Incisura clavicularis – Anatomie und klinische Bedeutung
Die Incisura clavicularis ist eine Gelenkkerbe am Manubrium sterni, die mit dem medialen Ende des Schlüsselbeins das Sternoklavikulargelenk bildet.
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Die Incisura clavicularis ist eine Gelenkkerbe am Manubrium sterni, die mit dem medialen Ende des Schlüsselbeins das Sternoklavikulargelenk bildet.
Definition
Die Incisura clavicularis (lateinisch: Schlüsselbeinkerbe) ist eine paarig angelegte, ovale Gelenkfläche am oberen seitlichen Rand des Manubrium sterni (Brustbeinhandgriff). Sie bildet zusammen mit dem medialen Ende der Clavicula (Schlüsselbein) und einem Faserknorpelscheibchen (Discus articularis) das Articulatio sternoclavicularis – das Sternoklavikulargelenk. Dieses Gelenk stellt die einzige knöcherne Verbindung der oberen Extremität mit dem Achsenskelett dar.
Anatomie und Lage
Das Manubrium sterni weist an seinem Oberrand die Incisura jugularis (Drosselgrube) auf. Zu beiden Seiten dieser Einbuchtung befinden sich die beiden Incisurae claviculares. Die Gelenkfläche ist mit hyalinem Knorpel überzogen und durch einen fibrokartilaginären Discus articularis in zwei separate Gelenkkammern unterteilt. Kräftige Bänder – darunter das Ligamentum sternoclaviculare anterius et posterius sowie das Ligamentum costoclaviculare – sichern das Gelenk und verleihen ihm trotz seines geringen Knochenkontakts eine hohe Stabilität.
Funktion
Das Sternoklavikulargelenk, dessen manubrialer Anteil die Incisura clavicularis bildet, ermöglicht Bewegungen der Schulter in allen drei Raumebenen:
- Elevation und Depression (Heben und Senken des Schultergelenks)
- Protraktion und Retraktion (Vor- und Rückwärtsbewegen)
- Rotation der Clavicula um ihre Längsachse
Damit ist das Gelenk funktionell ein Kugelgelenk, auch wenn es anatomisch als Sattelgelenk klassifiziert wird.
Klinische Bedeutung
Verletzungen
Verletzungen der Incisura clavicularis und des Sternoklavikulargelenks sind selten, koennen aber bei Hochrasanztraumata oder direkten Schlägen auf die Schulter auftreten. Man unterscheidet:
- Luxation nach ventral: Die häufigere Form; das Schlüsselbein tritt nach vorne vor.
- Luxation nach dorsal: Seltener, aber gefährlicher – das mediale Klavikulaende kann Trachea, Oesophagus oder grosse Blutgefässe komprimieren.
Arthrose
Degenerative Veränderungen des Sternoklavikulargelenks (Sternoklavikulararthrose) können zu lokalem Druckschmerz, Schwellung und eingeschränkter Schulterbeweglichkeit führen. Sie treten häufiger bei älteren Patienten sowie bei Personen auf, die körperlich schwer arbeiten oder Leistungssport betreiben.
Entzündungen
Das Sternoklavikulargelenk kann im Rahmen rheumatischer Erkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis) oder als Teil des SAPHO-Syndroms entzündet sein. Auch septische Arthritiden (bakterielle Gelenkinfektionen) kommen an dieser Stelle vor, wenn auch selten.
Diagnostik
Zur Beurteilung der Incisura clavicularis und des angrenzenden Gelenks stehen folgende bildgebende Verfahren zur Verfügung:
- Konventionelles Röntgen: Überlagerungsartefakte erschweren die Beurteilung.
- Computertomographie (CT): Goldstandard für knöcherne Pathologien und Luxationen.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Besonders geeignet für Weichteil- und Knorpelläsionen sowie entzündliche Veränderungen.
- Sonographie: Einfache Erstbeurteilung auf Erguss oder Schwellung.
Quellen
- Schünke M., Schulte E., Schumacher U. – Prometheus Lernatlas der Anatomie: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem. Thieme Verlag, Stuttgart, 5. Auflage, 2018.
- Rockwood C.A., Wirth M.A. – Disorders of the Sternoclavicular Joint. In: Rockwood and Matsen's The Shoulder. Elsevier, 5. Auflage, 2017.
- Williams G.R. et al. – Sternoclavicular Joint Injuries. Journal of the American Academy of Orthopaedic Surgeons, 2000; 8(4): 220–229.
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