Infusionspumpe – Funktion, Arten und Einsatz
Eine Infusionspumpe ist ein medizinisches Gerät, das Flüssigkeiten, Medikamente oder Nährstoffe kontrolliert und präzise in den Körper eines Patienten verabreicht.
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Eine Infusionspumpe ist ein medizinisches Gerät, das Flüssigkeiten, Medikamente oder Nährstoffe kontrolliert und präzise in den Körper eines Patienten verabreicht.
Was ist eine Infusionspumpe?
Eine Infusionspumpe ist ein medizinisches Gerät, das dazu dient, Flüssigkeiten, Medikamente, Nährstoffe oder Blutprodukte in genau definierten Mengen und Geschwindigkeiten in den Körper eines Patienten zu verabreichen. Sie wird häufig über einen venösen Zugang (intravenös), aber auch über andere Wege wie subkutan (unter die Haut) oder epidural (in den Bereich um das Rückenmark) eingesetzt. Infusionspumpen ermöglichen eine präzise, kontinuierliche oder bedarfsgerechte Dosierung und sind aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken.
Arten von Infusionspumpen
Es gibt verschiedene Typen von Infusionspumpen, die je nach medizinischem Bedarf eingesetzt werden:
- Volumetrische Pumpen: Diese Geräte fördern eine exakt definierte Flüssigkeitsmenge pro Zeiteinheit und sind besonders für die Verabreichung größerer Flüssigkeitsmengen geeignet.
- Spritzenpumpen (Perfusoren): Hier wird eine Spritze mit dem Medikament in das Gerät eingespannt. Die Pumpe drückt den Spritzenkolben mit präziser Geschwindigkeit vor, was eine sehr genaue Dosierung kleiner Mengen erlaubt.
- Patientenkontrollierte Analgesie-Pumpen (PCA-Pumpen): Diese Pumpen ermöglichen es dem Patienten, innerhalb festgelegter Grenzen selbst eine Schmerzmitteldosis auszulösen, zum Beispiel nach Operationen.
- Elastomere Pumpen: Tragbare, nicht elektronische Pumpen, die durch die Rückstellkraft eines elastischen Reservoirs angetrieben werden. Sie eignen sich für ambulante Therapien.
- Insulinpumpen: Speziell für Diabetespatienten entwickelte Pumpen, die kontinuierlich kleine Insulinmengen abgeben und so den Blutzucker regulieren.
- Enterale Ernährungspumpen: Diese Pumpen verabreichen flüssige Nahrung direkt in den Magen oder Dünndarm über eine Sonde.
Einsatzbereiche
Infusionspumpen werden in einer Vielzahl medizinischer Situationen eingesetzt:
- Verabreichung von Schmerzmitteln, Antibiotika, Chemotherapeutika oder Antikoagulanzien
- Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich bei schwerkranken Patienten
- Parenterale Ernährung (Ernährung über die Vene), wenn normale Nahrungsaufnahme nicht möglich ist
- Langzeittherapie chronischer Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder chronischer Schmerzsyndrome
- Intensivmedizin und Anästhesie
- Palliativmedizin zur kontinuierlichen Schmerztherapie
Vorteile gegenüber manueller Infusion
Im Vergleich zur manuellen, schwerkraftgesteuerten Infusion bieten Infusionspumpen erhebliche Vorteile:
- Präzision: Exakte Dosierung unabhängig von Körperlage oder Venendruck des Patienten
- Sicherheit: Integrierte Alarmsysteme warnen bei Okklusion (Verstopfung), Luftblasen oder leerem Reservoir
- Kontinuierlichkeit: Gleichmäßige Wirkstoffabgabe über einen definierten Zeitraum
- Flexibilität: Anpassung der Infusionsrate an den individuellen Bedarf des Patienten
Sicherheit und Risiken
Obwohl Infusionspumpen die Patientensicherheit deutlich erhöhen, sind bestimmte Risiken zu beachten:
- Programmierfehler: Fehlerhafte Eingaben können zu Unter- oder Überdosierungen führen. Moderne Geräte verfügen daher über Dosisgrenzen-Bibliotheken (Dose Error Reduction Software, DERS).
- Mechanische Fehlfunktionen: Defekte an der Pumpe oder dem Infusionsbesteck können die Wirkstoffabgabe beeinträchtigen.
- Infektionsrisiko: Beim Legen und Versorgen venöser Zugänge besteht das Risiko einer Katheterinfektion.
- Luftembolie: Das unbeabsichtigte Einbringen von Luft in den Blutkreislauf ist eine seltene, aber ernste Komplikation. Moderne Pumpen erkennen Luftblasen automatisch.
Verwendung im ambulanten Bereich
Dank tragbarer und miniaturisierter Geräte können Infusionspumpen heute auch außerhalb des Krankenhauses eingesetzt werden. Patienten mit chronischen Erkrankungen, die eine kontinuierliche Medikamentenzufuhr benötigen, können mit ambulanten Pumpen versorgt werden und so ihre Lebensqualität erheblich verbessern. Beispiele hierfür sind die Insulinpumpentherapie bei Typ-1-Diabetes oder die ambulante Schmerztherapie in der Palliativversorgung.
Quellen
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Informationen zu Medizinprodukten und Infusionspumpen. www.bfarm.de
- Kramme, R. (Hrsg.): Medizintechnik - Verfahren, Systeme, Informationsverarbeitung. 5. Auflage. Springer Verlag, Berlin/Heidelberg, 2017.
- World Health Organization (WHO): Infusion Pumps and Patient Safety. WHO Medical Device Technical Series, Genf, 2011.
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