Intermittierende Peritonealdialyse – IPD erklärt
Die intermittierende Peritonealdialyse (IPD) ist ein Nierenersatzverfahren, bei dem das Bauchfell als natürliche Filtermembran genutzt wird, um schädliche Stoffe aus dem Blut zu entfernen.
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Die intermittierende Peritonealdialyse (IPD) ist ein Nierenersatzverfahren, bei dem das Bauchfell als natürliche Filtermembran genutzt wird, um schädliche Stoffe aus dem Blut zu entfernen.
Was ist die intermittierende Peritonealdialyse?
Die intermittierende Peritonealdialyse (IPD) ist eine Form der Peritonealdialyse, bei der die Behandlung in regelmäßigen, aber zeitlich begrenzten Sitzungen durchgeführt wird – im Gegensatz zu kontinuierlichen Verfahren, die rund um die Uhr ablaufen. Sie gehört zu den Nierenersatztherapien und wird eingesetzt, wenn die Nieren ihre Filterfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen können. Das Bauchfell (Peritoneum) dient dabei als natürliche, semipermeable Membran.
Wirkmechanismus
Bei der IPD wird eine spezielle Dialyselösung (Dialysat) über einen dauerhaft platzierten Katheter in die Bauchhöhle eingeleitet. Durch den Prozess der Osmose und Diffusion wandern Abfallstoffe wie Harnstoff, Kreatinin sowie überschüssige Elektrolyte und Flüssigkeit aus den Blutgefäßen des Bauchfells in das Dialysat. Nach einer definierten Verweildauer (sogenannte Verweilzeit) wird die Lösung wieder abgelassen und durch frisches Dialysat ersetzt. Dieser Zyklus wird während der Behandlungssitzung mehrfach wiederholt.
Unterschied zu anderen Formen der Peritonealdialyse
Die Peritonealdialyse umfasst verschiedene Modalitäten:
- IPD (Intermittierende Peritonealdialyse): Behandlung erfolgt in einzelnen Sitzungen, häufig 3–5 Mal pro Woche über jeweils 8–12 Stunden, oft in einer klinischen Einrichtung.
- CAPD (Kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse): Kontinuierliche Behandlung zu Hause mit mehreren manuellen Wechseln pro Tag.
- APD (Automatisierte Peritonealdialyse): Maschinell gesteuerte Behandlung, meist nachts während des Schlafs.
Die IPD wird heute seltener als früher eingesetzt, da kontinuierliche Verfahren in der Regel eine effektivere Entgiftung ermöglichen.
Indikationen
Die intermittierende Peritonealdialyse kann in folgenden Situationen angewendet werden:
- Akutes Nierenversagen, insbesondere wenn kein venöser Zugang für eine Hämodialyse möglich ist
- Chronisches Nierenversagen im Endstadium (terminale Niereninsuffizienz)
- Patienten, bei denen eine Hämodialyse kontraindiziert ist (z. B. bei Herzerkrankungen oder schlechtem Gefäßzugang)
- Bestimmte Vergiftungen oder metabolische Entgleisungen
- Kinder und Neugeborene mit Nierenversagen, da das Verfahren schonender ist
Durchführung
Vor Beginn der IPD wird operativ ein Peritonealkatheter (meist ein Tenckhoff-Katheter) in die Bauchhöhle eingesetzt. Während der Behandlungssitzung werden folgende Schritte wiederholt:
- Einfüllen (Fill): 1–3 Liter Dialyselösung werden in die Bauchhöhle eingeleitet.
- Verweilzeit (Dwell): Die Lösung verbleibt für eine bestimmte Zeit in der Bauchhöhle (bei IPD meist kürzer als bei CAPD).
- Ablassen (Drain): Das verbrauchte Dialysat wird abgelassen.
Die Sitzungen können in einem Krankenhaus, einer Dialyseeinrichtung oder – bei entsprechender Schulung – auch zu Hause durchgeführt werden.
Vorteile
- Kein kontinuierlicher venöser Zugang notwendig
- Schonendere hämodynamische Belastung im Vergleich zur Hämodialyse
- Geeignet für Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen
- Möglichkeit der Heimdialyse
- Erhalt der Restfunktion der Nieren oft länger möglich
Mögliche Risiken und Nebenwirkungen
- Peritonitis: Entzündung des Bauchfells durch Infektionen, die häufigste und schwerwiegendste Komplikation
- Katheterinfektionen an der Einstichstelle
- Mechanische Probleme wie Kathetertorsion oder unzureichende Drainage
- Hyperglykämie (erhöhter Blutzucker) durch die glukosehaltige Dialyselösung
- Proteinverlust über das Dialysat
- Hernienentstehung durch den erhöhten intraabdominellen Druck
- Eingeschränkte Dialyseeffizienz bei verminderter Peritonealmembranfunktion
Kontraindikationen
Die IPD ist nicht geeignet bei:
- Vorbestehenden ausgedehnten Verwachsungen (Adhäsionen) im Bauchraum
- Aktiven entzündlichen Darmerkrankungen oder Divertikelperforation
- Frischen Bauchoperationen (relativ)
- Schweren Atemproblemen, die durch den erhöhten Bauchdruck verschlimmert werden könnten
Quellen
- Kuhlmann, U. et al. – Nephrologie. 6. Auflage. Thieme Verlag, 2015.
- Daugirdas, J. T., Blake, P. G., Ing, T. S. – Handbook of Dialysis. 5th edition. Wolters Kluwer, 2015.
- World Health Organization (WHO) – Chronic kidney disease and dialysis modalities. Verfügbar unter: https://www.who.int (abgerufen 2024).
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