Immunglobulintherapie – Wirkung, Anwendung & Nebenwirkungen
Die Immunglobulintherapie ist eine medizinische Behandlung mit Antikörpern aus menschlichem Blutplasma zur Stärkung oder Regulierung des Immunsystems.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Immunglobulintherapie"
Die Immunglobulintherapie ist eine medizinische Behandlung mit Antikörpern aus menschlichem Blutplasma zur Stärkung oder Regulierung des Immunsystems.
Was ist die Immunglobulintherapie?
Die Immunglobulintherapie bezeichnet die medizinische Anwendung von Immunglobulinen (Antikörpern), die aus dem Blutplasma vieler Spender gewonnen werden. Sie wird eingesetzt, um das Immunsystem von Patientinnen und Patienten zu stärken, die selbst nicht ausreichend Antikörper bilden können, oder um bei bestimmten Autoimmunerkrankungen regulierend in das Immunsystem einzugreifen. Immunglobuline sind Proteine, die eine zentrale Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern spielen.
Anwendungsgebiete
Die Immunglobulintherapie wird in verschiedenen medizinischen Bereichen eingesetzt:
- Primäre Immundefekte: Erkrankungen, bei denen das Immunsystem angeboren zu wenig oder keine eigenen Antikörper produziert (z. B. Agammaglobulinämie, variables Immundefektsyndrom).
- Sekundäre Immundefekte: Erworbene Antikörpermangelzustände, z. B. infolge von Blutkrebs (multiples Myelom, chronische lymphatische Leukämie) oder Chemotherapie.
- Autoimmunerkrankungen: Erkrankungen wie das Guillain-Barré-Syndrom, die Myasthenia gravis, die chronisch-entzündliche demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP) oder die idiopathische thrombozytopenische Purpura (ITP).
- Entzündliche Erkrankungen: Zum Beispiel das Kawasaki-Syndrom bei Kindern.
- Infektionsprophylaxe: Schutz immungeschwächter Personen vor bestimmten Infektionskrankheiten.
Wirkmechanismus
Immunglobuline wirken auf mehrere Weisen im Körper:
- Substitution: Fehlende körpereigene Antikörper werden durch die zugeführten Immunglobuline ersetzt, sodass der Organismus Krankheitserreger wieder erkennen und bekämpfen kann.
- Immunmodulation: Bei Autoimmunerkrankungen dämpfen hochdosierte intravenöse Immunglobuline (IVIG) überschießende Immunreaktionen. Dies geschieht durch verschiedene Mechanismen, u. a. durch die Blockade von Fc-Rezeptoren auf Immunzellen, die Neutralisierung von Autoantikörpern und die Modulation der Zytokinproduktion.
Darreichungsformen und Dosierung
Immunglobuline werden hauptsächlich auf zwei Wegen verabreicht:
- Intravenöse Immunglobuline (IVIG): Direkte Infusion in eine Vene, meist in einer Klinik oder Arztpraxis. Die Behandlung findet in der Regel alle 3 bis 4 Wochen statt.
- Subkutane Immunglobuline (SCIG): Injektion unter die Haut, häufig wöchentlich oder sogar täglich in kleineren Dosen. Diese Methode eignet sich gut für die Selbstanwendung zu Hause.
Die genaue Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht, der zugrunde liegenden Erkrankung und dem individuellen Ansprechen auf die Therapie. Sie wird stets von einem Arzt oder einer Ärztin festgelegt.
Nebenwirkungen
Die Immunglobulintherapie ist in der Regel gut verträglich, kann aber Nebenwirkungen verursachen:
- Kopfschmerzen, Fieber und Schüttelfrost (häufig während der Infusion)
- Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen
- Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein
- Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle (bei subkutaner Gabe)
- In seltenen Fällen: allergische Reaktionen, Nierenfunktionsstörungen, thromboembolische Ereignisse oder aseptische Meningitis
Das Risiko schwerer Nebenwirkungen ist gering, wird aber durch langsame Infusionsraten und geeignete Vormedikation weiter minimiert.
Herstellung und Sicherheit
Immunglobulinpräparate werden aus dem Blutplasma von Tausenden von Spendern hergestellt. Der Herstellungsprozess umfasst aufwendige Reinigungs- und Virusinaktivierungsschritte, die das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern auf ein Minimum reduzieren. Die Präparate unterliegen strengen Qualitätskontrollen gemäß den Richtlinien der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA).
Quellen
- Deutsches Ärzteblatt: Immunglobuline in der klinischen Anwendung – Indikationen und Therapieempfehlungen (2020).
- European Medicines Agency (EMA): Guidelines on the clinical investigation of human normal immunoglobulin for intravenous administration (IVIG), EMA/CHMP/BPWP/94033/2010 rev. 2.
- Orange JS et al. – Use of intravenous immunoglobulin in human disease: A review of evidence by members of the Primary Immunodeficiency Committee of the American Academy of Allergy, Asthma and Immunology. Journal of Allergy and Clinical Immunology, 2006.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieKnochenmarkregeneration
Gallenblasenmotilität
Mikronährstoffsynthese
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Immunglobulintherapie + Immunglobulin-Therapie + Immunglobulinbehandlung