Ovulation (Eisprung): Definition, Ablauf und Bedeutung
Die Ovulation, auch Eisprung genannt, ist der Moment im weiblichen Zyklus, in dem eine reife Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt wird und befruchtet werden kann.
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Die Ovulation, auch Eisprung genannt, ist der Moment im weiblichen Zyklus, in dem eine reife Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt wird und befruchtet werden kann.
Was ist die Ovulation?
Die Ovulation – im deutschen Sprachgebrauch auch als Eisprung bezeichnet – ist ein zentrales Ereignis im weiblichen Menstruationszyklus. Dabei wird eine ausgereifte Eizelle aus einem Follikel im Eierstock (Ovar) freigesetzt und gelangt über den Eileiter in Richtung Gebärmutter. Nur in diesem kurzen Zeitfenster ist eine Befruchtung durch ein Spermium möglich. Die Ovulation markiert den Übergang von der Follikelphase zur Lutealphase des Zyklus.
Ablauf und Wirkmechanismus
Der weibliche Zyklus dauert im Durchschnitt 28 Tage, kann jedoch individuell zwischen 21 und 35 Tagen variieren. Die Ovulation findet typischerweise um den 14. Zyklustag statt, bei einem 28-tägigen Zyklus. Der genaue Zeitpunkt kann jedoch je nach Zykluslänge und individuellen Faktoren abweichen.
Hormonelle Steuerung
Die Ovulation wird durch ein komplexes Zusammenspiel von Hormonen gesteuert:
- FSH (Follikelstimulierendes Hormon): Regt in der ersten Zyklushälfte das Wachstum mehrerer Follikel im Eierstock an. Einer dieser Follikel wird dominant und reift zur Ovulation heran.
- Östrogen: Wird vom dominanten Follikel produziert und steigt im Verlauf der Follikelphase stark an. Ein hoher Östrogenspiegel löst über einen Rückkopplungsmechanismus einen starken Anstieg des LH aus.
- LH (Luteinisierendes Hormon): Der sogenannte LH-Gipfel (LH-Surge) ist das entscheidende Signal für die Ovulation. Innerhalb von 24 bis 36 Stunden nach diesem Hormongipfel reißt der Follikel auf und gibt die Eizelle frei.
- Progesteron: Nach der Ovulation bildet sich aus dem geplatzten Follikel der Gelbkörper (Corpus luteum), der Progesteron produziert und die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Einnistung vorbereitet.
Fruchtbares Fenster
Die freigesetzte Eizelle ist nur für etwa 12 bis 24 Stunden befruchtungsfähig. Da Spermien jedoch bis zu 5 Tage im weiblichen Genitaltrakt überleben können, umfasst das sogenannte fruchtbare Fenster etwa 5 bis 6 Tage rund um den Eisprung. Das Wissen um diesen Zeitraum ist sowohl für Paare mit Kinderwunsch als auch für natürliche Verhütungsmethoden (z. B. symptothermale Methode) von großer Bedeutung.
Symptome und Zeichen der Ovulation
Viele Frauen bemerken die Ovulation nicht bewusst, einige nehmen jedoch typische Zeichen wahr:
- Mittelschmerz: Ein kurzes, ziehender Schmerz oder Stechen im Unterbauch auf der Seite des ovulierenden Eierstocks.
- Veränderung des Zervixschleims: Der Schleim wird glasig, klar und fadenziehend (vergleichbar mit rohem Eiweiß) – ein Hinweis auf die höchste Fruchtbarkeit.
- Leichter Temperaturanstieg: Nach der Ovulation steigt die basale Körpertemperatur um etwa 0,2 bis 0,5 °C an und bleibt bis zur nächsten Menstruation erhöht.
- Veränderung des Gebärmutterhalses: Der Zervix ist zur Ovulation weicher, höher stehend und leicht geöffnet.
- Leichtes Schmierbluten: Manchmal tritt ein kurzes Zwischenbluten auf.
Diagnose und Feststellung der Ovulation
Die Ovulation kann auf verschiedene Weisen festgestellt oder ausgeschlossen werden:
- Ovulationstest (LH-Test): Ein Urin-Schnelltest, der den LH-Anstieg im Urin nachweist und damit den bevorstehenden Eisprung ankündigt.
- Basaltemperaturmessung: Tägliche Messung der Körpertemperatur direkt nach dem Aufwachen. Ein Temperaturanstieg zeigt an, dass die Ovulation bereits stattgefunden hat.
- Ultraschall (Follikelsonographie): Der Arzt oder die Ärztin kann mittels transvaginalem Ultraschall das Follikelwachstum und den Eisprung direkt beobachten.
- Hormonbluttest: Ein erhöhter Progesteronwert in der zweiten Zyklushälfte (Lutealphase) bestätigt, dass ein Eisprung stattgefunden hat.
Störungen der Ovulation
Nicht immer verläuft die Ovulation regelrecht. Häufige Störungen sind:
- Anovulation: Das vollständige Ausbleiben des Eisprungs. Kann durch hormonelle Dysbalancen, starken Stress, erhebliches Unter- oder Übergewicht oder das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) verursacht werden.
- Oligo-Ovulation: Unregelmäßig auftretende Eisprünge.
- Lutealinsuffizienz: Der Gelbkörper produziert zu wenig Progesteron, was die Einnistung eines befruchteten Eis erschwert.
Ovulationsstörungen sind eine häufige Ursache von unerfülltem Kinderwunsch und können mit Hormonen oder anderen Methoden behandelt werden.
Klinische Bedeutung
Das Verständnis der Ovulation ist essenziell für die Reproduktionsmedizin, die Empfängnisverhütung und die Fertilitätsdiagnostik. Bei hormonellen Verhütungsmitteln (z. B. die Pille) wird die Ovulation durch künstliche Hormone aktiv unterdrückt. In der Kinderwunschmedizin können Medikamente zur Ovulationsinduktion eingesetzt werden, um den Eisprung gezielt auszulösen.
Quellen
- Strowitzki, T. (Hrsg.) – Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Springer Verlag, 4. Auflage.
- World Health Organization (WHO) – Selected Practice Recommendations for Contraceptive Use, 3rd Edition, 2016. Verfügbar unter: https://www.who.int
- Leidenberger, F. A. et al. – Klinische Endokrinologie für Frauenärzte, Springer Verlag, 5. Auflage.
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