Frakturdislokation – Ursachen, Symptome und Behandlung
Eine Frakturdislokation ist ein schweres Knochenverletzungsmuster, bei dem ein Knochenbruch mit einer Versetzung der Gelenkflächen einhergeht. Betroffen sind häufig Wirbelsäule, Schulter, Hüfte oder Sprunggelenk.
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Eine Frakturdislokation ist ein schweres Knochenverletzungsmuster, bei dem ein Knochenbruch mit einer Versetzung der Gelenkflächen einhergeht. Betroffen sind häufig Wirbelsäule, Schulter, Hüfte oder Sprunggelenk.
Was ist eine Frakturdislokation?
Eine Frakturdislokation bezeichnet eine kombinierte Verletzung, bei der ein Knochenbruch (Fraktur) gleichzeitig mit einer Verschiebung oder Verrenkung (Dislokation) eines benachbarten Gelenks auftritt. Diese Kombination gilt als besonders schwerwiegend, da neben dem Knochen auch Gelenkstrukturen, Bänder, Gefäße und Nerven betroffen sein können. Eine fachgerechte und rasche Behandlung ist entscheidend, um bleibende Schäden zu vermeiden.
Ursachen
Frakturdislokationen entstehen in der Regel durch hochenergetische Traumata, also durch Krafteinwirkungen mit hoher Energie auf den Körper. Typische Ursachen sind:
- Verkehrsunfälle (Auto, Motorrad, Fahrrad)
- Sturz aus großer Höhe
- Sportunfälle, insbesondere bei Kontaktsportarten
- Direkter Aufprall oder Quetsching
- Arbeitsunfälle mit schwerem Gerät
Bei älteren Menschen mit Osteoporose (Knochenschwund) können Frakturdislokationen auch durch weniger starke Traumata entstehen, da die Knochen an Stabilität verloren haben.
Häufig betroffene Körperstellen
Eine Frakturdislokation kann prinzipiell an jedem Gelenk auftreten. Besonders häufig sind folgende Körperstellen betroffen:
- Wirbelsäule (insbesondere Hals- und Brustwirbelsäule) – mit Gefahr einer Rückenmarksverletzung
- Schultergelenk (proximaler Humerus)
- Hüftgelenk (proximaler Femur)
- Sprunggelenk (oberes Sprunggelenk mit Innen- und Außenknöchel)
- Ellenbogengelenk
- Handgelenk (z. B. Lisfranc-Verletzung am Fuß)
Symptome
Die Symptome einer Frakturdislokation sind meist deutlich ausgeprägt und können folgende Zeichen umfassen:
- Starke, sofortige Schmerzen im betroffenen Bereich
- Sichtbare Fehlstellung oder Verformung des Gelenks oder Knochens
- Schwellung und Bluterguss (Hämatom)
- Eingeschränkte oder aufgehobene Beweglichkeit
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln (bei Nervenbeteiligung)
- Blässe oder fehlender Puls (bei Gefäßbeteiligung)
- Offene Wunden bei offenen Frakturen
Bei Beteiligung der Wirbelsäule können zudem Lähmungserscheinungen, Blasen- und Darmstörungen oder vollständige Querschnittslähmung auftreten.
Diagnose
Die Diagnose einer Frakturdislokation erfolgt durch eine Kombination aus körperlicher Untersuchung und bildgebenden Verfahren:
- Röntgenaufnahme: Erste Bildgebung zur Darstellung von Knochenbruch und Gelenkfehlstellung
- Computertomographie (CT): Detaillierte dreidimensionale Darstellung des Verletzungsmusters, besonders wichtig bei der Wirbelsäule
- Magnetresonanztomographie (MRT): Beurteilung von Weichteilverletzungen, Bändern, Nerven und Rückenmark
- Gefäßuntersuchung (Doppler-Sonographie oder Angiographie): Bei Verdacht auf Gefäßverletzungen
Eine schnelle und präzise Diagnose ist essenziell, um die optimale Behandlungsstrategie festzulegen.
Behandlung
Notfallversorgung
Bei Verdacht auf eine Frakturdislokation muss umgehend ein Notarzt gerufen werden. Wichtig ist eine Ruhigstellung der verletzten Region, um weitere Schäden zu verhindern. Offene Wunden werden steril abgedeckt. Kreislauf, Atmung und Bewusstsein werden überwacht.
Konservative Behandlung
In wenigen, weniger schwerwiegenden Fällen kann eine konservative Therapie in Betracht gezogen werden, zum Beispiel durch:
- Geschlossene Reposition (manuelle Einrenkung) unter Anästhesie
- Anschließende Ruhigstellung mit Gips, Schiene oder Orthese
- Schmerztherapie und Physiotherapie
Operative Behandlung
In den meisten Fällen ist jedoch eine operative Versorgung notwendig. Ziel ist die anatomisch korrekte Reposition und Stabilisierung der Fraktur sowie die Wiederherstellung der Gelenkkongruenz. Methoden umfassen:
- Osteosynthese: Fixierung der Knochenfragmente mit Schrauben, Platten, Nägeln oder Drähten
- Gelenkrekonstruktion: Wiederherstellung der Gelenkflächen und Bandstrukturen
- Gelenkersatz (Endoprothese): Bei nicht rekonstruierbaren Gelenkzerstörungen, z. B. an der Hüfte
- Wirbelsäulenstabilisierung: Durch Implantate (Pedikelschrauben, Cages) zur Sicherung des Rückenmarks
Rehabilitation
Nach der operativen oder konservativen Versorgung ist eine intensive Rehabilitation notwendig, um Beweglichkeit, Kraft und Funktion des betroffenen Gelenks wiederherzustellen. Diese umfasst Physiotherapie, Ergotherapie und gegebenenfalls neurologische Rehabilitation.
Komplikationen
Ohne adäquate und rechtzeitige Behandlung können schwerwiegende Komplikationen auftreten:
- Dauerhafter Gelenk- oder Knochenschaden (Arthrose)
- Nervenschäden mit Lähmung oder Sensibilitätsverlust
- Gefäßverletzungen mit drohendem Extremitätenverlust
- Rückenmarksverletzungen mit bleibender Querschnittslähmung
- Infektionen, besonders bei offenen Frakturen
- Nekrose (Absterben) von Knochen- oder Weichteilen
Quellen
- Rüter A., Trentz O., Wagner M. (Hrsg.): Unfallchirurgie. Urban & Fischer Verlag, 2. Auflage, 2004.
- Buckley R. E., Moran C. G., Apivatthakakul T. (Hrsg.): AO Principles of Fracture Management. Thieme Verlag, 3. Auflage, 2017.
- Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU): S3-Leitlinie Polytrauma / Schwerverletzten-Behandlung. AWMF-Register Nr. 187-023, 2022. Verfügbar unter: https://www.awmf.org
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