Ohrspeicheldrüsenentzündung – Ursachen & Behandlung
Die Ohrspeicheldrüsenentzündung (Parotitis) ist eine Entzündung der größten Speicheldrüse. Sie kann durch Viren, Bakterien oder andere Ursachen ausgelöst werden.
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Die Ohrspeicheldrüsenentzündung (Parotitis) ist eine Entzündung der größten Speicheldrüse. Sie kann durch Viren, Bakterien oder andere Ursachen ausgelöst werden.
Was ist eine Ohrspeicheldrüsenentzündung?
Die Ohrspeicheldrüsenentzündung, medizinisch als Parotitis bezeichnet, ist eine Entzündung der Glandula parotidea – der größten der drei paarigen Speicheldrüsen des Menschen. Sie liegt vor und unterhalb des Ohrs und produziert einen großen Teil des Speichels im Mund. Eine Entzündung dieser Drüse kann einseitig oder beidseitig auftreten und geht häufig mit Schmerzen, Schwellung und eingeschränkter Mundöffnung einher.
Ursachen
Die Ohrspeicheldrüsenentzündung kann durch verschiedene Auslöser entstehen:
- Virale Parotitis: Die häufigste Ursache ist das Mumpsvirus (Paramyxovirus), das die klassische Kinderkrankheit Mumps verursacht. Auch andere Viren wie das Epstein-Barr-Virus, Cytomegalievirus oder Parainfluenzaviren können beteiligt sein.
- Bakterielle Parotitis: Bakterien wie Staphylococcus aureus oder Streptokokken gelangen häufig über den Speicheldrüsengang in die Drüse, besonders bei vermindertem Speichelfluss (z. B. durch Flüssigkeitsmangel, nach Operationen oder bei älteren Menschen).
- Obstruktive Parotitis: Speichelsteine (Sialolithen) können den Ausführungsgang blockieren und eine Entzündung begünstigen.
- Chronische Parotitis: Wiederkehrende Entzündungen, oft im Kindesalter, können ohne klare infektiöse Ursache auftreten.
- Autoimmune Ursachen: Erkrankungen wie das Sjögren-Syndrom können zu chronischer Entzündung der Speicheldrüsen führen.
Symptome
Die typischen Beschwerden einer Ohrspeicheldrüsenentzündung umfassen:
- Schmerzhafte Schwellung vor und unterhalb des Ohrs, meist einseitig (bei Mumps häufig beidseitig)
- Druckschmerz im Bereich der Drüse
- Erschwertes Kauen und Mundöffnen
- Rötung und Wärme der Haut über der Drüse
- Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
- Bei bakterieller Infektion: eitriges Sekret aus dem Ausführungsgang (Ductus parotideus / Stenon-Gang)
- Trockener Mund durch verminderten Speichelfluss
Diagnose
Die Diagnose erfolgt in erster Linie klinisch, also durch körperliche Untersuchung und Anamnese. Je nach Verdacht können weitere Maßnahmen ergriffen werden:
- Blutbild: Erhöhte Entzündungswerte (CRP, Leukozyten) weisen auf eine Infektion hin.
- Speicheldrüsensonographie (Ultraschall): Zur Beurteilung von Drüsenstruktur, Abszessen oder Speichelsteinen.
- Speichelentnahme und Abstrich: Bei bakterieller Parotitis zur Keimbestimmung und Resistenzprüfung.
- Serologische Tests: Antikörpernachweis gegen Mumpsvirus bei Verdacht auf virale Parotitis.
- MRT oder CT: Bei Komplikationen oder Verdacht auf Abszess.
Behandlung
Virale Parotitis (Mumps)
Eine spezifische antivirale Therapie existiert nicht. Die Behandlung ist symptomatisch:
- Bettruhe und ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Schmerzstillende und fiebersenkende Mittel (z. B. Ibuprofen oder Paracetamol)
- Kühlung der geschwollenen Drüse
- Weiche, gut kaubare Kost
Bakterielle Parotitis
Hier kommen Antibiotika zum Einsatz, die gegen die häufigsten Erreger wirksam sind (z. B. Amoxicillin-Clavulansäure oder Clindamycin). Bei Abszessbildung ist eine chirurgische Drainage erforderlich. Zusätzlich wird durch ausreichendes Trinken und Speichelfluss-Stimulation (z. B. durch Zitronensaft oder Kaugummi) die Selbstreinigung der Drüse gefördert.
Speichelsteine
Kleine Steine können manchmal durch Massage und viel Flüssigkeit abgehen. Größere Steine werden endoskopisch oder operativ entfernt.
Prävention
Der beste Schutz gegen die virale Parotitis durch das Mumpsvirus ist die Schutzimpfung. In Deutschland wird die MMR-Impfung (Masern, Mumps, Röteln) von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Kinder empfohlen. Zwei Impfdosen bieten einen zuverlässigen Schutz. Zur Vorbeugung bakterieller Entzündungen hilft ausreichende Flüssigkeitszufuhr, besonders bei älteren oder bettlägerigen Personen.
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Mumps – Ratgeber für Ärzte. Berlin, 2023. Verfügbar unter: www.rki.de
- Zenk J, Iro H: Speicheldrüsenerkrankungen. In: Iro H (Hrsg.): HNO-Heilkunde, Springer Medizin Verlag, 2020.
- Mandel L: Salivary gland disorders. In: Medical Clinics of North America, 2014; 98(6): 1407–1449. PubMed PMID: 25443681.
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