Os sphenoidale – Keilbein: Anatomie & Funktion
Das Os sphenoidale (Keilbein) ist ein zentraler Schädelknochen, der an der Schädelbasis liegt und wichtige Strukturen wie Nerven und Gefäße schützt.
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Das Os sphenoidale (Keilbein) ist ein zentraler Schädelknochen, der an der Schädelbasis liegt und wichtige Strukturen wie Nerven und Gefäße schützt.
Was ist das Os sphenoidale?
Das Os sphenoidale, auf Deutsch als Keilbein bezeichnet, ist ein unpaarer Knochen im zentralen Bereich der Schädelbasis. Aufgrund seiner charakteristischen Form – mit einem Körper, zwei großen Flügeln, zwei kleinen Flügeln und zwei Flügelfortsätzen – wird er oft mit einem Schmetterling verglichen. Das Keilbein ist ein wesentlicher Bestandteil des Hirnschädels und artikuliert mit zahlreichen anderen Schädelknochen.
Anatomie und Aufbau
Das Os sphenoidale gliedert sich in mehrere Abschnitte:
- Corpus sphenoidalis (Keilbeinkörper): Der zentrale Anteil, der die Sella turcica beherbergt – eine sattelförmige Vertiefung, in der die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) liegt. Im Inneren des Körpers befinden sich die paarigen Sinus sphenoidales (Keilbeinhöhlen), die zu den Nasennebenhöhlen zählen.
- Alae majores (Große Flügel): Die seitlich ausladenden, großen Knochenplatten, die einen Teil der mittleren Schädelgrube sowie der Schläfenregion und Augenhöhle bilden.
- Alae minores (Kleine Flügel): Die oberen, schmäleren Fortsätze, die an der Bildung der vorderen Schädelgrube und der Augenhöhlendachplatten beteiligt sind. Zwischen kleinen und großen Flügeln liegt die Fissura orbitalis superior, durch die wichtige Hirnnerven und Gefäße verlaufen.
- Processus pterygoidei (Flügelfortsätze): Nach unten gerichtete Fortsätze, die als Ansatzpunkte für Kaumuskulatur dienen und die Fossa pterygoidea bilden.
Wichtige Öffnungen und Kanäle
Das Keilbein enthält mehrere bedeutsame Foramina (Öffnungen) und Kanäle, durch die Nerven und Blutgefäße verlaufen:
- Canalis opticus: Durchgang für den Sehnerv (Nervus opticus) und die Arteria ophthalmica.
- Foramen rotundum: Durchlass für den zweiten Ast des Drillingsnerven (Nervus maxillaris, V2).
- Foramen ovale: Durchlass für den dritten Ast des Drillingsnerven (Nervus mandibularis, V3).
- Foramen spinosum: Durchlass für die Arteria meningea media.
- Fissura orbitalis superior: Durchlass für die Hirnnerven III, IV, V1 und VI sowie für Augenvenen.
Funktionen des Os sphenoidale
Das Keilbein erfüllt mehrere wichtige Aufgaben:
- Es bildet einen wesentlichen Teil der Schädelbasis und trägt zur Stabilität des Hirnschädels bei.
- Es schützt die Hypophyse in der Sella turcica vor mechanischen Einwirkungen.
- Es enthält die Keilbeinhöhlen (Sinus sphenoidales), die zur Belüftung und Befeuchtung der Atemluft beitragen.
- Es dient als Durchgangsstruktur für wichtige Hirnnerven und Blutgefäße.
- Es bildet gemeinsam mit anderen Knochen die Augenhöhle (Orbita) und die Schläfengrube (Fossa temporalis).
Klinische Bedeutung
Das Os sphenoidale ist aufgrund seiner zentralen Lage und seiner engen Beziehung zu wichtigen Strukturen klinisch sehr bedeutsam.
Frakturen
Brüche des Keilbeins entstehen meist durch schwere Schädeltraumen. Da das Keilbein eng mit der Arteria carotis interna, der Hypophyse und zahlreichen Hirnnerven in Kontakt steht, können Keilbeinfrakturen zu ernsthaften Komplikationen wie Hirnnervenausfällen, Sehverlust, Hormonausfällen (durch Hypophysenschädigung) oder lebensbedrohlichen Blutungen führen.
Sinusitis sphenoidalis
Eine Entzündung der Keilbeinhöhlen (Sinusitis sphenoidalis) ist zwar selten, aber potenziell gefährlich. Symptome sind diffuse Kopfschmerzen (häufig im Hinterkopf- oder Scheitelbereich), Druckgefühl und bei Ausbreitung der Entzündung das Risiko einer Meningitis oder Hirnabszessbildung.
Hypophysentumoren
Tumoren der Hypophyse (z. B. Hypophysenadenome) liegen in direkter Nachbarschaft zum Keilbein. Sie können durch einen transsphenoidalen Zugang – also durch die Keilbeinhöhle hindurch – operativ entfernt werden. Diese minimalinvasive Technik nutzt die anatomische Lage des Os sphenoidale als natürlichen Operationszugang.
Bedeutung in der Bildgebung
In der Radiologie und besonders in der Computertomographie (CT) sowie der Magnetresonanztomographie (MRT) des Schädels ist das Keilbein ein wichtiger anatomischer Orientierungspunkt. Veränderungen an diesem Knochen können auf Tumoren, Entzündungen oder traumatische Verletzungen hinweisen.
Entwicklung und Ossifikation
Das Os sphenoidale entwickelt sich aus mehreren Ossifikationszentren, die sich während der Embryonalentwicklung und der frühen Kindheit vereinigen. Die vollständige Verknöcherung ist im Allgemeinen bis zum Ende des ersten Lebensjahrzehnts abgeschlossen. Das Keilbein besteht teils aus enchondral (aus Knorpel) und teils aus desmال (aus Bindegewebe) verknöchertem Knochengewebe.
Quellen
- Schünke M., Schulte E., Schumacher U. – Prometheus Lernatlas der Anatomie: Kopf, Hals und Neuroanatomie. Thieme Verlag, 4. Auflage, 2018.
- Drake R.L., Vogl A.W., Mitchell A.W.M. – Gray's Anatomy for Students. Elsevier, 4th Edition, 2019.
- Standring S. (Hrsg.) – Gray's Anatomy: The Anatomical Basis of Clinical Practice. Elsevier, 42nd Edition, 2020.
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