Lorazepam: Wirkung, Dosierung und Nebenwirkungen
Lorazepam ist ein Beruhigungs- und Schlafmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine. Es wird bei Angststörungen, Schlaflosigkeit und Krampfanfällen eingesetzt.
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Lorazepam ist ein Beruhigungs- und Schlafmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine. Es wird bei Angststörungen, Schlaflosigkeit und Krampfanfällen eingesetzt.
Was ist Lorazepam?
Lorazepam ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der Benzodiazepine und zählt zu den am häufigsten verschriebenen Beruhigungs- und Schlafmitteln weltweit. Es wirkt angstlösend (anxiolytisch), beruhigend (sedativ), schlaffördernd (hypnotisch), muskelentspannend (muskelrelaxierend) und krampflösend (antikonvulsiv). In Deutschland ist Lorazepam unter verschiedenen Handelsnamen erhältlich, darunter Tavor.
Indikationen
Lorazepam wird für verschiedene medizinische Anwendungsgebiete eingesetzt:
- Angststörungen und akute Angstzustände
- Schlaflosigkeit (Insomnie) bei starker psychischer Belastung
- Epileptische Anfälle und Status epilepticus (Notfallbehandlung)
- Prämedikation vor operativen Eingriffen
- Alkoholentzugssyndrom
- Agitation und Unruhezustände in der Intensivmedizin
Wirkmechanismus
Lorazepam entfaltet seine Wirkung durch Bindung an den GABA-A-Rezeptor, den wichtigsten hemmenden Neurotransmitter-Rezeptor im zentralen Nervensystem. Die Bindung von Lorazepam an diesen Rezeptor verstärkt die Wirkung von Gamma-Aminobuttersäure (GABA), wodurch die Erregbarkeit der Nervenzellen reduziert wird. Dies führt zu einer dämpfenden Wirkung auf das zentrale Nervensystem und erklärt die anxiolytischen, sedativen und antikonvulsiven Eigenschaften des Wirkstoffs.
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung von Lorazepam richtet sich nach Indikation, Alter und individuellem Ansprechen des Patienten. Lorazepam ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich:
- Tabletten (0,5 mg, 1,0 mg, 2,5 mg) zur oralen Einnahme
- Injektionslösung für den intravenösen oder intramuskulären Einsatz (z. B. im Notfall)
- Schmelztabletten (sog. Expidet-Tabletten) zur sublingualen Anwendung
Die typische Tagesdosis für Erwachsene bei Angststörungen beträgt 0,5 bis 2,5 mg, aufgeteilt auf mehrere Einzeldosen. Eine Selbstmedikation ohne ärztliche Verschreibung ist nicht zulässig, da Lorazepam in Deutschland der Verschreibungspflicht unterliegt.
Nebenwirkungen
Wie alle Benzodiazepine kann Lorazepam eine Reihe von Nebenwirkungen verursachen:
- Müdigkeit und Schläfrigkeit (häufigste Nebenwirkung)
- Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
- Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- Muskelentspannung mit erhöhter Sturzgefahr (besonders bei älteren Patienten)
- Abhängigkeitspotenzial bei längerfristiger Anwendung
- Paradoxe Reaktionen (z. B. Erregung, Aggressivität) in seltenen Fällen
- Atemdepression bei hohen Dosen oder Kombination mit anderen dämpfenden Mitteln
Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen
Lorazepam darf nicht oder nur unter strenger ärztlicher Aufsicht angewendet werden bei:
- Bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Benzodiazepinen
- Myasthenia gravis (neuromuskuläre Erkrankung)
- Schwerer Leberinsuffizienz
- Schlafapnoe-Syndrom
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Alkohol- oder Drogenabhängigkeit in der Vorgeschichte
Aufgrund des Abhängigkeitspotenzials sollte Lorazepam nur kurzfristig (in der Regel nicht länger als 4 Wochen) und unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle eingesetzt werden. Ein abruptes Absetzen kann zu Entzugserscheinungen führen und sollte schrittweise erfolgen.
Wechselwirkungen
Lorazepam kann mit einer Reihe anderer Substanzen wechselwirken:
- Alkohol: Verstärkung der dämpfenden Wirkung, erhöhtes Risiko einer Atemdepression
- Andere Benzodiazepine und Sedativa: additive Wirkungsverstärkung
- Opioide: erhöhtes Risiko schwerwiegender Atemdepression
- Antidepressiva und Antipsychotika: gegenseitige Wirkungsverstärkung
- Clozapin: Gefahr von Herzstillstand und Atemdepression
Quellen
- Fachinformation Tavor (Lorazepam) -- Pfizer Pharma GmbH, aktuelle Fassung (Stand: 2023).
- Lüllmann H, Mohr K, Hein L. Pharmakologie und Toxikologie. 18. Auflage. Stuttgart: Thieme Verlag; 2016.
- World Health Organization (WHO). Model Formulary 2023: Anxiolytics. Geneva: WHO Press; 2023.
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