Fundoplikatio – Operation bei Reflux & Sodbrennen
Die Fundoplikatio ist ein chirurgischer Eingriff zur Behandlung von Sodbrennen und Refluxkrankheit. Dabei wird der Mageneingang gestärkt, um den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre dauerhaft zu verhindern.
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Die Fundoplikatio ist ein chirurgischer Eingriff zur Behandlung von Sodbrennen und Refluxkrankheit. Dabei wird der Mageneingang gestärkt, um den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre dauerhaft zu verhindern.
Was ist die Fundoplikatio?
Die Fundoplikatio ist ein operativer Eingriff, bei dem der obere Teil des Magens (der sogenannte Magenfundus) um den unteren Abschnitt der Speiseröhre herumgefaltet und dort fixiert wird. Ziel ist es, den gastroösophagealen Übergang – also den Übergang zwischen Speiseröhre und Magen – zu verstärken, damit Magensäure nicht mehr in die Speiseröhre zurückfließen kann. Dieser Rückfluss wird als gastroösophagealer Reflux bezeichnet und ist die Ursache für Beschwerden wie Sodbrennen und saures Aufstoßen.
Wann wird die Fundoplikatio angewendet?
Die Fundoplikatio wird vor allem dann empfohlen, wenn konservative Maßnahmen wie Medikamente (sogenannte Protonenpumpenhemmer) und Ernährungsumstellungen keine ausreichende Wirkung zeigen oder langfristig nicht erwünscht sind. Typische Indikationen sind:
- Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD): Chronischer Rückfluss von Magensäure mit anhaltenden Beschwerden
- Hiatushernie: Verlagerung von Magenteilen durch den Zwerchfellspalt in den Brustraum
- Barrett-Ösophagus: Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut als Folge von langanhaltendem Reflux
- Unverträglichkeit oder Abhängigkeit von Refluxmedikamenten
Wie wird die Operation durchgeführt?
Heutzutage wird die Fundoplikatio fast ausschließlich laparoskopisch (minimalinvasiv, also durch kleine Bauchschnitte mithilfe einer Kamera) durchgeführt. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose und dauert in der Regel 1 bis 2 Stunden. Es gibt verschiedene Operationstechniken:
Nissen-Fundoplikatio (360-Grad-Manschette)
Bei der Nissen-Fundoplikatio wird der Magenfundus vollständig (360 Grad) um die Speiseröhre gewickelt. Dies ist die am häufigsten angewandte Methode und bietet einen sehr zuverlässigen Schutz gegen den Reflux.
Toupet-Fundoplikatio (270-Grad-Manschette)
Bei der Toupet-Fundoplikatio wird der Magenfundus nur teilweise (270 Grad) um die Speiseröhre gewickelt. Diese Methode wird häufig bevorzugt, wenn eine eingeschränkte Beweglichkeit der Speiseröhre vorliegt, da sie in solchen Fällen weniger Schluckbeschwerden verursacht.
Dor-Fundoplikatio (180-Grad-Manschette)
Die Dor-Fundoplikatio ist eine teilweise Vorderwandmanschette und wird vor allem nach der operativen Behandlung von Schluckstörungen (Achalasie) eingesetzt.
Wie verläuft die Nachsorge?
Nach der Operation verbleiben Patientinnen und Patienten in der Regel 2 bis 4 Tage im Krankenhaus. In den ersten Wochen nach dem Eingriff ist eine angepasste Ernährung notwendig:
- Zunächst nur flüssige und weiche Kost
- Langsames Kauen und kleinere Portionen
- Vermeidung von Kohlensäure und blähenden Speisen
Die vollständige Erholung dauert in der Regel 4 bis 6 Wochen. Körperlich schwere Tätigkeiten sollten in dieser Zeit vermieden werden.
Risiken und mögliche Nebenwirkungen
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff bestehen gewisse Risiken. Die häufigsten Beschwerden nach einer Fundoplikatio sind:
- Dysphagie: Schluckbeschwerden, meist vorübergehend in den ersten Wochen
- Blähungsgefühl: Schwierigkeiten beim Aufstoßen von Luft
- Dumpingsyndrom: Beschwerden durch schnellere Magenentleerung
- Selten: Rückfall des Refluxes, Verletzung umliegender Strukturen oder Infektionen
Erfolgsaussichten
Die Fundoplikatio ist ein bewährtes und gut untersuchtes Verfahren. Etwa 85 bis 90 Prozent der operierten Patientinnen und Patienten sind nach dem Eingriff dauerhaft beschwerdefrei oder zeigen eine deutliche Verbesserung. Langzeitergebnisse zeigen, dass ein Teil der Patientinnen und Patienten nach mehreren Jahren wieder auf Medikamente angewiesen sein kann.
Quellen
- Fuchs, K.H. et al. - Gastroösophageale Refluxkrankheit. In: Chirurgische Gastroenterologie. Springer Medizin Verlag, 2020.
- Koop, H. et al. - S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit. AWMF-Register Nr. 021/013, Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), 2023.
- Lundell, L. et al. - Comparison of outcomes twelve years after antireflux surgery or omeprazole maintenance therapy for reflux esophagitis. Clinical Gastroenterology and Hepatology, 2009.
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