Verapamil – Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Verapamil ist ein Kalziumkanalblocker, der zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und Angina pectoris eingesetzt wird. Es verlangsamt die Herzfrequenz und erweitert die Blutgefäße.
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Verapamil ist ein Kalziumkanalblocker, der zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und Angina pectoris eingesetzt wird. Es verlangsamt die Herzfrequenz und erweitert die Blutgefäße.
Was ist Verapamil?
Verapamil ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der Kalziumkanalblocker (auch Kalziumantagonisten genannt). Es gehört zur Unterklasse der Phenylalkylamine und wird seit den 1960er Jahren in der Medizin eingesetzt. Verapamil blockiert spannungsabhängige L-Typ-Kalziumkanäle im Herzmuskel und in den glatten Muskelzellen der Blutgefäße, was zu einer Verlangsamung der Herzfrequenz, einer Reduktion der Herzmuskelkraft und einer Erweiterung der Blutgefäße führt.
Anwendungsgebiete (Indikationen)
Verapamil wird für verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt:
- Herzrhythmusstörungen: Besonders bei supraventrikulären Tachykardien (SVT), Vorhofflimmern und Vorhofflattern zur Kontrolle der Herzfrequenz.
- Bluthochdruck (Hypertonie): Als Langzeittherapie zur Senkung des Blutdrucks.
- Angina pectoris: Zur Vorbeugung von Brustschmerzen bei stabiler Angina und vasospastischer Angina (Prinzmetal-Angina).
- Hypertroph-obstruktive Kardiomyopathie (HOCM): In ausgewählten Fällen zur Linderung der Beschwerden.
Wirkmechanismus
Verapamil hemmt den Einstrom von Kalziumionen in die Zellen des Herzmuskels und der glatten Gefäßmuskulatur. Dies hat folgende Effekte:
- Negativ chronotrop: Verlangsamung der Herzfrequenz durch Hemmung des Sinusknotens.
- Negativ dromotrop: Verlangsamung der Erregungsleitung im AV-Knoten, wodurch Herzrhythmusstörungen unterbrochen werden können.
- Negativ inotrop: Verringerung der Kontraktionskraft des Herzmuskels.
- Vasodilatation: Entspannung der glatten Muskulatur in den Blutgefäßwänden, was den Blutdruck senkt und die Durchblutung verbessert.
Dosierung und Anwendung
Verapamil ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich: als Tabletten (sofortige und retardierte Freisetzung), als Kapseln sowie als Injektionslösung für den klinischen Notfalleinsatz. Die Dosierung richtet sich nach der Indikation, dem Alter und dem Gesundheitszustand des Patienten und sollte stets vom Arzt festgelegt werden.
- Bei Bluthochdruck und Angina pectoris: meist 120–480 mg pro Tag, verteilt auf mehrere Einzeldosen oder als Retardformulierung.
- Bei akuten Herzrhythmusstörungen (intravenös): unter strikter klinischer Überwachung, da die Wirkung sehr rasch einsetzt.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Verapamil Nebenwirkungen verursachen. Häufige und bekannte Nebenwirkungen umfassen:
- Verstopfung (Obstipation): Eine der häufigsten Nebenwirkungen, da Kalziumkanäle auch in der Darmmuskulatur blockiert werden.
- Niedriger Blutdruck (Hypotonie): Besonders beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie).
- Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie): Durch den negativ chronotropen Effekt.
- AV-Block: Verlangsamung oder Unterbrechung der Erregungsleitung zwischen Vorhof und Kammer.
- Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit.
- Knöchel- und Beinschwellungen (periphere Ödeme).
- Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden.
Gegenanzeigen (Kontraindikationen)
Verapamil darf in bestimmten Situationen nicht angewendet werden:
- Schwere Herzinsuffizienz oder stark eingeschränkte linksventrikuläre Funktion.
- AV-Block 2. oder 3. Grades (ohne Herzschrittmacher).
- Sinusknotensyndrom (Sick-Sinus-Syndrom) ohne Herzschrittmacher.
- Kombinationstherapie mit Beta-Blockern (intravenöse Gabe), da das Risiko eines AV-Blocks und einer Herzinsuffizienz stark ansteigt.
- Kardiogener Schock.
- Schwere Hypotonie.
Wechselwirkungen
Verapamil kann mit zahlreichen anderen Arzneimitteln wechselwirken. Besonders wichtig sind:
- Beta-Blocker: Kombination kann zu starker Verlangsamung des Herzschlags oder AV-Block führen.
- Digoxin: Verapamil erhöht den Digoxin-Spiegel im Blut und kann zu einer Überdosierung führen.
- Simvastatin: Verapamil hemmt das Enzym CYP3A4, wodurch Statinspiegel ansteigen und das Risiko von Muskelschäden zunimmt.
- Ciclosporin, Carbamazepin: Erhöhte Plasmaspiegel dieser Medikamente durch CYP3A4-Hemmung.
- Grapefruitsaft: Kann den Verapamil-Spiegel im Blut erhöhen und sollte während der Einnahme gemieden werden.
Hinweise für Patienten
Verapamil sollte nicht eigenmächtig abgesetzt werden, da dies zu einem Rückfall von Herzrhythmusstörungen oder einem Blutdruckanstieg führen kann. Die Einnahme sollte regelmäßig und zum gleichen Zeitpunkt erfolgen. Bei Nebenwirkungen oder ungewöhnlichen Symptomen ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen. Schwangere und stillende Frauen sollten das Medikament nur nach ausdrücklicher ärztlicher Empfehlung anwenden.
Quellen
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Fachinformation Verapamil-haltige Arzneimittel, aktuelle Version.
- Mutschler E. et al. - Arzneimittelwirkungen: Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie. 10. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2013.
- Zipes DP, Camm AJ et al. - ACC/AHA/ESC 2006 Guidelines for Management of Patients With Ventricular Arrhythmias. Circulation. 2006;114(10):e385-e484.
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