Immunsuppression – Ursachen, Risiken und Therapie
Immunsuppression bezeichnet die gezielte oder krankheitsbedingte Unterdrückung des Immunsystems. Sie wird z. B. nach Organtransplantationen oder bei Autoimmunerkrankungen eingesetzt.
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Immunsuppression bezeichnet die gezielte oder krankheitsbedingte Unterdrückung des Immunsystems. Sie wird z. B. nach Organtransplantationen oder bei Autoimmunerkrankungen eingesetzt.
Was ist Immunsuppression?
Immunsuppression bezeichnet die Abschwächung oder vollständige Unterdrückung der körpereigenen Immunabwehr. Sie kann therapeutisch herbeigeführt werden – etwa um eine Abstoßungsreaktion nach einer Organtransplantation zu verhindern – oder als Folge einer Erkrankung bzw. bestimmter Medikamente auftreten. Ein geschwächtes Immunsystem ist anfälliger für Infektionen, da der Körper Krankheitserreger nicht mehr ausreichend bekämpfen kann.
Ursachen der Immunsuppression
Die Ursachen lassen sich in zwei Hauptgruppen unterteilen:
Medikamentös bedingte Immunsuppression
- Immunsuppressiva wie Kortikosteroide, Ciclosporin, Tacrolimus oder Mycophenolatmofetil werden nach Organtransplantationen eingesetzt
- Chemotherapeutika bei Krebserkrankungen können das Immunsystem erheblich schwächen
- Langfristige Cortisontherapie bei entzündlichen Erkrankungen
- Biologika (z. B. TNF-Inhibitoren) bei Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis
Krankheitsbedingte Immunsuppression
- HIV/AIDS: Das HI-Virus zerstört gezielt T-Helferzellen und führt zu einer schweren Immunschwäche
- Blutkrebs (z. B. Leukämie, Lymphome) beeinträchtigt die Bildung von Immunzellen
- Angeborene Immundefekte (primäre Immundefizienzen)
- Schwere Mangelernährung oder chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus
- Strahlentherapie
Symptome und Folgen
Eine geschwächte Immunabwehr äußert sich häufig durch:
- Häufige, ungewöhnlich schwere oder langwierige Infektionen (z. B. Pilzinfektionen, opportunistische Infektionen)
- Langsame Wundheilung
- Wiederkehrende bakterielle oder virale Erkrankungen
- Allgemeine Erschöpfung und Abgeschlagenheit
Besonders gefürchtet sind sogenannte opportunistische Infektionen – Krankheiten, die bei Menschen mit intaktem Immunsystem kaum auftreten, bei immungeschwächten Patienten jedoch lebensbedrohlich werden können (z. B. Pneumocystis-Pneumonie, Cytomegalovirus-Infektionen).
Therapeutische Anwendung
In der Medizin wird Immunsuppression gezielt eingesetzt, um das Immunsystem zu bremsen, wenn es den Körper selbst angreift oder fremdes Gewebe abstößt:
- Organtransplantation: Nach einer Nieren-, Herz- oder Lebertransplantation muss das Immunsystem dauerhaft unterdrückt werden, damit das neue Organ nicht abgestoßen wird
- Autoimmunerkrankungen: Bei Erkrankungen wie Lupus erythematodes, Morbus Crohn, multipler Sklerose oder rheumatoider Arthritis greift das Immunsystem körpereigenes Gewebe an – Immunsuppressiva dämpfen diese Reaktion
- Knochenmarktransplantation: Immunsuppression verhindert die sogenannte Graft-versus-Host-Reaktion (Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion)
Diagnose und Überwachung
Bei Patienten unter Immunsuppression erfolgt eine regelmäßige medizinische Überwachung:
- Blutbildkontrollen zur Beurteilung der Immunzellzahl (z. B. Leukozyten, Lymphozyten)
- Bestimmung von Medikamentenspiegeln im Blut (z. B. Tacrolimus-Spiegel)
- Infektionsscreenings und Impfstatuskontrollen
- Nieren- und Leberwertkontrollen bei potenziell organtoxischen Medikamenten
Risiken und Nebenwirkungen
Die therapeutische Immunsuppression birgt neben dem erhöhten Infektionsrisiko weitere Risiken:
- Erhöhtes Krebsrisiko (insbesondere Hautkrebs und lymphatische Tumoren) durch reduzierte Tumorüberwachung des Immunsystems
- Nebenwirkungen der Medikamente selbst (z. B. Nierenschäden durch Ciclosporin, Osteoporose durch Kortison)
- Beeinträchtigte Impfantwort: Lebendimpfstoffe sind bei stark immungeschwächten Patienten kontraindiziert
Quellen
- Bundesministerium für Gesundheit – Informationen zu Immunsuppressiva und Organtransplantation (2023)
- Abbas AK, Lichtman AH, Pillai S – Cellular and Molecular Immunology, 10. Auflage, Elsevier (2022)
- World Health Organization (WHO) – Immunosuppression and Infection Risk: Clinical Guidelines (2021)
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