Inkarzeration – Einklemmung bei Hernien
Inkarzeration bezeichnet das Einklemmen von Gewebe oder Organen, z. B. bei einem Bruch (Hernie). Dies kann zu Durchblutungsstörungen und einem medizinischen Notfall führen.
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Inkarzeration bezeichnet das Einklemmen von Gewebe oder Organen, z. B. bei einem Bruch (Hernie). Dies kann zu Durchblutungsstörungen und einem medizinischen Notfall führen.
Was ist eine Inkarzeration?
Der Begriff Inkarzeration stammt aus dem Lateinischen (incarcerare = einsperren) und beschreibt in der Medizin das Einklemmen oder Einengen von Gewebe, Organen oder Organteilen in einer engen Öffnung oder einem Kanal. Am häufigsten tritt eine Inkarzeration im Zusammenhang mit einer Hernie (Eingeweidebruch) auf. Dabei wird Gewebe – meist Darmschlingen oder Fettgewebe – durch eine Lücke in der Bauchwand oder anderen Strukturen gedrückt und kann nicht mehr in seine ursprüngliche Position zurückgleiten.
Eine Inkarzeration ist ein medizinischer Notfall, da durch den anhaltenden Druck die Blutversorgung des eingeklemmten Gewebes unterbrochen werden kann. Ohne sofortige Behandlung droht eine Nekrose (Absterben des Gewebes).
Ursachen und Entstehung
Die häufigste Ursache einer Inkarzeration ist eine vorbestehende Hernie. Zu den typischen Hernienarten, bei denen eine Inkarzeration auftreten kann, gehören:
- Leistenhernie (Hernia inguinalis): häufigste Form, besonders bei Männern
- Schenkelhernie (Hernia femoralis): häufiger bei Frauen, hohes Inkarzerationsrisiko
- Nabelhernie (Hernia umbilicalis): insbesondere bei Säuglingen und älteren Menschen
- Narbenhernie (Hernia cicatricalis): nach operativen Eingriffen am Bauch
- Zwerchfellhernie (Hernia diaphragmatica): Einklemmung im Bereich des Zwerchfells
Weitere Ursachen für Inkarzerationen können enge Strukturen im Körper sein, etwa bei Darmverschlingungen (Ileus) oder bei bestimmten angeborenen Fehlbildungen.
Symptome
Die Symptome einer Inkarzeration treten in der Regel plötzlich und stark ausgeprägt auf:
- Plötzlich einsetzende, starke Schmerzen im Bereich des Bruchs oder der betroffenen Körperstelle
- Nicht reponierbare Vorwölbung (die Vorwölbung lässt sich nicht mehr zurückdrücken)
- Übelkeit und Erbrechen
- Aufgeblähter, harter Bauch (Abwehrspannung)
- Ausbleiben von Stuhlgang und Winden (Stuhlverhalt)
- Im fortgeschrittenen Stadium: Fieber, Schüttelfrost, Kreislaufprobleme (Zeichen einer Peritonitis oder eines septischen Schocks)
Bei Verdacht auf eine Inkarzeration sollte sofort der Notruf (112) verständigt oder eine Notaufnahme aufgesucht werden.
Diagnose
Die Diagnose wird meist klinisch gestellt, d. h. durch körperliche Untersuchung des Patienten. Unterstützend kommen folgende Untersuchungen zum Einsatz:
- Ultraschall (Sonographie): schnelle, strahlungsfreie Bildgebung zur Beurteilung des eingeklemmten Gewebes und der Durchblutung
- Röntgenaufnahme des Abdomens: zum Nachweis eines Darmverschlusses oder freier Luft in der Bauchhöhle
- Computertomographie (CT): detaillierte Darstellung bei unklarem Befund oder zur Operationsplanung
- Blutuntersuchungen: Entzündungsparameter (CRP, Leukozyten), Laktat (Hinweis auf Minderdurchblutung)
Behandlung
Die Inkarzeration ist ein chirurgischer Notfall und erfordert in der Regel eine sofortige Operation. Ziele der Behandlung sind:
- Reposition: Zurückverlagern des eingeklemmten Gewebes in seine ursprüngliche Position (wenn noch möglich und sicher)
- Chirurgische Versorgung: Verschluss der Bruchlücke, häufig mit Einsatz eines Kunststoffnetzes (Mesh-Repair)
- Resektion: Entfernung von abgestorbenem Gewebe (Nekrose), z. B. eines Darmabschnitts, falls die Durchblutung nicht mehr wiederhergestellt werden kann
Je früher die Operation erfolgt, desto besser sind die Heilungsaussichten. Eine verzögerte Behandlung erhöht das Risiko für schwere Komplikationen wie Peritonitis (Bauchfellentzündung) oder Sepsis (Blutvergiftung).
Prognose und Komplikationen
Bei rechtzeitiger operativer Behandlung ist die Prognose in den meisten Fällen gut. Ohne Behandlung kann eine Inkarzeration jedoch lebensbedrohlich werden. Mögliche Komplikationen umfassen:
- Darmgangrän (Absterben von Darmgewebe)
- Peritonitis (Entzündung des Bauchfells)
- Sepsis (systemische Entzündungsreaktion)
- Mehrorganversagen
Quellen
- Schumpelick, V. et al.: Hernien. 5. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart 2015.
- European Hernia Society (EHS): Guidelines on the treatment of inguinal hernia in adult patients. Hernia, 2018. Verfügbar unter: https://www.springerlink.com
- Leitlinienprogramm der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH): S3-Leitlinie Chirurgie der Leisten- und Schenkelhernie, 2021. Verfügbar unter: https://www.awmf.org
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