Ovarialhormon – Definition, Funktion und Bedeutung
Ovarialhormone sind Geschlechtshormone, die in den Eierstöcken gebildet werden. Sie steuern den weiblichen Zyklus, die Fruchtbarkeit und viele weitere Körperfunktionen.
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Ovarialhormone sind Geschlechtshormone, die in den Eierstöcken gebildet werden. Sie steuern den weiblichen Zyklus, die Fruchtbarkeit und viele weitere Körperfunktionen.
Was sind Ovarialhormone?
Ovarialhormone sind Hormone, die in den Eierstöcken (Ovarien) der Frau produziert werden. Sie gehören zur Gruppe der Steroidhormone und spielen eine zentrale Rolle in der weiblichen Reproduktion, dem Menstruationszyklus sowie zahlreichen weiteren physiologischen Prozessen. Die wichtigsten Ovarialhormone sind Östrogene (vor allem Östradiol), Progesteron und in geringem Maße auch Androgene wie Testosteron.
Arten und Wirkmechanismus
Östrogene
Östrogene, insbesondere Östradiol (E2), werden hauptsächlich in den Follikeln der Eierstöcke gebildet. Sie fördern das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut, stimulieren die Entwicklung der weiblichen Geschlechtsmerkmale und haben schützende Effekte auf das Herz-Kreislauf-System sowie die Knochen. Östrogene binden an spezifische Rezeptoren in Zellen und beeinflussen so die Genexpression.
Progesteron
Progesteron wird hauptsächlich im Gelbkörper (Corpus luteum) nach dem Eisprung produziert. Es bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vor, hemmt weitere Eisprünge während einer Schwangerschaft und spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Schwangerschaft.
Androgene
Die Eierstöcke produzieren auch geringe Mengen an Androgenen wie Testosteron und Dehydroepiandrosteron (DHEA). Diese dienen als Vorstufen für die Östrogensynthese und beeinflussen unter anderem die Libido.
Regulierung der Ovarialhormonproduktion
Die Produktion der Ovarialhormone wird durch die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und den Hypothalamus gesteuert. Der Hypothalamus schüttet das Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) aus, welches die Hypophyse zur Freisetzung von FSH (follikelstimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon) anregt. Diese Hormone regulieren wiederum die Produktion von Östrogen und Progesteron in den Eierstöcken. Dieses System funktioniert nach dem Prinzip der negativen Rückkopplung: Hohe Östrogenspiegel hemmen die weitere Ausschüttung von GnRH und FSH.
Klinische Bedeutung
Menstruationszyklus und Fruchtbarkeit
Ovarialhormone steuern den etwa 28-tägigen Menstruationszyklus. In der ersten Zyklushälfte (Follikelphase) dominieren die Östrogene, die das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut fördern. Nach dem Eisprung übernimmt Progesteron in der Lutealphase die Führung. Bleibt eine Befruchtung aus, sinken die Hormonspiegel und die Menstruation setzt ein.
Wechseljahre (Menopause)
Mit zunehmenden Alter nimmt die Funktion der Eierstöcke ab. In den Wechseljahren (Menopause) sinkt die Produktion von Östrogen und Progesteron deutlich. Dies kann zu typischen Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und langfristig zu Osteoporose führen.
Hormonelle Störungen
Ein Ungleichgewicht der Ovarialhormone kann verschiedene Erkrankungen verursachen oder begünstigen, darunter:
- Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS): erhöhte Androgenspiegel und gestörter Eisprung
- Endometriose: östrogenabhängiges Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter
- Prämenstruelles Syndrom (PMS): Beschwerden in der zweiten Zyklushälfte durch Hormonschwankungen
- Ovarialinsuffizienz: verminderte oder fehlende Hormonproduktion der Eierstöcke
Diagnostik
Ovarialhormone können durch eine einfache Blutuntersuchung gemessen werden. Die Werte von Östradiol, Progesteron, FSH und LH geben Aufschluss über die Eierstockfunktion, den Zykluszustand und mögliche hormonelle Störungen. Bei Frauen in den Wechseljahren sind erhöhte FSH-Werte und niedrige Östradiolwerte typisch.
Therapeutische Anwendung
Synthetisch hergestellte oder bioidentische Ovarialhormone werden in der Medizin vielfach eingesetzt:
- Hormonelle Verhütung: Kombinationspräparate aus Östrogen und Gestagen (synthetisches Progesteron) in der Pille, dem Verhütungsring oder dem Pflaster
- Hormonersatztherapie (HRT): Linderung von Wechseljahrsbeschwerden und Vorbeugung von Osteoporose
- Fertilitätsbehandlung: Stimulation der Eierstöcke bei unerfülltem Kinderwunsch
Quellen
- Strowitzki, T. et al. - Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin. Springer, 2014.
- World Health Organization (WHO) - Female Reproductive Health. www.who.int
- Strauss, J.F. & Barbieri, R.L. - Yen and Jaffe's Reproductive Endocrinology. Elsevier, 8. Auflage, 2018.
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