Phytotherapie – Heilpflanzen in der Medizin
Phytotherapie ist die gezielte Anwendung von Heilpflanzen und pflanzlichen Wirkstoffen zur Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen. Sie gilt als anerkannter Bereich der modernen Medizin.
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Phytotherapie ist die gezielte Anwendung von Heilpflanzen und pflanzlichen Wirkstoffen zur Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen. Sie gilt als anerkannter Bereich der modernen Medizin.
Was ist Phytotherapie?
Die Phytotherapie (von griechisch phyton = Pflanze und therapeia = Behandlung) bezeichnet die wissenschaftlich fundierte Anwendung von Heilpflanzen und daraus gewonnenen Zubereitungen zur Vorbeugung, Linderung und Behandlung von Erkrankungen. Sie gehört zu den ältesten Heilmethoden der Menschheit und ist heute ein anerkannter Teilbereich der Medizin und Pharmazie.
Im Gegensatz zur Volksmedizin oder traditionellen Kräuterheilkunde basiert die moderne Phytotherapie auf klinischen Studien, pharmakologischen Untersuchungen und standardisierten Pflanzenextrakten.
Wirkmechanismus
Pflanzliche Arzneimittel enthalten eine Vielzahl von sekundären Pflanzenstoffen, die biologisch aktiv sind. Dazu gehören unter anderem:
- Flavonoide (z. B. in Johanniskraut, Holunderblüten) – wirken antioxidativ und entzündungshemmend
- Alkaloide (z. B. in Baldrian, Mohnpflanzen) – wirken unter anderem beruhigend oder schmerzlindernd
- Gerbstoffe (Tannine) (z. B. in Eichenrinde, grünem Tee) – wirken zusammenziehend und entzündungshemmend
- Ätherische Öle (z. B. in Pfefferminze, Eukalyptus) – wirken antiseptisch und schleimhautabschwellend
- Saponine (z. B. in Efeu, Primel) – fördern die Schleimverflüssigung bei Husten
Da Pflanzen stets ein Gemisch verschiedener Wirkstoffe enthalten, spricht man von einem Vielstoffgemisch, das synergistisch wirken kann.
Anwendungsgebiete
Die Phytotherapie wird bei einer Vielzahl von Beschwerden und Erkrankungen eingesetzt. Zu den häufigsten Anwendungsgebieten zählen:
- Erkältungskrankheiten und Atemwegsinfekte (z. B. Echinacea, Thymian, Eukalyptus)
- Schlafstörungen und Nervosität (z. B. Baldrian, Hopfen, Melisse)
- Magen-Darm-Beschwerden (z. B. Kamille, Pfefferminze, Fenchel, Artischocke)
- Leichte Depressionen und Stimmungstiefs (z. B. Johanniskraut)
- Hauterkrankungen und Wunden (z. B. Ringelblume, Aloe vera, Hamamelis)
- Harnwegsinfektionen (z. B. Bärentraubenblätter, Cranberry)
- Wechseljahresbeschwerden (z. B. Traubensilberkerze)
- Herzkreislaufbeschwerden (z. B. Weißdorn)
Darreichungsformen
Phytotherapeutika sind in verschiedenen Formen erhältlich:
- Tees und Aufgüsse (Infuse)
- Tabletten, Kapseln und Dragees
- Tinkturen und Flüssigextrakte
- Salben, Cremes und Gele
- Inhalationsmittel und ätherische Öle
Sicherheit, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen
Obwohl pflanzliche Mittel häufig als natürlich und harmlos eingestuft werden, können auch Phytotherapeutika Nebenwirkungen haben und mit anderen Arzneimitteln wechselwirken. Bekannte Beispiele sind:
- Johanniskraut kann die Wirkung von Verhütungsmitteln, Blutverdünnern und Immunsuppressiva abschwächen.
- Ginkgo biloba kann die Blutungsneigung erhöhen, besonders in Kombination mit gerinnungshemmenden Medikamenten.
- Bärentraubenblätter sollten bei Nierenproblemen nicht angewendet werden.
Schwangere, Stillende und Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten Phytotherapeutika stets mit einem Arzt oder Apotheker absprechen, bevor sie mit der Einnahme beginnen.
Phytotherapie und Schulmedizin
In Deutschland sind viele pflanzliche Arzneimittel offiziell als Arzneimittel zugelassen und unterliegen den gleichen gesetzlichen Anforderungen wie synthetische Medikamente. Die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat zahlreiche Heilpflanzen bewertet und Monografien zu ihrer Anwendung veröffentlicht. Phytotherapie ist damit ein integraler Bestandteil der evidenzbasierten Medizin.
Quellen
- Wichtl M. (Hrsg.) – Teedrogen und Phytopharmaka. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 5. Auflage (2009).
- European Medicines Agency (EMA) – Herbal Medicines: Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC). www.ema.europa.eu (abgerufen 2024).
- Schilcher H., Kammerer S., Wegener T. – Leitfaden Phytotherapie. Urban & Fischer Verlag, 5. Auflage (2016).
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