilepsie eingesetzt:
- Fokale Anfälle (mit oder ohne sekundäre Generalisierung) bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab einem Monat
- Myoklonische Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit juveniler myoklonischer Epilepsie
- Primär generalisierte tonisch-klonische Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit idiopathischer generalisierter Epilepsie
Es kann als Einzel- oder Kombinationstherapie (Add-on-Therapie) mit anderen Antiepileptika angewendet werden.
Wirkmechanismus
Der genaue Wirkmechanismus von Levetiracetam unterscheidet sich von dem anderer Antiepileptika. Das Molekül bindet selektiv an das synaptische Vesikelprotein SV2A, das an der Freisetzung von Neurotransmittern aus den Nervenendigungen beteiligt ist. Durch diese Bindung wird die übermäßige, synchronisierte elektrische Aktivität im Gehirn gedämpft, die für epileptische Anfälle verantwortlich ist. Levetiracetam beeinflusst dabei kaum die normale neuronale Aktivität, was seinen vergleichsweise günstigen Nebenwirkungsprofile erklärt.
Dosierung und Anwendung
Levetiracetam ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich:
- Filmtabletten (oral, für Erwachsene und ältere Kinder)
- Lösung zum Einnehmen (oral, besonders für Kinder geeignet)
- Konzentrat zur Infusion (intravenös, wenn orale Einnahme nicht möglich ist)
Die Dosierung wird vom behandelnden Arzt individuell festgelegt und richtet sich nach Alter, Körpergewicht und der Art der Epilepsie. Bei Erwachsenen beträgt die übliche Anfangsdosis 250–500 mg zweimal täglich, die schrittweise erhöht werden kann. Die maximale Tagesdosis liegt in der Regel bei 3000 mg. Levetiracetam sollte nicht abrupt abgesetzt werden, da dies Anfälle auslösen kann – eine schrittweise Dosisreduktion ist notwendig.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Levetiracetam Nebenwirkungen verursachen. Häufige Nebenwirkungen sind:
- Verhaltens- und psychische Veränderungen: Reizbarkeit, Aggressivität, Stimmungsschwankungen, Angst oder Depression
- Neurologische Effekte: Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Zittern
- Infektionen: Erhöhte Anfälligkeit für Infektionen der oberen Atemwege
- Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
Seltenere, aber ernsthafte Nebenwirkungen umfassen Blutbildveränderungen, schwere Hautreaktionen und suizidale Gedanken. Patienten und Angehörige sollten bei Auftreten von Verhaltensänderungen oder Stimmungsverschlechterungen umgehend einen Arzt aufsuchen.
Wechselwirkungen
Levetiracetam hat im Vergleich zu vielen anderen Antiepileptika ein relativ geringes Wechselwirkungspotenzial, da es kaum über das Leberenzym-System CYP450 metabolisiert wird. Dennoch sollten folgende Punkte beachtet werden:
- Kombination mit anderen zentralnervös dämpfenden Substanzen (z. B. Alkohol, Schlafmittel) kann die Sedierung verstärken
- Probenecid kann die Ausscheidung von Levetiracetam hemmen und die Plasmaspiegel erhöhen
- Bei gleichzeitiger Einnahme von Methotrexat ist Vorsicht geboten
Besondere Hinweise
Bei eingeschränkter Nierenfunktion muss die Dosis angepasst werden, da Levetiracetam überwiegend renal ausgeschieden wird. Während der Schwangerschaft sollte die Einnahme nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt erfolgen, da Antiepileptika grundsätzlich mit einem erhöhten Fehlbildungsrisiko assoziiert sein können. Stillende Mütter sollten beachten, dass Levetiracetam in die Muttermilch übergeht.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) – Leitlinie Epilepsien im Erwachsenenalter (2023). Verfügbar unter: www.dgn.org
- European Medicines Agency (EMA) – Keppra: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SmPC). Verfügbar unter: www.ema.europa.eu
- Rogawski MA, Loscher W – The neurobiology of antiepileptic drugs. Nature Reviews Neuroscience, 2004;5(7):553–564.
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